Weiden in der Oberpfalz
08.05.2025 - 12:39 Uhr
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Förderung für die Zukunft: Oberpfälzer Sportstipendium geht an zwei junge Athleten

Manuel Joachimstaler und Linda Schlierf sind die ersten Empfänger des neu geschaffenen Sportstipendiums der Oberpfalz. Die Förderung soll jungen Talenten gezielt den Weg ebnen. So lief die Auswahl und so geht es jetzt weiter.

Als Manuel Joachimstaler vom klingelnden Handy im Trainingslager am Gardasee gestört wurde, verlor er vor Schreck beinahe den Halt auf seinem Mountainbike. Wenige Sekunden später konnte der 24-Jährige vom SV Altenstadt/WN sein Glück kaum fassen – er war einer der ersten beiden Empfänger des neu geschaffenen Oberpfälzer Sportstipendiums. Auch die zweite Stipendiatin, die 16-jährige Skilangläuferin Linda Schlierf (SCMK Hirschau) aus Amberg, rang bei Wolfs Anruf noch mit der Realität der frohen Botschaft. Die Szenen, so schilderte sie Initiator Christian Wolf, seien sinnbildlich für die Bedeutung der Förderung für die beiden Nachwuchssportler. Wolf ist Geschäftsführer der HOHPE GmbH (Home of Health and Performance) in Weiden und hat das Projekt in Kooperation mit der OTH Amberg-Weiden ins Leben gerufen.

Dass es am Ende gleich zwei geförderte Athleten geworden sind, war so ursprünglich nicht vorgesehen. Eigentlich war geplant, lediglich eine Person mit dem ersten Sportstipendium der Oberpfalz zu unterstützen. Doch das Interesse war groß: „Mit knapp über 50 Bewerbungen waren wir eigentlich zufrieden“, erklärt Initiator Christian Wolf. Zwar sei nicht jede Einsendung auf dem gewünschten Niveau gewesen, dennoch zeige die Zahl, wie hoch der Bedarf an gezielter Nachwuchsförderung in der Region sei. „Ich glaube einfach, dass viele ihr Licht unter den Scheffel stellen. Eine Bewerbung tut generell nicht weh“, so Wolf augenzwinkernd.

Fördersumme wird geteilt

Die Entscheidung, das ursprünglich auf eine Person zugeschnittene Stipendium auf zwei Schultern zu verteilen, fiel schließlich in Rücksprache mit dem Auswahlgremium. In dieser Jury saßen sowohl Vertreter der beiden Sponsoren als auch ein Vertreter des Zentrums für Leistungsdiagnostik und Sportmedizin. „Wir wollten zwei Athleten die Chance geben, weil wir glauben, dass mit dieser Unterstützung beiden geholfen werden kann.“ Die zur Verfügung stehende Fördersumme von insgesamt 3.000 Euro wird dabei nicht verdoppelt, sondern fair zwischen beiden Talenten aufgeteilt. Wolf machte allerdings direkt bei der Verkündung deutlich, dass die Freude über die Auswahl bei den Nachwuchssportlern überwog – nicht etwa Enttäuschung über die Teilung der Summe.

Ermöglicht wurde das Stipendium im Übrigen durch die finanzielle Unterstützung der Sparkasse Oberpfalz Nord und BHS Corrugated. Zusätzlich zur finanziellen Förderung erhalten die Stipendiaten Zugang zum Zentrum für Leistungsdiagnostik und Sportmedizin (ZLS) an der OTH in Weiden. Dort werden bereits Spitzensportler wie die Eishockeyspieler der Blue Devils Weiden und der Selber Wölfe sowie national bekannte Leichtathleten und Fußballprofis, darunter Moritz Leitner, betreut.

Keine leichte Wahl

Die Auswahl selbst sei keineswegs leicht gefallen, betont Wolf. Es habe intensive Diskussionen darüber gegeben, nach welchen Kriterien man vorgehen wolle – etwa, wie stark der regionale Bezug in die Entscheidung einfließt oder inwieweit das sportliche Potenzial zukunftsweisend ist. Am Ende habe man sich auf mehrere Schlüsselfaktoren geeinigt: Wichtig sei vor allem die Verwurzelung in der Oberpfalz, eine zentrale Wohnlage in der Region, ein aussagekräftiger sportlicher Lebenslauf und ein authentisches Bewerbungsanschreiben. „Wir wollten mit dieser Auswahl bewusst auch abseits des Mainstreams fördern. Dieses Stipendium soll ein Anschub sein – ein Impuls, um Talente auf ihrem Weg zu bestärken und langfristig weiterzuentwickeln.“

Wie es mit dem Sportstipendium langfristig weitergeht, ist noch offen – bewusst offen. Fürs Erste ist die Förderung auf ein Jahr angelegt, doch eine finale Definition der Laufzeit und der konkreten Leistungen gegenüber Partnern steht noch aus. „Wir sehen uns die Entwicklung generell an“, sagt Christian Wolf. Persönlich könne er sich gut vorstellen, das Stipendium künftig im Zwei-Jahres-Rhythmus zu vergeben. Doch zunächst soll das Pilotprojekt seine Wirkung entfalten – sowohl für die geförderten Sportler als auch für die beteiligten Unterstützer.

Konkret bedeutet das: In den kommenden Wochen wird es persönliche Gespräche mit den beiden Stipendiaten geben, um die individuelle Ausgestaltung der Förderung festzulegen. „Wir werden uns mit beiden in Terminen über die möglichen Unterstützungsmöglichkeiten unterhalten. Beide haben sowohl schon am Telefon als auch in der Bewerbung durchklingen lassen, wo der Schuh drückt“, so Wolf. Ziel sei es, die Förderung nicht nur pauschal auszuschütten, sondern gezielt dort anzusetzen, wo sie den größten Effekt hat – sei es bei Materialbeschaffung, Reisekosten oder Trainingsbedingungen.

Gerade hier sieht Wolf auch Chancen für weitere Kooperationen: „Ich ermutige generell noch mehr Unternehmen, die so ein Projekt unterstützen wollen, sich zu melden. Zusammen bewegt man in der Oberpfalz doch meistens mehr.“ Am Ende, so sein Fazit, gehe es darum, die nächste Generation von Sportlern nicht nur zu sehen – sondern aktiv zu begleiten.

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