31.10.2021 - 20:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Josef Rodler trifft in der Nachspielzeit: SpVgg SV bleibt ungeschlagen

Mehr Moral geht nicht: Bis in die Nachspielzeit hinein scheint die erste Saisonpleite der SpVgg SV Weiden besiegelt. Doch dann trifft ein Weidener Stürmer zum zweiten Mal im Landesliga-Spitzenspiel und lässt die Schwarz-Blauen jubeln.

Josef Rodler (rechts) jubelt mit Fabian Helleder (links) und Sven Kopp (hinten) über sein Tor zum 2:2-Ausgleich im Spitzenspiel bei Fortuna Regensburg. Rodler hatte zuvor bereits per Elfmeter den Anschlusstreffer erzielt.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Dieser Mann ist nicht nur fix, wenn es ums Toreschießen geht. Als Josef Rodler in der zweiten Minute der Nachspielzeit das Leder zum 2:2-Ausgleich im gegnerischen Kasten versenkte, war er von seinen Mannschaftskameraden kaum zu stoppen. Ein rasanter Sprint zur Tribüne, ein kurzer Gruß an die gegnerischen Fans, erst dann ging die Party mit den Teamkollegen auf dem Platz so richtig ab.

"Der Josef, der ist einfach ein Schlitzohr", sagte Weidens Trainer Andreas Scheler nach dem Schlusspfiff und dem 2:2 beim Verfolger SV Fortuna Regensburg über seinen Angreifer. Der Trainer weiß, was er an Rodler hat: "Er macht Tore, die man vielleicht gar nicht erwartet." Der Stürmer selbst, der kurz vor der Halbzeit bereits den Weidener Anschlusstreffer per an ihm verwirkten Foulelfmeter erzielt hatte, wollte seinen Doppelerfolg nicht als persönlichen Verdienst bewertet wissen. "Auf dem kleinen Platz war es sauschwer zu spielen", meinte Rodler. "Wir haben als Mannschaft aber trotz des Rückstands nie aufgegeben und uns den Punkt letztlich verdient."

Dabei sah es in der Anfangsphase ganz und gar nicht danach aus, als ob die Gäste ihren Acht-Punkte-Vorsprung auf die Fortunen verteidigen könnten. Der Tabellenzweite attackierte von Beginn an und setzte den Spitzenreiter sofort unter Druck. Auf dem engen Platz praktizierte der Gastgeber ein schnörkelloses Spiels mit vielen langen Bällen in den gegnerischen Strafraum. Und mit dieser Spielweise kam die SpVgg SV zunächst überhaupt nicht zurecht. Gut eine Viertelstunde war absolviert, da lagen die Schwarz-Blauen bereits 0:2 hinten. Der flinke Fortuna-Torjäger Philip Bockes, auf den Scheler Niklas Lang als Gegenspieler angesetzt hatte, traf mit einem Schuss ins rechte untere Eck zur Regensburger Führung (13.), gerade mal vier Minuten später erhöhte Arlind Morina per Fallrückzieher auf 2:0 (17.).

Auch wenn danach der Regensburger Schwung etwas erlahmte, kam die Wasserwerkelf nur mühsam in die Partie. Großchancen blieben für die Wasserwerkelf Mangelware – bis zur 43. Minute: Fortuna-Verteidiger Tobias Zöllner traf Josef Rodler im Strafraum unbeholfen am Knöchel, was der Schiedsrichter sofort mit einem Elfmeterpfiff ahndete. Rodler trat selbst an und verwandelte zum 2:1-Anschlusstreffer.

Nach dem Wechsel dann ein völlig anderes Bild: Die Überlegenheit des Gastgebers war komplett dahin, weil der Tabellenführer alle Zurückhaltung aufgab, das Pressing forcierte und nun die Spielweise des Gegners imitierte. Weiden versuchte mit weiten Bällen hinter die letzte Linie des Gegners zu kommen, was die Fortuna-Abwehr mächtig in Bedrängnis brachte. "Wir haben nur noch versucht, das Ergebnis zu halten", ärgerte sich Fortuna-Coach Helmut Zeiml. Die beste Chance zum Ausgleich hatte Stefan Graf, dessen Schuss aus elf Meter parierte jedoch SV-Keeper Daniel Hanke.

Versäumtes holte dann aber Josef Rodler nach. 30, 40 Meter war das Leder in der Luft, als es bei Josef Rodler landete. Eine perfekte Annahme, eine geschickte Drehung und die Kugel zappelte zum Ausgleich im Netz (90.+2). "Wir sind immer fähig, ein Tor zu machen. Das ist unsere Mentalität", lobte Scheler das Auftreten in Halbzeit zwei. "Da waren wir wesentlich präsenter als in den ersten 45 Minuten." Das Unentschieden ordnete Scheler als "gut für die Psyche" ein: "Es war wichtig, ohne Niederlage zu bleiben. Außerdem haben wir jetzt auch den direkten Vergleich gegenüber Fortuna Regensburg gewonnen."

SV Fortuna Regensburg: Hanke, Feuersänger, Zöllner, Dziemba, Schmitt, Altenstrasser, Terakaj (88. Radoncic), Arber Morina, Ditandy (82. Novakovic), Bockes, Arlind Morina

SpVgg SV Weiden: Heisig, Lang, Kopp, Helleder, Zeitler, Özbay (46. Nocerino), Chousein (19. Behnke), Graf, Heinl (65. Kipry), Werner, Rodler

Tore: 1:0 (13.) Philip Bockes, 2:0 (17.) Arlind Morina, 2:1 (43./Foulelfmeter) Josef Rodler, 2:2 (90.+2) Josef Rodler – SR: Patrick Höpfler – Zuschauer: 350 – Gelb-Rot: (90.+3) Arlind Morina (Fortuna), (90.+3) Werner (SpVgg SV)

Fortuna will unbedingt das Spitzenspiel gewinnen

Weiden in der Oberpfalz

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.