17.08.2021 - 15:08 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Neue Corona-Regeln: "Harte Phase" für Weidener Fußballvereine

Geimpft, genesen, getestet: Seit Mittwoch, 18. August, gelten neue Corona-Regeln für Weidener Sportvereine, da der Inzidenzwert über 50 gestiegen ist. Wir haben uns bei den Fußballvereinen umgehört, wie sie mit der Situation umgehen.

Neben der Datenerfassung müssen die Weidener Fußballvereine künftig auch überprüfen, ob Spieler, Trainer, Betreuer und auch Zuschauer geimpft, genesen oder getestet sind.

Von Alfred Schwarzmeier und Fabian Leeb

Nach den neuen Vorgaben vom Montag folgte für die Weidener Fußballvereine am Dienstag zumindest eine kleine Erleichterung. Wie die Stadt den Vereinen mitteilte, sind nun auch Selbsttests zulässig, um den Trainings- und Spielbetrieb trotz gestiegener Inzidenzwerte aufrechtzuerhalten. Diese Abstriche müssen allerdings von Personen vorgenommen werden, die zuvor von einem Arzt eingewiesen wurden. So planen die vier Weidener Clubs:

  • FC Weiden-Ost

Beim Kreisligisten läuft derzeit eine Umfrage unter den Spielern, wer bereits geimpft oder genesen ist. "Das ist jetzt erneut eine harte Phase für die Jungs. Aber wir werden das annehmen und unsere Spieler von zuvor geschulten Trainern testen lassen", sagt Vorsitzender Franz Bäumler. Sollte die erlaubte Anzahl an Spielern bei einem Training überschritten werden, würde der FC-Ost das Training eben in Gruppen splitten – egal, ob bei den Herrenteams oder bei der Jugend. Das nächste Heimspiel der beiden Herren-Teams steht aber erst in knapp zwei Wochen auf dem Programm. "So kann es aber nicht weitergehen. So geht der Amateursport zugrunde. Der Rückgang an Spielern lässt sich längst an der steigenden Zahl an Spielgemeinschaften beobachten", sieht Bäumler ganz allgemeine Post-Pandemie-Probleme auf den Sport im Allgemeinen und den Fußball im Speziellen zukommen.

  • DJK Weiden

Der Kreisligist beobachtet die Entwicklung der Inzidenz mit Sorge. Die gute Nachricht: Im Kader der ersten Mannschaft sind bis auf drei Spieler alle durchgeimpft, so dass der Senioren-Spielbetrieb nicht gefährdet ist. Am Dienstag herrschte im Verein noch keine Klarheit darüber, ob selbst durchzuführende Schnelltests den gesetzlichen Vorgaben genügen. "Der Verein hat im vergangenen Jahr jede Menge davon angeschafft. Da wären wir gut aufgestellt", sagt Roland Jahn. "Wir hoffen, dass die gültig sind." Insgesamt sei die Situation jedoch nicht erfreulich, meint der Spartenleiter auch in Hinblick auf notwendige Tests bei den Fans. "Die gesamte Datenerfassung bei den Zuschauern war bisher schon umständlich. Jetzt wird es noch schwieriger." Um sich diesbezüglich zu organisieren, hat die DJK Weiden noch bis nächste Woche Zeit. "Wir haben zum Glück am Sonntag kein Heimspiel", atmet Jahn auf. Um die Test-Auflagen im Jugendbereich erfüllen zu können, setzt Jahn auf die Mitarbeit der Eltern: "Das wird alles andere als leicht."

  • VfB Rothenstadt

Am Montagabend gab es beim A-Klassisten eine Besprechung. Die erste Konsequenz: Das am kommenden Samstag angesetzte Heimspiel gegen die DJK Neustadt/WN II soll, falls der Gegner zustimmt, nach Neustadt verlegt werden. Wenn dies nicht klappe, müsse man sich wohl oder übel mit Test behelfen, meint Vorsitzender Daniel Troidl. Allerdings sieht er dies nicht als zu großes Problem. "In der Mannschaft und auch bei den Betreuern sind ja fast alle geimpft." Mehr Sorgen machen die Zuschauer. Der VfB würde durchaus Tests vor Ort anbieten. Die große Frage aber lautet, ob diese auch von den Fußballfans angenommen werden: "Ich weiß nicht, ob jemand, der einfach mal ein A-Klassen-Spiel anschauen will und nicht geimpft ist, sich das antut." In jedem Fall wolle der VfB alles dafür tun, um seine Spiele durchzuführen. "Wir möchten auf Biegen und Brechen spielen. Sollte die Saison irgendwann wieder abgebrochen werden, zählt jeder Punkt."

  • TSV Neunkirchen

Beim Tabellenführer der B-Klasse 2 ist noch keine Entscheidung gefallen, wie mit den neuen Vorgaben umgegangen werden soll. "Wir haben am Mittwochabend eine Besprechung, da werden wir besprechen, wie wir die Testpflicht umsetzen", sagte TSV-Vorsitzender Edmund Geber. Zunächst müsse der Verein in Erfahrung bringen, welche seiner Spieler bereits geimpft oder genesen sind. "Wir haben auch eine Anfrage an die Stadt gestellt, ob wir nicht auf das Vertrauen in unsere Spieler setzen sollten. Dass sie sich etwa vor jedem Training in eine Liste als geimpft, genesen oder getestet eintragen und dies mit ihrer Unterschrift verifizieren." Die Spieler sieht Geber dabei als kleinstes Problem an. "Was machen wir mit den Zuschauern? Das stelle ich mir schwierig vor, aber sollte es tatsächlich vonnöten sein, werden wir eine Testmöglichkeit schaffen." Etwas Zeit und Hoffnung auf wieder sinkende Inzidenzwerte hat Geber noch: Das nächste Heimspiel steht erst in 14 Tagen an. "Spaßeshalber haben wir schon geunkt, dass wir in Mantel anfragen, ob wir dorthin ausweichen dürfen. Die sind fünf Kilometer entfernt und haben diese Probleme nicht." Keine Sorgen braucht sich der TSV wegen seiner Jugendspieler machen. Die sind in einer Spielgemeinschaft mit Etzenricht und Weiherhammer und trainieren und spielen dort.

Inzidenz gestiegen: Neue Corona-Regeln für Weiden

Weiden in der Oberpfalz

"Ich weiß nicht, ob jemand, der einfach mal ein A-Klassen-Spiel anschauen will und nicht geimpft ist, sich das antut."

Daniel Troidl, Vorsitzender des VfB Rothenstadt zur Testpflicht für die Weidener Fußballvereine

 

 

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