24.07.2020 - 16:22 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Hygienekonzept der Blue Devils steht: Jetzt muss nur das Coronavirus mitspielen

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Die Planungen für die Oberliga-Saison 2020/21 laufen bei den Vereinen und beim Deutschen Eishockey-Bund auf Hochtouren. Aber unter Vorbehalt, denn Saisonstart und Zulassung von Zuschauern hängen von der Entwicklung der Corona-Pandemie ab.

Franz Vodermeier, Geschäftsführer der Blue-Devils-Spielbetriebs-GmbH, mit dem Meterstab im Stadion: Das Hygiene- und Zuschauerkonzept für die Weidener Hans-Schröpf-Arena steht.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Der Saisonstart in der Eishockey-Oberliga Süd ist für Freitag, 16. Oktober, geplant. Der Spielplan sei bereits in Arbeit, bestätigte Franz Vodermeier nach der jüngsten Videokonferenz des DEB mit den 13 Vereinen am Mittwoch. "Das ist der Stand jetzt, aber das kann sich sehr schnell ändern", weiß der Geschäftsführer der Blue-Devils-Spielbetriebs-GmbH um lauernde Gefahren in Corona-Zeiten. "Wir können nur hoffen, dass die Infektionszahlen nach den Ferien nicht wieder nach oben gehen. Eine zweite Welle im Herbst würde wahrscheinlich alles infrage stellen." Vodermeier betont zudem, dass letztlich die Politik und die Behörden vor Ort die Entscheidungen treffen.

Vier Ziele klar formuliert

Richtlinie für die Vereine ist das 80-seitige Hygiene- und Zuschauerkonzept des DEB. Es beschreibt die Rahmenbedingungen für einen Wiedereinstieg in den Trainings- und Spielbetrieb und versteht sich als Leitfaden für die Eishockey-Klubs von den Profiligen über den Nachwuchs bis hin zum Freizeit- und Breitensport. Gut zweieinhalb Monate hat die "Task Force Eishockey" daran gearbeitet. Neben dem DEB waren die DEL, die DEL2, die Ligen unter dem Dach des DEB, Experten aus der Medizin sowie Ausrüster beteiligt. Allem übergeordnet sind vier Ziele: die Ansteckungsgefahr zu reduzieren, die Krankheitsübertragung zu verhindern, eine effiziente Nachverfolgung der Kontaktpersonen sowie die Rückkehr zum Sportbetrieb unter Zuschauerbeteiligung.

Die Blue Devils basteln am Kader

Weiden in der Oberpfalz

Eisbereitung bis 1. September

Das Hygienekonzept für die Hans-Schröpf-Arena steht. Der 1. EV Weiden, der für die Jugendteams verantwortlich ist, die Blue-Devils-Spielbetriebs-GmbH und die Stadtwerke seien seit Mai im ständigem Austausch. "Alle sind kooperativ und sehr positiv eingestellt. Wir waren auch beim Oberbürgermeister", berichtete Vodermeier. Mit dem Stadion gebe es keine Schwierigkeiten, auch nicht mit dem Lüftungskonzept, das in der Nachbarstadt Amberg (wir berichteten) hohe Wellen schlägt. "Nach jetziger Sachlage gibt es in Weiden keine Probleme wie in Amberg", erklärte der GmbH-Geschäftsführer. Unter Berücksichtigung aller Aspekte, aber vorbehaltlich weiterer behördlicher Auflagen, hätten die Stadtwerke Weiden grundsätzlich die Zusage zum Trainings- und Spielbetrieb für die Saison 2020/21 erteilt. "Die Eisbereitung soll bis zum 1. September erfolgen", sagte Vodermeier. Die ersten Punktspiele seien bereits am 27. September für die U20-Junioren in der DNL3 geplant.

Wir können nur hoffen, dass die Infektionszahlen nach den Ferien nicht wieder nach oben gehen. Eine zweite Welle im Herbst würde wahrscheinlich alles infrage stellen.

Franz Vodermeier

"Spieler stehen in der Pflicht"

Vor dem Trainingsbeginn werde es umfassende Maßnahmen geben. "Die Spieler stehen in der Pflicht. Sie haben auch die klare Anweisung, im Urlaub vorsichtig zu sein. Für Spieler und Betreuer gibt es vor dem ersten Training Corona-Tests, zudem vor jedem Training Temperaturmessung und Befragung über den Gesundheitszustand", erläuterte Vodermeier.

Ein Schwerpunkt war in den vergangenen Wochen das Erarbeiten eines Zuschauerkonzepts für die Hans-Schröpf-Arena, zu dem auch ein Wegeplan (drei Ein-, fünf Ausgänge) gehört. Auch in den Katakomben wird eine Einbahnregelung für Spieler und Offizielle eingerichtet. Wegen der Nachverfolgung bei Infektionen wird es personalisierte Tickets bei Dauerkarten und Online-Verkauf geben. Für den Verkauf an der Abendkasse werden Formulare zur Personalisierung zur Verfügung gestellt. Bei den Besuchern werden zudem am Eingang Temperaturmessungen vorgenommen.

Seit Mai ist Vodermeier mit dem Meterstab im Stadion unterwegs, um ein Zuschauerkonzept zu erstellen. Bei der Zuschauerplanung sind der Pandemie-Level (siehe Hintergrund) und die Abstandsregel zu berücksichtigen. Stand jetzt planen die Blue Devils mit 625 Sitzplätzen (zwei Plätze belegt, zwei frei usw.) und 450 Stehplätzen (zwei Personen, 1,5 Meter Abstand usw.). "Beim Einsatz von FFP2-Masken ohne Ventil kann die Kapazität erhöht werden", sagt Vodermeier.

Wie bereits erwähnt, sind die Konzepte unter Vorbehalt zu betrachten. Bei allen Planungen muss das Coronavirus mitspielen.

Hintergrund:

Zuschauerkonzeption

Pandemie-Level hoch (über 35 Neuinfektionen pro Woche pro 100 000 Einwohner): keine Zuschauer

Pandemie-Level mitte (5 bis 35 Neuinfektionen): eingeschränkte Zulassung von Zuschauern unter zu definierenden Auflagen.

Pandemie-Level niedrig (unter 5 Neuinfektionen): sukzessive Rückkehr zum Normalbetrieb in Abstimmung zwischen der Blue-Devils-Spielbetriebs-GmbH, dem lokalen Gesundheitsamt, der Stadt Weiden und den Stadtwerken Weiden.

Der jeweilige lokale Pandemie-Level wird in Addition der 7-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner) aus dem Standort Weiden und der jeweils angrenzenden Landkreise berechnet. Stichtag für die jeweilige Betrachtung ist der Montag einer laufenden Woche, um im Normalfall genug Zeit zur Anpassung vor jedem Spieltag zu haben.

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