03.06.2020 - 21:08 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Kommentar: Endlich mündige Fußball-Profis

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"Justice for George" auf der Armbinde, "Justice for George Floyd" auf dem T-Shirt: Der DFB wertete diese Spieler-Botschaften nicht als (verbotenes) politisches Statement. Eine richtige Entscheidung, kommentiert Sportredakteur Fabian Leeb.

Jadon Sanchos (Borussia Dortmund) stiller Protest.
von Fabian Leeb Kontakt Profil
Kommentar

Der Deutsche Fußball-Bund verbietet allen Spielern in seinem Regelwerk politische Botschaften, und doch ist die Nicht-Bestrafung für Jadon Sancho, Weston McKennie und Co. die einzig vertretbare Entscheidung. Der stille und individuelle, aber wirkungsvolle Protest der Profis gegen die brutale Polizeigewalt in den USA und den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd ist kein politisches Statement, sondern ein Zeichen gegen jedwede Form von Rassismus. Und somit ein nur allzu menschliches Anliegen. Dieses zu sanktionieren, hätte jede Anti-Rassismus-Kampagne des Verbands, da möchte sie noch so PR-wirksam inszeniert sein, ad absurdum geführt. Vielmehr tun derart mündige Akteure einer Branche gut, die sich ansonsten über glattgebügelte, inhaltsleere und somit beliebig austauschbare Nicht-Statements definiert. Ein selbst bemaltes T-Shirt hier, eine mit Edding beschriftete Armbinde da – alles eindrucksvoller als die 1000. Instagram-Story über Friseur-Besuche oder die nächste PS-schwangere Protzkarre. Die Bundesliga genießt derzeit weltweit eine coronabedingte Ausnahmestellung: Niemand hat diesen Fokus bislang wirksamer genutzt als McKennie, Sancho und Co.

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