28.07.2020 - 17:29 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Blue Devils gegen ERSC Amberg: Eis-Zeit beginnt mit Nachbarderby

Es sind auch für die Blue Devils schwere Tage. Eine normale Saisonplanung ist nicht möglich. Zuletzt ist auch ein Hauptsponsor abgesprungen. Die Verantwortlichen bleiben dennoch zuversichtlich.

Sie tauschten sich übers Eishockey in Weiden aus (von links): Franz Vodermeier, Geschäftsführer der Blue-Devils-Spielbetriebs GmbH, Markus Emmerich, von den Freien Wählern Weiden, Thomas Siller, Vorsitzender 1. EV Weiden, Bernhard Herzog von den Freien Wählern Weiden, Tobias Hacker, zweiter Vorsitzender EV, MdL Tobias Gotthardt (Freie Wähler) und MdL Bernhard Pohl (Freie Wähler).
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Beginnt die Saison in der Eishockey-Oberliga Süd wie momentan geplant am 16. Oktober? Wird der Start verschoben? Oder geht überhaupt nichts? Sind Zuschauer erlaubt? Und wenn ja, wie viele? Nehmen die Zuschauer die neue Situation mit Mundschutz und Abstandsregel an? Halten die Sponsoren dem 1. EV Weiden die Stange? Fragen über Fragen, mit denen sich Franz Vodermeier auseinander setzen muss. Auf all diese Fragen ging der Geschäftsführer der Blue-Devils-Spielbetriebs-GmbH bei einem Ortstermin mit Vertretern der Freien Wähler (FW) in der Hans-Schröpf-Arena ein.

Die Blue Devils in Corona-Zeiten

Weiden in der Oberpfalz

Möglichkeiten für die Jugend

Vodermeier stellte den Politikern den 750 Mitglieder zählenden 1. EV Weiden vor. Er betonte, dass es nicht nur um die Blue Devils in der Oberliga gehe, sondern auch um den Stammverein. "Die Jugend muss die Möglichkeiten bekommen zu trainieren und zu spielen, unabhängig von der ersten Mannschaft." Im Eishockey-Nachwuchs und in der Eiskunstlaufabteilung seien weit über 100 Kinder und Jugendliche aktiv.

Spiele auf Sprade TV

Das Hygiene- und Zuschauerkonzept steht, doch alles hänge von der Entwicklung der Corona-Fallzahlen und daraus resultierend von den Entscheidungen der Politik ab, sagte Vodermeier. Von den Stadtwerken Weiden gebe es die Zusage, dass bis zum 1. September das Eis bereitet werde. "Das erste Vorbereitungsspiel ist am 18. September geplant." Vorausgesetzt, es gibt grünes Licht der Behörden, treffen die Blue Devils an diesem Tag auf den Nachbarrivalen und Bayernliga-Aufsteiger ERSC Amberg. Für die Punktspiele gibt es eine Neuerung, denn die Partien der Blue Devils werden auf Sprade TV übertragen. Falls Zuschauer nach der Temperaturmessung abgewiesen werden, kann sich Vodermeier eventuell "einen Gutschein für Sprade TV" vorstellen.

Viele Unterstützer

Der GmbH-Geschäftsführer strich heraus, dass Eishockey die Sportart Nummer 1 in Weiden sei. Neben dem Sponsoring spielten die Zuschauereinnahmen mit etwa 50 Prozent des Budgets eine enorm wichtige Rolle. Mit dem Sponsoring sei es heuer natürlich schwierig. "Wir haben mit ATU einen Hauptsponsor verloren. Ein Einschnitt, den wir aber auffangen werden. Wir haben inzwischen elf Gesellschafter in der GmbH und viel Unterstützung durch Sponsoren", erklärte Vodermeier.

Hart würde den Verein ein Zuschauerausfall treffen, "der ohne staatliche Hilfe nicht aufzufangen wäre", betonte Vodermeier. Diesen Ball nahmen die beiden Landtagsabgeordneten der Freien Wähler, Bernhard Pohl und Tobias Gotthardt, auf. Die FW-Landtagsfraktion setzt sich für den Eishockey-Sport im Freistaat ein. "Wir müssen dringend etwas tun, sonst haben wir am Ende der Saison eine Schneise der Verwüstung. Wenn wir nichts tun, verlieren wir viele Vereine", malte Pohl ein düsteres Bild. Und er weiß um die Bedeutung der Zuschauer bei der Etatplanung. Von 1995 bis 2006 war der 55-Jährige Präsident des Zweit-Bundesligisten ESV Kaufbeuren. "Deshalb lag und liegt mir Eishockey immer speziell am Herzen."

Hohe Flexibilität nötig

Eine volle Arena werde in der kommenden Saison eine Wunschvorstellung sein, befürchtet der haushaltspolitische Sprecher der FW-Landtagsfraktion. Pohl ist überzeugt, dass eine hohe Flexibilität nötig sei. "Es kann sein, dass wir mit Zuschauern beginnen, dann ohne spielen und später wieder mit." Der Staat müsse aus seiner Sicht, die Vereine unterstützen.

Er sendete "vorsichtig positive Signale", mahnte dann aber im gleichen Atemzug: "Auch mit eventuellen Zuschüssen wird es eine harte Saison."

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