12.01.2021 - 17:27 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Von Basketball bis Fußball: Der Lockdown und seine Gefahr

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Die bayerischen Kegler haben die Saison mangels Perspektive bereits abgebrochen. Folgen diesem Schritt pandemiebedingt nun weitere Sportverbände? Wir haben uns bei einigen Ballsportarten umgehört.

Wann kann Trainer Stefan Merkl (links) die Basketballer der DJK Neustadt wieder in einem Spiel abklatschen? Der Lockdown raubt vielen Sportarten die Perspektive. Die Gefahr eines Saisonabbruchs wird allerorten immer konkreter.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Basketball

Ursprünglich hatte der Bayerische Basketballverband (BBV) den Re-Start für 20. Februar geplant. Doch mit dem (vorerst) bis 31. Januar geltenden Lockdown ist dieser Termin nicht mehr haltbar. Als neue Eckdaten für den Wiedereinstieg in eine abgespeckte Einfachrunde in den Bayern- und Regionalligen hat der BBV nun den 20. März (Nachholspiele) und 27. März (Rest-Spielplan/Saisonende dann 12. Juni) kommuniziert. Da eine vierwöchige Vorbereitungszeit jedoch unabdingbar ist, müssten die Hallen noch im Februar wieder zu Trainingszwecken genutzt werden können.

Doch daran glauben angesichts des ungünstigen Pandemieverlaufs nur die kühnsten Optimisten. "Es sieht so aus, als ob es nicht mehr losgehen wird", meint Willi Merkl, Chef der Oberpfälzer Basketballer. Seine Einschätzung lautet: "Wenn vor 1. April nicht gespielt werden kann, wird die Saison abgebrochen." Was dann im Übrigen auch für alle Spielklassen im Bezirk Oberpfalz gelten würde. "Wir haben im Bezirk beschlossen, uns den Entscheidungen im Verband anzuschließen", erklärt Merkl. BBV-Sportreferent Robert Daumann hat für 15. Januar eine Videokonferenz zum Thema "Weiterführung des Spielbetriebs" angesetzt.

Handball

Der Handballbezirk Ostbayern hat sich, wie eigentlich alle anderen Bezirke im Bayerischen Handballverband (BHV), eine Frist gesetzt. Der Spielbetrieb muss bis spätestens 28. Februar wieder aufgenommen werden, um die geplante Einfachrunde in den einzelnen Ligen durchziehen zu können. "Sonst schaffen wir das von den Terminen her nicht", sagt Bezirksvorsitzender Lothar Rauscher. Einen Ad-hoc-Einstieg in die Punktspiele ohne Vorbereitungszeit wird es nicht geben. "Die Mannschaften brauchen eine mindestens drei- bis vierwöchige Trainingsphase", betont Rauscher.

Die Rechnung ist damit einfach: Sollte die Politik den Lockdown bis über den 31. Januar hinaus verlängern, wie allgemein erwartet wird, ist die Sache gegessen. "Dann brechen wir die Saison ab", erklärt der Bezirkschef, der eher pessimistisch ist: "Ich glaube nicht, dass wir noch eine Einfachrunde spielen." Die aktuellen Ligen würden dann wohl in die nächste Spielzeit übertragen. Zur Ermittlung von möglichen Aufsteigern zur Verbandsebene könnte im Mai/Juni ein Turnier stattfinden.

Für Bayern- und Landesliga (Damen/Herren) liegt bereits ein so genanntes Best Case-Szenario vor, das ebenfalls einen Start Ende Februar vorsieht. Dann wird aber nur noch eine Einfachrunde gespielt werden, die bis Ende Juli beendet sein soll. Ein Alternativ-Szenario sieht vier Spielwochenenden in Turnierform vor. Sollte auch hier bis 9. Mai kein Anpfiff erfolgen können, tritt die dritte Variante in Kraft: Saisonabbruch.

Die bayerischen Sportkegler haben aus dem fortwährenden Lockdown ihre Konsequenzen gezogen

Weiden in der Oberpfalz

Volleyball

Der Bayerische Volleyballverband (BVV) hat den Spielbetrieb vorerst bis 31. Januar auf Eis gelegt. Spätestens nächste Woche will der Landesspielausschuss tagen und über das weitere Vorgehen beraten. Drei Möglichkeiten sind dabei denkbar:

1. Der Spielbetrieb bleibt bis auf Weiteres zunächst ausgesetzt.

2. Es wird ein neuer Spielmodus, eventuell in Form einer Einfachrunde, beschlossen.

3. Die Saison 2020/21 wird vorzeitig abgebrochen.

"Der Saisonabbruch wäre der schlimmste Fall", sagt Hans Kleiner. Der BVV-Geschäftsführer will den Beratungen des Ausschusses aber nicht vorgreifen: "Welche Beschlüsse gefasst werden, ist aktuell offen."

Fußball

Als Freiluftsportart ist der Fußball scheinbar in einer komfortablen Lage. Aber auch hier wachsen die Sorgen mit jeder Meldung über Virusmutationen oder Lockdown-Verschärfungen. "Natürlich hoffen wir, dass Impfungen eine Verbesserung der Situation herbeiführen", sagt Thomas Graml. Aber der Vorsitzende des Fußballbezirks Oberpfalz ist auch Realist: "Es ist aktuell nur schwer vorstellbar, dass wir den Re-Start im März halten können." Auch die Fußballer planen mit einem vierwöchigen Trainingsvorlauf, eine Verkürzung ist laut Graml nicht diskutabel: "Jeder Trainer und Mediziner sagt, dass man diese Zeit zur Vorbereitung braucht."

Was die Planungen im Fußball erschwert, ist vor allem die unterschiedliche Zahl ausgetragener Spiele. Beispiel Bezirksliga Nord: Während der SV Raigering bereits 25 Spiele auf dem Konto und damit nur noch fünf Partien zu absolvieren hat, steht der SV Schwarzhofen bei gerade mal 18 Begegnungen und muss daher noch zwölf Mal antreten. "Herausfordernd" nennt Graml die Situation und setzt verstärkt auf Flutlichtspiele: "Die Vereine haben in Corona-Zeit hier nachgerüstet." Beliebig viel Zeit haben die Fußballer nicht. Das Saisonende ist am 15. Mai vorgesehen, als Option steht eine ein- bis dreiwöchige Saisonverlängerung im Raum. "In jedem Fall müssen wir bis spätestens Mitte April starten", stellt Graml klar, der an der Basis noch keine Resignation verspürt: "Die Vereine sind kämpferisch und wollen raus aus der Krise."

 

 

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