25.05.2021 - 11:55 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Olympia-Quali: Gomez Islinger sucht ihre Chance

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Ist eine Sportlerin aus Weiden in Tokio dabei? Triathletin Marlene Gomez Islinger will sich einen Traum erfüllen. Der Qualifikations-Wettkampf könnte aber härter nicht sein.

Nach überstandener Covid-19-Infektion ist Marlene Gomez Islinger gerade rechtzeitig wieder in Form gekommen. Bei der Olympia-Ausscheidung in Kienbaum will die Weidener Triathletin versuchen, das Olympia-Ticket zu buchen.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Jetzt gilt's: An diesem Mittwoch, 26. Mai, vergibt die Deutsche Triathlon Union (DTU) in einem internen Supersprint-Rennen die letzten beiden deutschen Tickets für die Olympischen Spiele. Bereits qualifiziert sind Laura Lindemann (Berlin) und Jonas Schomburg (Hannover). Die spannende Frage aus Oberpfälzer Sicht lautet: Kann sich Marlene Gomez Islinger nach überstandener Covid-19-Infektion durchsetzen und die Fahrkarte für Tokio lösen? "Ich fühle mich fit und gut vorbereitet", sagt die 28-Jährige aus Weiden. "Natürlich werde ich alles versuchen, um die Qualifikation zu schaffen."

Das Ausscheidungsrennen am Olympischen Trainingszentrum Kienbaum (Brandenburg) hat es aber in sich: Da in Tokio im Staffelwettbewerb das abgespeckte Mixed-Relay-Format (300 Meter Schwimmen/7 Kilometer Radfahren/1,6 Kilometer Laufen) Anwendung findet, hat sich die DTU entschlossen, einen ähnlich gelagerten Supersprint als Qualifikations-Wettkampf anzusetzen. Bei den Männern bewerben sich fünf Athleten um den freien Olympia-Startplatz, bei den Frauen sind es gar deren acht. Als Favoritinnen gelten Lena Meißner, Nina Eim, Lisa Tertsch und Gomez Islinger, wobei die Weidenerin um die besonderen Tücken weiß: "Bei so einem Format kann alles passieren. Ich habe deshalb jeden im Feld auf der Rechnung."

Dass Gomez Islinger überhaupt in Kienbaum ihre Olympia-Chance suchen kann, stand bis vor wenigen Wochen auf der Kippe. Denn bei einem Trainingslager in der Schweiz hatte sich die für den SSV Ulm startende Oberpfälzerin trotz aller Vorsichtsmaßnahmen das Coronavirus eingefangen. "Es hat die gesamte Trainingsgruppe erwischt, obwohl wir so gut wie keine Kontakte hatten", erzählt Gomez Islinger.

Was folgte, war der Super-Gau in Form einer 14-tägigen Quarantäne. "Ich hatte starke Grippesymptome und konnte in der Zeit natürlich überhaupt nicht trainieren", berichtet sie. Unter der Zwangspause litt nicht nur die Form, sondern auch die Psyche. "Natürlich war das alles super ärgerlich. Es ist so, als ob man in voller Fahrt ist und einem dann das Bein gestellt wird. Ich war sehr am zweifeln, ob ich Ende Mai bei der Olympia-Ausscheidung überhaupt die nötige Leistung abliefern kann."

Nach Ende der Quarantäne fand Gomez Islinger nur langsam in den Trainings-Alltag zurück. Rund zwei Wochen benötigte sie, um sich allmählich wieder an die üblichen Umfänge zu gewöhnen. "Ich hatte zum Glück keine Corona-Nachwehen", sagt die Triathletin. "Die letzten vier Trainingswochen liefen dann super. Ich denke, dass meine Form stimmt."

In Kienbaum will Gomez Islinger nun "volle Pulle gehen", was aber aufgrund der kurzen Distanz (0,3/6,7/1,9) und einer Wettkampfdauer von nur rund 20 Minuten Gefahren mit sich bringt. "Wenn man da zu sehr über das körperliche Maximum hinausgeht, kann man sich frühzeitig abschießen." Ungewohnt wie das Format ist auch der Start. Jede Athletin geht einzeln in das Rennen, wobei Gomez Islinger die Startnummer eins gezogen hat. "Wenn ich als Erste dran bin, nimmt mir das vielleicht ein bisschen die Aufregung", hofft sie und glaubt fest an ihre Olympia-Chance: "Ich denke, ich habe ganz gute Karten, um ein Wort mitzureden." Und wenn es nicht klappt mit Olympia? " Dann geht die Welt auch nicht unter. Die Saison ist noch lang. Ich kann mich dann auch noch in anderen Wettkämpfen beweisen."

Gomez Islinger bei "Deutscher" schnell unterwegs

Weiden in der Oberpfalz

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Info:

Zur Person: Marlene Gomez Islinger

  • Geboren am 25. April 1993
  • Vereine: DJK Weiden, jetzt SSV Ulm
  • Kaderathletin bei der Deutschen Triathlon Union
  • Erfolge: 7. Platz bei den Olympischen Jugend-Sommerspielen 2010, deutsche Vizemeisterin bei den Juniorinnen (2012), ETU-Europameisterin im Cross-Triathlon in der U23-Klasse (2013), Top-Ten-Plätze bei Europacup- und Weltcup-Rennen.
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