06.06.2020 - 12:14 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Bayerischer Fußball-Verband sagt Spielzeit 2020/21 ab

Aus der derzeit unterbrochenen Saison 2019/20 wird die Spielzeit 2019/21. Damit sichert sich der BFV die größtmögliche Flexibilität zur Beendigung der aktuellen Serie. Ob es am 1. September weitergehen kann, ist aber noch ungewiss.

Wie geht's weiter im bayerischen Amateurfußball? Das ist noch keineswegs sicher..
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Der Bayerische Fußball-Verband hat die Saison 2020/21 abgesagt. Das gab der BFV am Samstagmittag in einer Pressemitteilung bekannt. Somit ist die größtmögliche Flexibilität gegeben, die aktuelle Spielzeit unter allen Umständen zu Ende bringen zu können. Das Saisonende 2019/20 inklusive der Relegationsspiele ist für das Frühjahr 2021 vorgesehen, um die attraktivsten Spiele nicht bei möglicher schlechter Witterung austragen zu müssen, wie es in der Mitteilung weiter heißt. In der BFV-Nachricht wird auch bestätigt, was Pressesprecher Fabian Frühwirth tags zuvor bereits auf "kicker.de" verlautbaren ließ: Der geplante Wiederbeginn der aktuell unterbrochenen Saison am 1. September ist aufgrund von Signalen aus der Politik aktuell keineswegs gesichert. Die Pressemitteilung des Bayerischen Fußball-Verbands im Wortlaut:

"Die vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) infolge der pandemiebedingten Unterbrechung der laufenden Saison 2019/20 eingesetzte Lösungs-Arbeitsgruppe (LAG) Spielbetrieb Liga und Pokal Erwachsene hat ein erstes Etappenziel erreicht und ist zu der einstimmigen Entscheidung gelangt, dass die Saison 2020/21 bei Herren und Frauen aufgrund zeitlicher Gründe und fehlender Spieltermine nicht stattfinden kann. In zahlreichen LAG-Runden haben die Spielleiter des BFV gemeinsam mit mehr als 30 Vereinsvertretern aller Spielklassen-Ebenen zudem vorgeschlagen, das Spieljahr 2019/2020 bis zum 30.06.2021 zu verlängern. Der BFV-Vorstand hat diesen Vorschlag bereits bestätigt.

Der geregelte Spielbetrieb kann aufgrund der aktuellen Zwangspause frühestens ab September 2020 wieder aufgenommen werden. Für den Großteil der Ligen im Erwachsenenbereich stehen durchschnittlich noch zwischen zehn und bis zu 17 reguläre Ligen-Spieltermine an, hinzu kommen etwaige Platzierungs- und Entscheidungsspiele. Außerdem haben etliche Vereine noch Pokalspiele zu bestreiten.

Witterungsbedingt kann üblicherweise nur bis Mitte November gespielt werden – in einigen Regionen etwas länger, in anderen Regionen etwas kürzer. Es stehen somit maximal elf Wochenenden von Anfang September bis Mitte November als Spieltermine zur Verfügung. Dabei steht aktuell noch nicht fest, ob die staatlichen Verordnungen einen Spielbetrieb überhaupt ab September 2020 zulassen.

Spiele unter der Woche oder am Abend sind für viele Vereine und deren Amateurspieler nur im seltenen Einzelfall zu absolvieren; viele Klubs verfügen über kein spieltaugliches Flutlicht. Zudem stehen Arbeitnehmer aufgrund beruflicher Verpflichtungen an Wochentagen nicht uneingeschränkt zur Verfügung. „Selbst dann, wenn wir uns entscheiden, eine Saison unter Inkaufnahme etlicher Wochentags- und Abendspiele bis Dezember auf Biegen und Brechen durchzuziehen, wären das Saisonfinale und notwendige Entscheidungsspiele zur zuschauerunfreundlichen Zeit Ende November oder Anfang Dezember zu spielen. Hinzu kommt die große Gefahr, dass aufgrund witterungsbedingter Absagen das Spieljahr nicht zu beenden ist“, sagt Verbandsspielleiter Josef Janker.

Hier geht's zur Meldung, dass die aktuelle Spielzeit weiter ausgesetzt wird

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Die zuständigen Lösungs-Arbeitsgruppen unter mehrheitlicher Beteiligung von Vereinsvertretern haben sich deshalb dazu entschlossen, das Saisonfinale im Erwachsenenbereich in jedem Falle im Frühling 2021 durchzuführen und somit den Vereinen und deren Zuschauern gesicherte Termine für die attraktivsten Spiele des Jahres bieten zu können. „Allen Beteiligten war schnell klar, dass es die attraktivsten Spiele des Jahres nicht zur ungemütlichsten Jahreszeit geben kann. Von daher ist diese Entscheidung die richtige, weil sie im Sinne aller ist“, sagt Vizepräsidentin Silke Raml.

Natürlich muss auch dieser Rahmen-Terminplan unter den Vorbehalt des weiteren Verlaufs der Corona-Pandemie gestellt werden. Mit der Entscheidung, das Saisonfinale der Saison 2019/20 im Frühjahr 2021 auszutragen, gibt es auch möglicherweise benötigten Puffer für Quarantänezeiten einzelner Mannschaften oder behördlich angeordneter Schließungen von Sportvereinen oder Trainingsgeländen innerhalb eines Landkreises oder einer Stadt.

Durch diese Planung entsteht zum einen die benötigte Flexibilität, auf die unterschiedlichen Entwicklungen reagieren zu können, zum anderen wird – sollte es die Terminsituation erlauben – ein Zusatzangebot zum regulären Ligen-Spielbetrieb angeboten werden. Modelle hierzu werden in den nächsten Wochen, auch unterschiedlich nach Region oder Termindruck einer Liga, von den Spielleitern des Verbandes zusammen mit den Vereinsvertretern der jeweiligen Arbeitsgruppen erarbeitet. „Dabei ist klar, dass dieser zusätzliche Wettbewerb einen sportlichen Wert und damit eine Attraktivität besitzen muss und darüber hinaus Spielzeit für die Vereine bietet“, sagt BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher: „Das können beispielsweise ein modifizierter Pokalwettbewerb mit Gruppenspielen oder aber auch eine Art Play-off-Runde sein. Mit Modellen wie etwa diesen wird sich die LAG nun beschäftigen. Gedankenspiele sind in jedwede Richtung erlaubt und ausdrücklich erwünscht. Verschiedene Varianten können passgenau auf die Anzahl der unterschiedlich noch zur Verfügung stehenden Spieltage in den jeweiligen Regionen entwickelt werden.“

Dabei kann individuell auf regionale Besonderheiten hinsichtlich Spielklassengröße, Wetterprognosen und gemeinsam entwickelte Wünsche eingegangen werden. Die Kreise erhalten damit in ihrem Bereich eine hohe Flexibilität und können auch die Vereine bei der Gestaltung mit ins Boot nehmen. Die Situation im Junioren- und Juniorinnenspielbetrieb wird in wenigen Tagen mitgeteilt."

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