23.03.2021 - 17:25 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Kommentar: Saison der Blue Devils eine einzige Enttäuschung

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Trotz größerer finanzieller Möglichkeiten und eines, zumindest auf dem Papier, besser besetzten Kaders blieb der Weidener Eishockey-Oberligist weit hinter den Erwartungen zurück, kommentiert Sportredakteur Rudi Gebert.

Kapitän Ralf Herbst (rechts) und die Blue Devils Weiden konnten die Erwartungen in der vergangenen Saison nicht erfüllen.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil
Kommentar

Da gibt es keine zwei Meinungen: Die Oberliga-Saison 2020/21 war für die Blue Devils eine einzige Enttäuschung, Anspruch und Wirklichkeit klafften meilenweit auseinander. GmbH-Geschäftsführer Franz Vodermeier hatte als Ziel einen „Top 6“-Platz ausgegeben. Der Sportliche Leiter und Ex-Trainer Ken Latta hatte zwar „nur“ vom Erreichen der Play-offs gesprochen, was sogar über die erst während der Saison geschaffenen Pre-Play-offs noch möglich gewesen wäre. Doch selbst Latta hatte sicher nicht ernsthaft Rang 10, einen Platz schlechter als im Vorjahr, auf der Rechnung.

Ausreden en masse

Trotz der größeren finanziellen Möglichkeiten und einer auf dem Papier stärkeren Mannschaft blieben die Blue Devils vieles schuldig. Natürlich spielte die verkorkste Vorbereitung mit der Corona-Quarantäne eine Rolle. Doch vom Virus wurden im Saisonverlauf, mit Ausnahme von zwei Vereinen, auch alle anderen Klubs für zwei, drei Wochen mattgesetzt. Latta wurde aber nicht müde, immer und immer wieder die Quarantäne im Oktober 2020 als Alibi für die schwachen Leistungen heranzuziehen. Ein Alibi wie in den Jahren zuvor: Vor der Saison 2018/19 war es die Crowdfunding-Aktion, welche erst spät die Planungen zuließ, 2019/20 der dünne und qualitativ Kader zu schwach besetzte Kader – und nun Corona.

Vielleicht lag es aber daran, dass es Latta nicht gelang, aus einer Ansammlung von eigentlich guten Einzelspielern ein funktionierendes Team zu formen. Seit drei Jahren war irgendwie keine Entwicklung zu erkennen: keine Konstanz, kein Spielaufbau, kaum ein gelungenes Kombinationsspiel. Ausgenommen aus der Kritik ist der von Latta als Interimstrainer geholte Kim Collins, der in den wenigen Wochen nicht viel ändern konnte. Der Super-GAU war Mitte Dezember die schwere Verletzung von Spielmacher Tomas Rubes. Als letzte kreative Kraft blieb der Lette Edgars Homjakovs übrig. Der Topscorer setzte beinahe als Einzelkämpfer spielerische Akzente, der Rest war „Rumpel-Hockey: Die Scheibe in die Ecke schlagen und hinterherhetzen.

Höchstens durchschnittliche Übersee-Importe

Auch mit den personellen Ergänzungen ab Dezember hatte Latta kein glückliches Händchen, mit einer Ausnahme: Dennis Thielsch erwies sich als echte Verstärkung. Der Kanadier Lewis Zerter-Gossage konnte Tomas Rubes nicht einmal ansatzweise ersetzen. Nach Christian Ouellet und Chase Clayton der nächste allenfalls durchschnittliche Übersee-Import. Auch Alec Zawatsky und der ehemalige DEL-Spieler Neal Samanski kamen über Mitläufer-Rollen nicht hinaus. Diese Rollen hätten auch Philipp Siller oder Marco Pronath, die zum Ende hin nicht mehr berücksichtigt wurden, einnehmen können. Die einheimischen Spieler wären zudem die preisgünstigere Lösung gewesen. Das Papier „Vision 2025“ mit dem langfristigen Ziel Aufstieg in die DEL2, beinhaltet für die Saison 2021/22 einen „Top 4“-Platz. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Personalien – neuer Trainer und Zusammenstellung der Mannschaft – hundertprozentig sitzen.

Die Saisonbilanz 2020/21 der Blue Devils Weiden

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