11.02.2020 - 16:51 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Jürgen Klinsmann: Respektloser Rückzug

Jürgen Klinsmann sorgt für eine Premiere: Per Facebook gibt der Fußball-Weltmeister von 1990 seinen Rücktritt als Trainer bei Hertha BSC bekannt. Nicht die feine Art, sondern respektlos, wie Sport-Ressortleiter Alfred Schwarzmeier meint.

Jürgen Klinsmann verabschiedete sich lapidar mit einem Facebook-Eintrag von seinem Traineramt bei Hertha BSC.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil
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Als Hertha BSC Ende November 2019 zur Pressekonferenz einlud, schwebte der krisengeschüttelte Bundesligist auf Wolke sieben. Mit Jürgen Klinsmann schien der Messias gefunden, einer, der die "alte Dame" runderneuern und endlich in eine glorreiche Zukunft führen würde.

Leider sind Heilsbringer extrem selten auf dieser Welt. Und wenn es sie speziell im Fußball tatsächlich geben sollte, dann fabulieren sie nicht von einem "Projekt Hertha", setzen auf die Schnelle mit Wintertransfers rund 80 Millionen Euro in den Sand und verabschieden sich kurzerhand, wenn's halt dann doch nicht so läuft. Noch dazu per Facebook-Eintrag. Ganz lapidar und nebenbei, als ob man eine plötzlich unliebsame Aufgabe einfach so im Müll entsorgen könnte.

Seine Begründung - fehlender Rückhalt, mangelndes Vertrauen - kann sich Jürgen Klinsmann schenken. Die Art und Weise, wie der Weltmeister von 1990 die Berliner in Stich lässt, ist schlichtweg unverschämt und respektlos. Lothar Matthäus hat schon viel Nonsens verzapft, aber in diesem Fall bringt er es auf den Punkt: Nach diesem Fehltritt wird Klinsmann im deutschen Profifußball so schnell kein Bein mehr auf den Boden bekommen. Und auch mit der Rolle des Heilsbringers ist es ein für allemal vorbei.

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