21.09.2020 - 18:46 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Oberpfälzer Bayern-Fans uneins: Die einen sagen Supercup ab, andere in Budapest dabei

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Sie folgen ihrer Mannschaft kreuz und quer durch ganz Europa. Jetzt stoppen die ansteigenden Corona-Zahlen die Anhänger des FC Bayern ausgerechnet vor dem möglichen Supercup-Gewinn. Aber nicht alle.

Marcus Fritsch, Chef des Fanclubs Wildenau, hat die Ungarn-Reise mit seinen Kumpels abgesagt.
von Josef Maier Kontakt Profil

Am Montagnachmittag war's dann endgültig genug: "Wir fahren nicht", beschlossen Marcus Fritsch und seine drei Kumpels. Die vier Fans wollten den FC Bayern mit nach Budapest zum Supercup-Endspiel gegen den FC Sevilla begleiten. Immer mehr Meldungen geisterten aber nach der Warnung von Ministerpräsident Markus Söder vor einem "Fußball-Ischgl" durch die sozialen Medien. Müssen die Rückkehrer aus Ungarn in Quarantäne? Wie soll das überhaupt im Corona-Hotspot Budapest ablaufen? "Wir könnten uns das alle nicht leisten, dass wir in Quarantäne müssten", sagt Fritsch, der selbst ein Sicherheitsunternehmen führt. Bernd Hofmann, Chef des Bayern-Fanclubs Nabburg/Oberpfalz, der eigentlich immer mit den Bayern-Profis unterwegs ist, hatte schon vor zwei Wochen angekündigt, dass wegen der Reisewarnung keiner fahren werde.

Eintrittspreis zurück

Die vier vom Fanclub Wildenau (Kreis Tirschenreuth) wollten am Donnerstagfrüh um 6 Uhr von Berlin mit dem Flugzeug in die ungarische Hauptstadt reisen. Dass die 30 Euro für den Flug verloren sind, stört die Stiftländer Bayern-Fans nicht. "Die Karten bei der Uefa haben wir auch sofort storniert", erklärt Fritsch. Die zwei mal 30 Euro und zwei mal 60 Euro für die Tickets bekommen die Fans rückerstattet. Das hat die Uefa schon angekündigt. "Wir hätten uns schon die Stadt etwas angeschaut", erzählt der Fanclub-Chef weiter. Gleich nach dem Spiel wären sie wieder zum Flughafen gefahren und am Freitagmorgen heimgeflogen. Es wäre ein richtiger Kurztrip gewesen, den Stiftländern war aber zu unsicher, was da im Zuge dieses Spiels noch folgen kann.

Eigentlich wäre das Quartett auch am Montagnachmittag in München beim Corona-Test gewesen. Der FC Bayern hatte dort im neuen Parkhaus eine Teststation aufgebaut, für alle die nach Budapest wollen. Weniger als 2000 von den ursprünglich gemeldeten 3000 Fans hatten am Montag noch vor zu fahren.

Warten auf den Corona-Test

Darunter auch Josef Finster, der Chef der "Kaisertreuen" in Vilseck. "Wir stornieren gar nichts", sagte der "Presidente" am Montag am Telefon, als er gerade vom Corona-Test kam. "Wir haben auch keine Angst vor einer möglichen Quarantäne." Er und drei weitere Bayen-Fans aus dem Kreis Amberg Sulzbach starten am Mittwoch um 13.30 Uhr am Bahnhof in Sulzbach-Rosenberg die "Expedition Budapest". "Die Karten haben wir schon am Handy", sagt Finster stolz. Jetzt brauchts für den Start nur noch einen negativen Corona-Test, den die vier am Dienstagnachmittag erwarten. In Budapest sind sie in einem Hotel am Bahnhof untergebracht. "Da ist das Stadion nicht weit", weiß der Vilsecker. Natürlich wollen sie sich die Stadt anschauen.

Oberpfälzer Bayernfans auf Reisen

Nabburg

Vor den 48 Stunden raus

Josef Finster, Boss der „Kaisertreuen“ fährt mit drei anderen Bayernfans nach Budapest.

"Wir werden uns dort an die Regeln halten", verspricht er. "Abstand halten und Maske tragen." Zurück geht es am Freitagmittag wieder mit dem Zug. "Wir werden keine 48 Stunden im Land sein", betont Finster. Nach dieser Zeit sollten die Fußballfans nämlich Ungarn spätestens wieder verlassen haben. Dass Ministerpräsident Söder am Montag die Fans nochmal eindringlich warnte, kann Finster nicht verstehen. Budapest sei doch schon länger Risikogebiet. "Die Warnung kommt deswegen ziemlich kurzfristig." Und deswegen gelte: "Wir lassen uns nicht nervös machen."

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