14.10.2020 - 16:32 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Spielabbruch: Sportgericht ermittelt

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Gab es eine rassistische Beleidung? Im Fall des Spielabbruchs in der Kreisklasse West Weiden bemüht sich das Kreissportgericht um die Wahrheitsfindung.

Nur gut 70 Minuten rollte der Ball im Kreisklassenspiel zwischen dem FC Weiden-Ost II und der SpVgg Neustadt/Kulm. Nun ermittelt das Kreissportgericht.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

"Wir sind aktuell mitten in der Ermittlungsphase", sagte Lorenz Gebert, der Vorsitzende des Sportgerichts im Fußballkreis Amberg/Weiden, am Mittwoch. Die Tatsache und die Begleitumstände des Spielabbruchs an sich seien klar. Unsicher sei aber noch, ob eine "rassistische Äußerung" vorliege und, wenn ja, wer diese getätigt habe. "Das ist eine entscheidende Sache. Da müssen wir Klarheit haben", betonte Lorenz.

Im Kreisklassenspiel zwischen dem FC Weiden-Ost II und der SpVgg Neustadt/Kulm war es am Samstag, 10. Oktober, zum Eklat gekommen. Beim Stand von 2:0 für Neustadt soll ein Gästespieler einen jungen Ost-Spieler arabischer Herkunft massiv beleidigt und als "Scheiß-Ausländer" tituliert haben. Nach kurzer interner Beratung am Spielfeldrand entschied sich die Mannschaft des FC Weiden-Ost II ein Zeichen zu setzen und die Partie nicht mehr fortzusetzen. Was zwangsläufig folgte, war der Spielabbruch durch den Schiedsrichter, der die vermeintliche Beleidigung nicht wahrgenommen hatte.

"Da wir in Corona-Zeiten keine mündlichen Verhandlungen durchführen sollen, werden wir nun Einzelbefragungen machen", kündigte Gebert an. Einen Zeitpunkt für ein Sportgerichtsurteil konnte er nicht nennen: "Da läuft uns ja nichts davon."

Kreisklasse West: Nach gut 70 Minuten war Schluss

Weiden in der Oberpfalz

Entschieden ist dagegen ein anderer Sportgerichtsfall. Der SV Störnstein war nach dem Re-Start des Spielbetriebs dreimal in Folge nicht angetreten und deshalb gemäß den Verbandsstatuten aus der Wertung der Kreisliga Nord genommen worden. Die Regularien sehen in einem solchen Fall eigentlich den Abstieg in die unterste Spielklasse vor.

Das Sportgericht musste nun die Frage klären, ob in der Causa Störnstein der neue geschaffene Paragraf 94 Anwendung finden kann. Der sogenannte Corona-Paragraf ermöglicht bei Vorliegen pandemiebedingter Gründe die Rückstufung lediglich in die nächstniedrigere Spielklasse. Da der SV Störnstein seinen Spielermangel diesbezüglich nachvollziehbar belegen konnte, sprach sich das Sportgericht für die Anwendung des Paragrafen 94 aus. Den Vollzug nahm Bezirksvorsitzender Thomas Graml vor, die Entscheidung wurde dem SV Störnstein bereits mitgeteilt.

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