23.03.2021 - 17:25 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Saisonbilanz der Blue Devils: Zu abhängig von Tomas Rubes

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Mit dem erhofften Schritt nach vorne wurde es nichts. Statt unter den „Top 6“ der Eishockey-Oberliga-Süd landeten die Blue Devils auf Rang 10. Das Coronavirus behinderte den Start und setzte den Schlusspunkt einer enttäuschenden Saison.

Der lettische Nationalspieler Edgars Homjakovs (rechts) war der Topscorer in der vergangenen Saison für die Blue Devils Weiden.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Nach Platz 9 und dem Verpassen der Play-offs in der vergangenen Saison hatte Franz Vodermeier vor der Spielzeit 2020/21 klare Vorstellungen. „Das Ziel sind viele Siege und ein Platz unter den Top 6“, hatte der GmbH-Geschäftsführer vor dem Saisonstart im Gespräch mit Oberpfalz-Medien gesagt. Statt der direkten Play-off-Qualifikation wurde es aber nur Platz 10, auch der Trainerwechsel Anfang Februar (Kim Collins für Ken Latta) änderte nichts mehr. Die Chance, über die Pre-Play-offs doch noch ins Viertelfinale einzuziehen, raubte den Blue Devils schließlich das Coronavirus.

„Das Ziel sind viele Siege und ein Platz unter den Top 6.“

GmbH-Geschäftsführer Franz Vodermeier vor dem Saisonstart

Die Pandemie hatte im Oktober 2020 erstmals zugeschlagen. Nach wenigen Tagen der Vorbereitung mussten die Blue Devils in Quarantäne, von einem optimalen Saisonstart konnte keine Rede sein. Den Misserfolg nur mit Corona zu begründen, geht aber an der Wahrheit vorbei, denn außer den Selber Wölfen und dem EV Füssen waren alle Oberligisten betroffen. Ein Fazit zum enttäuschenden Abschneiden sowie ein Ausblick auf die kommende Saison war von den Verantwortlichen nicht zu bekommen. „Ein Fazit ziehe ich heute noch nicht. Da müssen wir uns erst zusammensetzen und alles besprechen“, erklärte Vodermeier. Der GmbH-Boss bestätigte lediglich, dass der Tscheche Tomas Rubes, der nach einer Mitte Dezember erlittenen Verletzung inzwischen an der Schulter operiert wurde, einen Vertrag für die nächste Saison hat. Der Sportliche Leiter Ken Latta war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

DEL-Leihgaben helfen kurzzeitig

Schwächen in allen Mannschaftsteilen verhinderten eine erfolgreichere Saison: kein überragender Goalie, zu viele Fehler in der Defensivarbeit, spielerische Defizite im Offensivspiel und die mangelnde Chancenverwertung. Dabei hatte es trotz der verkorksten Vorbereitung nicht einmal so schlecht begonnen. Da waren aber auch die Straubinger DEL-Leihgaben Adrian Klein und Nick Latta sowie Tomas Rubes noch im Einsatz.

Zwischen den Pfosten war die Hoffnung groß, mit Philip Lehr und Luca Endres das Torwart-Problem der letzten Jahre zu beheben. Während Lehr von wenigen Ausnahmen abgesehen enttäuschte, bekam aber auch der stärkere Endres nicht das Vertrauen als klare Nummer 1. Es gab wieder das übliche Wechselspiel. Positiv war das Engagement von Förderlizenzgoalie Timon Bätge, der seine Arbeit ordentlich erledigte.

Routiniers noch die auffälligsten

Bei den Abwehrspielern mangelte es am konsequenten Abräumen vor dem eigenen Kasten und am Spielaufbau. Den besten Eindruck hinterließen noch die Routiniers Ralf Herbst und Barry Noe. Während Mirko Schreyer solide spielte, blieb Neuzugang Dominik Müller hinter den Erwartungen. Auch Adam Schusser war kein Leistungsträger. Für Magnus Enk und Raul Jakob ist die Oberliga (noch) eine Nummer zu groß. Im Angriff konnten nur die Kontingentspieler Tomas Rubes und Topscorer Edgars Homjakovs sowie der nachverpflichtete Dennis Thielsch spielerische Akzente setzen. Der Rest kämpfte, war stets bemüht, mehr aber auch nicht.

Nach der schweren Schulterverletzung von Rubes fehlte der „Kopf der Mannschaft“. Das drückt sich auch in den erzielten Punkten aus. In 14 Spielen mit dem gesunden Tschechen holten die Blue Devils 21 Punkte. In 5 weiteren Partien, in denen Rubes trotz Verletzung auflief, gab es 7 Zähler – also 28 in 19 Begegnungen. In den 15 Spielen ohne Rubes reichte es trotz personeller Aufrüstung durch Nordamerikaner nur noch zu 15 Punkten. Es bleibt also zu hoffen, dass Rubes im Herbst hundertprozentig fit zurückkehrt.

Kommentar zum Saison-Abschneiden der Blue Devils Weiden

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Hintergrund:

Die Saison 2020/21 der Blue Devils in der Statistik

  • Gesamtbilanz (34 Spiele): 10. Platz, 122:128 Tore, 43 Punkte (1,26 im Schnitt), 16 Siege (davon 4 nach Verlängerung und 1 nach Penaltyschießen), 18 Niederlagen
  • Heimbilanz (17 Spiele): 10. Platz, 65:69 Tore, 22 Punkte (1,29 im Schnitt), 8 Siege (davon 1 nach Verlängerung und 1 nach Penaltyschießen), 9 Niederlagen
  • Auswärtsbilanz (17 Spiele): 8. Platz, 57:59 Tore, 21 Punkte (1,24 im Schnitt), 8 Siege (davon 3 nach Verlängerung), 9 Niederlagen
  • Topscorer: Edgars Homjakovs 33 Spiele, 59 Punkte (28 Tore + 31 Assists), Viertbester der Oberliga Süd; Dennis Palka 34 Spiele, 33 Punkte (12 + 21); Tomas Rubes 19 Spiele, 29 Punkte (5 + 24); Dennis Thielsch 14 Spiele, 26 Punkte (11 + 15); Barry Noe 29 Spiele, 26 Punkte (6 + 20)
  • Torhüter: Bester Goalie der Liga ist Florian Mnich von den Selber Wölfen (1,56 Gegentore im Schnitt), inzwischen bei Heilbronn (DEL2); die Weidener Keeper sind auf den Plätzen 13 (Luca Endres/3,24), 17 (Timon Bätge/3,72) und 22 (Philip Lehr/4,17)
  • Überzahl: 1. Platz Eisbären Regensburg (Quote 26,2 Prozent), … 6. Platz Blue Devils (21,2), … 13. Platz Passau Black Hawks (13,0)
  • Unterzahl: 1. Platz Deggendorfer SC (85 Prozent), … 10. Platz Blue Devils (76,6), ... 13. Platz HC Landsberg (67,8)

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