08.05.2020 - 18:41 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

"Endlich wieder Sinn" und "Blödsinn": Was sagen Amateure zum Bundesligastart

Der Profi-Fußball darf ab Mitte Mai wieder loslegen. Dahingegen müssen die Amateure noch warten. In unserer Umfrage erzählen Fußballer aus der Region, was sie von dieser Regelung halten.

Dominik Forster.
von Redaktion onetzProfil

Bei den Fußballern geht seit Wochen nichts - bei den Amateurfußballern. Die Profis haben's da gut. Thomas Müller und der FC Bayern München beispielsweise starten bei Union Berlin - denn schon nächste Woche ab dem 16. Mai geht es mit der Rest-Rückrunde weiter. Kleiner Wermutstropfen: Das Gipfeltreffen der Bundesliga zwischen der Borussia Dortmund und dem deutschen Rekordmeister fällt nun sicher auf einen Wochentag - am 26. oder 27. Mai. Die bayerischen Amateure hingegen dürfen frühestens ab 1. September auf den Platz. Ist das nicht ungerecht? Diese Ungleichbehandlung? Es sind doch alles Jungs und Mädels, die ihren Sport lieben. Wir haben uns bei fünf Fußballern aus der Region umgehört, wie sie diese Diskrepanz sehen. Herauszuhören ist natürlich, dass sie diesen Sport nicht nur auf dem grünen Rasen lieben, sondern auch vorm Fernseher. Aber es gibt auch kritische Töne.

Dominik Forster (FC Weiden-Ost)

„Ich sehe das gespalten. Als Fußballfanatiker bin ich natürlich froh, wenn Fußball läuft. Aber ob das so durchsetzbar ist, wie sie sich das vorstellen, weiß ich nicht“, sagt Dominik Forster. „Wenn die Klubs und die DFL das in Sachen Hygienevorschriften so handhaben können, wie sie sich das vorstellen, wäre das in Ordnung. Am Profifußball hängen auch jede Menge Arbeitsplätze. Ich werde mir die Spiele, soweit es geht, anschauen.“ Das sei ein bisschen Ablenkung für die Leute und ein Schritt zurück in die Normalität. „Ein bisschen negativ sehe ich die Ungleichbehandlung zu uns Amateurfußballern. Wir sind alles Menschen, aber die Profis werden da schon etwas privilegiert.“

Bastian Lobinger (SpVgg Pfreimd)

Bastian Lobinger.

„Zunächst war ich geteilter Meinung. Ich dachte mir, für Fußball sollten keine Test herangezogen werden. Aber es gibt ja anscheinend genügend Testmöglichkeiten“, erklärt Bastian Lobinger. „Jetzt freue ich mich, dass es weitergeht, auch wenn es nur Geisterspiele sind. Das ist besser als nichts.“ Das DFL-Sicherheitskonzept halte er für geeignet, die Spieler würden ja quasi wie in Quarantäne leben. Freilich gehe es auch ums Geld, aber darum gehe es schon immer. „Ich bin froh, dass man sich durch Fernsehschauen ablenken kann. Die Befürchtung, dass sich Fans vor den Stadien ansammeln habe ich schon, da kann man nur an die Vernunft der Fußball-Anhänger appellieren.“

Martin Kratzer (SV Raigering)

Martin Kratzer.

„Mich freut es, dass wieder Fußball im Fernsehen kommt, wenn man selbst schon nicht aktiv sein kann“, sagt der Trainer des SV Raigering. Die Saison müsse unbedingt zu Ende gespielt werden, denn etliche Vereine haben es finanziell dringend nötig: „Es geht ums Geld, um die Fernsehgelder, um nichts anderes.“ Dass Fußballprofis auf der anderen Seite überbezahlt seien, „über das reden wir seit zehn Jahren. Dass sie auf mehr verzichten könnten, ist klar. Aber auf der anderen Seite müssen die Verträge eingehalten werden.“ Es hänge davon ab, bei welchem Verein einer spielt: „Der FC Bayern kann immer bezahlen, bei Schalke würde es Sinn machen, dass sie verzichten.“

Bastian Popp (FC Tirschenreuth)

Bastian Popp.

„Ich bin froh, der Samstagnachmittag hat wieder einen Sinn. Es ist ein bisschen ein Zurück in die Normalität. Bevor wir anfangen, ist doch logisch, dass die Profis beginnen“, meint Bastian Popp. „Geisterspiele sind natürlich gewöhnungsbedürftig, aber besser, als wenn nichts zu sehen ist.“ Als Bayern-Fan freue er sich schon auf das Spiel bei Union Berlin. „Ich denke, es werden auch einige Spiele im Free-TV laufen, damit sich die Leute die Partien alleine anschauen können und nicht versammeln. So lange keine Tests verschwendet werden oder anderswo fehlen, finde ich das auch aus moralischer Sicht in Ordnung. Wenn alles nicht vertretbar wäre, hätte das die Politik nie erlaubt.“

Johnny Richter (SVL Traßlberg)

Johnny Richter.

Für einen „absoluten Blödsinn“ hält Richter den Start der Bundesliga, denn die Amateure dürfen ja auch nicht ran an den Ball. Seine klare Meinung: „Solange der Amateurbereich nicht spielen darf, darf keiner spielen.“ Nur weil es bei den Profis um Millionen Euros gehe, müssten extra Schutzmaßnahmen getroffen werden. Die Vereine würden wieder Millionen scheffeln durch die Fernseheinnahmen, aber an die Gesundheit der Spieler denke keiner. Als Vorbild-Beispiel nennt der SVL-Mann Frankreich: „Da spielt die teuerste Liga der Welt auch nicht mehr.“ Alleine wegen des Geldes die Gesundheit in den Hintergrund zu stellen, findet er nicht gut.

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