08.01.2021 - 14:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Schalke-Fan Kurt Seggewiß: "Gehe davon aus, dass Schalke absteigt"

Diesen Artikel lesen Sie mit
Was ist OnetzPlus?

Der ehemalige Weidener Oberbürgermeister Kurt Seggewiß ist glühender Fan von Schalke 04 und leidet mit seinem Verein. Ein Gespräch über die Schalker Krise, eine Sehnsucht nach Gelsenkirchen und Erinnerungen an seine wütende Oma.

Weidens Ex-Oberbürgermeister Kurt-Seggewiß hat sich mit dem drohenden Abstieg seines FC Schalke 04 abgefunden.
von Florian Bindl Kontakt Profil

ONETZ: Herr Seggewiß, am Samstag könnte Ihr Verein, der FC Schalke 04, mit einem weiteren Misserfolg den Uralt-Negativrekord von 31 Spielen ohne Sieg einstellen. Leiden Sie mit?

Kurt Seggewiß: Ich habe mich damit abgefunden. Wenn man sich die Mannschaft anschaut, die geben nach dem ersten Gegentor auf. Dann geht´s dahin. Ich gehe davon aus, dass Schalke absteigt. Es fehlt die Professionalität auf sportlicher wie auf Vereinsebene. Für Verstärkungen scheint momentan einfach das Geld zu fehlen.

ONETZ: Und was löst das in Ihnen aus? Sie sind dem Verein schließlich seit Ihrer Kindheit verbunden.

Kurt Seggewiß: Es ist bitter. Aber deswegen bleibe ich doch auch Schalke-Fan. In der zweiten Liga kann ich dann meinen Verein in Regensburg sehen oder im Derby gegen Nürnberg. Man muss in so einer Zeit einfach die positiven Dinge sehen, sonst könnt´ ich mir ja gleich die Kugel geben.

ONETZ: Wie ist denn Ihre Verbindung zu Schalke entstanden?

Kurt Seggewiß: Ich bin in Bocholt im Münsterland geboren. Das ist 50 Kilometer vom alten Schalker Stadion entfernt. Mein Großvater, der Kumpel war, hat mich schon als ich fünf war immer mit zu den Spielen genommen. Bei jeder der vier, fünf Straßenbahnstationen hieß es: Aussteigen, rein in die Kneipe, Herrengedeck. Danach zurück in die Straßenbahn. Auf dem Rückweg das Gleiche. Oma war danach immer stinksauer (lacht).

ONETZ: Sind Sie seit Ihrer Kindheit auch mal wieder auf Schalke im Stadion gewesen?

Kurt Seggewiß: Nein, ich habe es einfach nicht mehr geschafft. Es gab immer mal wieder Versuche, mein Sohn war öfter dort und hat berichtet. Die Atmosphäre, gerade vor einem Spiel, das Steigerlied und die Verdunkelung – das ist schon ein tolles Gefühl. Daher kommt meine Fußball-Begeisterung.

ONETZ: Sie führen also eine Art Fernbeziehung?

Kurt Seggewiß : Ja, ich habe aber vor, mit meinem Sohn nach Gelsenkirchen zu fahren. Außerdem will ich mit einem Freund, der Freiburg-Fan ist, mal dort ins Stadion gehen, wenn die Freiburger gegen Schalke spielen. Er schaut den SC, ich die Schalker.

Kurt Seggewiß über seinen Abschied als OB

Weiden in der Oberpfalz
Info:

Das ist Kurt Seggewiß

  • Jahrgang 1957, geboren im nordrhein-westfälischen Bocholt. Seine Kindheit verbrachte er aber größtenteils in Weiden.
  • Der Diplom-Verwaltungswirt arbeite mehrere Jahre lang bei der Bundesagentur für Arbeit, unter anderem in Nürnberg und Schwandorf.
  • 2007 wurde Seggewiß (SPD) Oberbürgermeister von Weiden, bei der Kommunalwahl 2014 wurde er wiedergewählt.
  • 2020 trat er nicht mehr als Kandidat an und verabschiedete sich in den politischen Ruhestand.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.