01.02.2021 - 17:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

SpVgg-SV-Boss Kurz: Pro Saisonabbruch und in Vorfreude auf Kunstrasen

Mies, mieser, Corona: Die Laune unter Fußballern könnte viel schlechter nicht sein. Wann das Leder wieder rollt, ist nicht absehbar. Wieso ein Verein in der Region dennoch positiv in die Zukunft blicken kann, hat einen Grund.

Die Gebäudehülle steht: Der neue Funktionstrakt soll bis Ende April fertiggestellt sein, die beiden Kunstrasenplätze werden Juni oder Juli bespielbar sein.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Schnee, Regen, Eis. Und dann noch das Virus oben drauf. Es ist kein Winter, dem die Fußballvereine irgendetwas Gutes abgewinnen können. "Niemand hat Planungssicherheit", beschreibt Michael Kurz, Vorsitzender der SpVgg SV Weiden, die Stimmung allerorten. "Jeder fragt sich, wie es im Amateurfußball weitergeht."

Jedenfalls nicht so, wie es der Bayerische Fußballverband (BFV) für den Optimalfall skizziert hatte. Laut dem ursprünglichen Terminplan, der noch immer auf der Verbands-Homepage gelistet ist, sollte zum Beispiel der Ligapokal der Landesliga Mitte am Samstag, 21. Februar, starten. Dass die SpVgg SV Weiden dann wie geplant bei der SpVgg Pfreimd antreten wird, hat sich aber mittlerweile erledigt. Der BFV hat angesichts des mindestens bis 14. Februar geltenden Lockdowns und den vielen Unwägbarkeiten rund um die Pandemie vergangene Woche beschlossen, dass der allgemeine Wettkampf-Spielbetrieb ab dem 1. Februar 2021 bis auf Weiteres ausgesetzt wird.

Eine zwangsläufige Entscheidung, die aber so manchem an der Fußballbasis nicht weit genug geht. "Wir sind an einem Punkt, an dem es Sinn macht, sich konkrete Gedanken über einen Saisonabbruch zu machen", meint Kurz. "Viele bei uns im Verein sind der Meinung, es wäre das Beste, ,das war's' zu sagen und im Sommer wieder neu anzufangen." Dass eine solcher Entschluss nicht einfach sei, räumt der Vereinsboss ein: "Ich will mit Funktionären, die das entscheiden müssen, nicht tauschen müssen." Gleichzeitig sieht Kurz aber kaum eine Option, dass der Amateurfußball in absehbarer Zeit wieder in die Gänge kommt: "Wir müssen davon ausgehen, dass nicht nur der Februar weiter von Corona geprägt sein wird. Und es wird sicher so sein, dass wir Sportler bei etwaigen Öffnungen als letzte drankommen."

"Wir sind an einem Punkt, an dem es Sinn macht, sich konkrete Gedanken über einen Saisonabbruch zu machen."

Michael Kurz, Vorsitzender der SpVgg SV Weiden

Michael Kurz, Vorsitzender der SpVgg SV Weiden

Trotz der eher trostlosen Aussichten ist man bei den Schwarz-Blauen weit davon entfernt, den Kopf in den Sand zu stecken. "Trainer und Spieler sind voll bei der Sache. Wir alle versuchen, das Optimale aus der Situation zu machen", berichtet der SpVgg-SV-Chef. Cyber-Training, Laufeinheiten als Hausaufgabe, Whatsapp-Kontakte – es ist die bekannte Palette an Möglichkeiten, die die Schwarz-Blauen ausschöpfen, um Fitness, Motivation und Zusammenhalt hochzuhalten. Ob dies bei allen Vereinen so klappt, bezweifelt Kurz. "Für kleinere und niederklassige Vereine ist es eine schwere Zeit. Professioneller aufgestellte Klubs haben es da einfacher."

Vor allem dann, wenn sie wie die SpVgg SV Weiden einen besonderen Trumpf in der Hinterhand haben. Am Wasserwerk schreitet der Bau von zwei Kunstrasenplätzen mitsamt Funktionstrakt zügig voran. Die äußere Hülle des Gebäudes wurde in den vergangenen Tagen hochgezogen. Auf 450 Quadratmeter Fläche entstehen bis Ende April vier Mannschaftskabinen, zwei Umkleideräume für Schiedsrichter, jeweils ein Arzt- und Besprechungszimmer sowie zwei Magazine. Rund zwei Monate später, also Juni/Juli, sollen dann auch die beiden Kunstrasenplätze (Maße: 102,5 Meter lang, 66 bzw. 65,5 Meter breit) fertig sein. Die vier Millionen Euro teure Investition wird von der Stadt Weiden geschultert, die im Gegenzug das ehemalige Gelände des SV Weiden an der Stockerhut zur Ausweisung eines Baugebiets erhält. Einen Trainingsplatz mit Naturrasen erstellt der Verein zudem in Eigenregie.

"Es wird ein Paradies. Egal ob groß oder klein, jeder im Verein kann sich freuen", sagt Kurz über das imposante Projekt, das vor allem die Jugendarbeit nachhaltig stärken soll. "Das Nachwuchsleistungszentrum wird nochmal extrem an Attraktivität gewinnen. Eine solche Infrastruktur kann kaum ein anderer Verein bieten", ist sich Kurz sicher. Damit einher geht auch die Zuversicht, Perspektivspieler künftig noch besser an die SpVgg SV Weiden binden zu können.

Am Wasserwerk entstehen Kunstrasenplätze

Weiden in der Oberpfalz

Was den aktuellen Kader betrifft, scheint die Strahlkraft der neuen Kunstrasenanlage bereits zu wirken. Mit Landesliga-Coach Andreas Scheler und dem Bezirksliga-Gespann Michael Riester/Marco Lorenz haben die Trainer der Seniorenteams bereits ihre Zusage für die neue Saison gegeben. Und auch mit den Spielern laufen derzeit intensive Gespräche. Kurz betont: "Egal, wann wir wieder spielen können: Wir wollen unsere jungen Talente halten."

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