18.08.2020 - 18:50 Uhr
WaldsassenSport

Kein Wort zum Sport: Mit Anne Terpstra

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In unserer wöchentlichen Rubrik verrät die holländische Mountainbikerin Anne Terpstra, die für das Ghost-Factory-Racing-Team Waldsassen startet, warum es nicht so schlecht ist, Fehler zu machen, und was ihre Lieblingsnachspeise ist.

Anne Terpstra.
von Armin Eger Kontakt Profil

Vergangene Saison war die erfolgreichste bisher in der Karriere der Mountainbikerin. Das Ticket für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio hatte Anne Terpstra, die für das Ghost-Factory-Racing-Team Waldsassen startet, in der Tasche. Dann kam Corona und der Lockdown. Alle Wettkämpfe wurden abgesagt, aber die Holländerin hatte rund um ihre Wahlheimat perfekte Trainingsbedingungen. Mit 12 Jahren hatte sie mit dem Mountainbiken begonnen. Ihr großes Vorbild war ihr Bruder. Als Juniorin gewann Anne Terpstra den Weltcup, obwohl sie mitten in ihren Abschlussprüfungen steckte. Von diesem Zeitpunkt an fuhr sie bei allen internationalen Cross-Country-Mountainbike-Meisterschaften mit und wurde jedes Jahr besser. Parallel zu ihrem Sport, der immer mehr an Bedeutung gewann, wurde auch ihre Schulausbildung und ihr Studium immer wichtiger. Die 29-Jährige ist stolz darauf, ihren Bachelor-Abschluss in Medizin geschafft zu haben. Doch die Kombination aus Medizinstudium und Mountainbike-Rennen war für die Zukunft nicht realistisch. So traf sie 2013 die Entscheidung, Profi zu werden.

ONETZ: Wo möchten Sie gerne leben?

Anne Terpstra: In der Nähe von Waldsassen. Mein Freund und ich haben gerade da ein Haus gekauft. Ich freue mich schon riesig darauf einziehen zu können, denn ich fühle mich hier wohl.

ONETZ: Was sind Ihre persönlichen Stärken?

Anne Terpstra: Ich hätte gesagt, mein persönlichen Stärken sind Essen und Schlafen. Aber mein Freunde sagt, dass ich zielstrebig und fokussiert bin.

ONETZ: Was war Ihr größter Fehler?

Anne Terpstra: Ich glaube nicht, dass das machen von Fehlern grundsätzlich etwas Schlechtes ist. Von jedem Fehler kann man etwas lernen und man wird am Ende ein besserer Mensch. Deswegen sehe ich es nicht so, dass ich in meinem Leben große Fehler gemacht habe, sondern ich würde sagen, dass ich viel gelernt habe und ich deswegen so bin, wie ich jetzt bin. Trotzdem tue ich mich immer noch schwer, mir auch tatsächlich Fehler zu erlauben.

ONETZ: Wer wollten Sie als Kind sein?

Anne Terpstra: Ganz ehrlich, ich wusste schon früher nicht, wie ich diese Frage beantworten sollte. Ich hatte nicht wirklich ein Idol und konnte in die Freundschaftsbücher meiner Freundinnen nichts dazu schreiben.

ONETZ: Was war Ihr schlimmster/bester Schulstreich?

Anne Terpstra: Ich war scheinbar eine zu brave Schülerin, weil ich mich nicht mehr an einen Streich erinnern kann. Meine Französichlehrerin war aber mal richtig sauer, weil ich während des Unterrichts an mein Handy gegangen bin. Vor zehn Jahren war das nämlich noch was Außergewöhnliches.

ONETZ: Mit welchem Promi würden Sie gerne mal einen Kaffee trinken?

Anne Terpstra: Ich glaube, es gibt viele Leute auf der Welt, die eine spannende Geschichte zu erzählen haben, aber dafür muss man nicht zwangsläufig berühmt sein.

ONETZ: Welchen Satz hassen Sie am meisten?

Anne Terpstra: Ich hasse es, wenn gesagt wird: Wenn du es willst, wird es passieren. Als würde alles einfach aus die Luft fallen. Wenn das so wäre, wäre schon echt viel anders gelaufen. Nein, ich glaube, dass man arbeiten muss für das, was man will.

ONETZ: Was haben Sie sich von Ihrem ersten Gehalt/Ihrer ersten Siegprämie gekauft?

Anne Terpstra: Da ich am Anfang das Mountainbiken mit meinem Medizinstudium kombiniert habe, habe ich das Geld, das ich verdient habe, immer wieder in mein Studium gesteckt. Das heißt ich habe meine Studiengebühren, meine Bücher und Sachen wie ein Stethoskop davon bezahlt. Später war es für mich was Besonderes, wenn ich im Bioladen einkaufen konnte.

ONETZ: Bei welcher Nachspeise können Sie einfach nicht widerstehen?

Anne Terpstra: Ich mag alle Nachspeisen, Hauptsache sie sind süß! Wenn ich etwas auswählen dürfte, wären es Pfannkuchen.

ONETZ: Welche Fernsehsendung ist für Sie Pflicht, bei welcher schalten Sie sofort weg?

Anne Terpstra: In den Niederlanden sind Fernsehsendungen nicht nachsynchronisiert. Ich kann mich deswegen nicht an die vom Englischen ins Deutsche übersetzten Sendungen gewöhnen. Mittlerweile schaffe ich es aber, die Nachrichten mal auf Deutsch anzuschauen, das ist ein großer Erfolg.

ONETZ: Was ist Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Anne Terpstra: Am liebsten bin ich draußen in die Natur. Egal ob zum Wandern oder mit meinem Ghost-Bike. Ich mag einfach alles Schöne, was man sieht, genießen.

ONETZ: Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich ...

Anne Terpstra: ... träumen, dass wir viel früher mit einem so gefährlichen Virus zu rechnen haben und besser auf so eine Situation vorbereitet wären. Damit es weniger Opfer geben würde und der Alltag von uns allen nicht so beeinflusst wäre. Es ist aber so, wie es ist, und ich denke, dass alles in dieser Welt mit einen Grund passiert. Deswegen hoffe ich, dass wir alle aus der Situation etwas lernen werden und am Ende besser raus kommen als vorher.

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