17.08.2021 - 23:09 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

SpVgg SV Weiden dreht das Spitzenspiel: 2:1-Sieg gegen Seebach

Die SpVgg SV Weiden hat ein schon verloren geglaubtes Spiel noch aus dem Feuer gerissen. Mit einem 2:1-Sieg gegen den TSV Seebach erobern die Schwarz-Blauen die Tabellenführung in der Landesliga Mitte.

Die Mannschaftskollegen klatschten Nico Argauer (Zweiter von rechts) nach seinem Elfmetertor ab. In der Nachspielzeit legte der Neuzugang vom SC Luhe-Wildenau nach und sorgte mit seinem sechsten Saisontor für den 2:1-Sieg der SpVgg SV Weiden über den TSV Seebach.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Was für eine Dramatik im Spitzenspiel der Landesliga Mitte: Nach vier Siegen in Serie hatte die SpVgg SV Weiden am Dienstagabend ihre erste Saisonniederlage vor Augen, als sie nach einem umstrittenen Foulelfmeter bis zehn Minuten vor Ende mit 0:1 zurücklag. Aber dann drehten die Schwarz-Blauen die Partie dank einer unbändigen Moral und eines wie aufgedreht wirkenden Nico Argauer. Zunächst traf der Stürmer per Foulelfmeter zum Ausgleich (81.), ehe er in der Nachspielzeit auch noch zum 2:1-Siegtreffer einlochte (90.+2). Die rund 600 Zuschauer auf den Rängen standen Kopf, unten am Rasen kam der Doppeltorschütze mit dem Abklatschen nicht mehr hinterher.

"Unglaublich. Das war der pure Wille, der uns zum Sieg verholfen hat", meinte Argauer nach dem Schlusspfiff völlig erschöpft. "Mit unseren Toren hat es zwar etwas gedauert. Aber das Wichtige ist, dass sie noch gefallen sind." Trainer Andreas Scheler pflichtete seinem Torjäger bei: "Wir wussten, dass es heute schwer wird. Der Gegner hat ein Bollwerk aufgebaut und uns richtig gefordert. Aber wir haben wieder eine super Mentalität auf den Platz gebracht und sind dafür belohnt worden."

In der Tat zeigte der TSV Seebach, dass er bislang nicht zu Unrecht die Tabellenführung inne hatte. Ohne Niederlage und ohne Gegentor angereist, spielten die Niederbayern einen robusten, aber auch schnörkellosen Fußball und waren in einem offenen Schlagabtausch über weite Strecken auf Augenhöhe mit dem Gastgebern. Weiden fand auf Anhieb in die Partie und hätte früh in Führung gehen können. In der 4. Minute tauchte Josef Rodler alleine vor Gästekeeper Lorenz Becherer auf, doch setzte er das Leder aus sechs Metern über das Gehäuse. Als auch ein Flachschuss von Stefan Graf das Ziel knapp verfehlte (7.), hatte die SpVgg SV ihr Pulver zunächst verschossen. Seebach wurde stärker, SpVgg-SV-Keeper Marko Smodlaka verhinderte mit einer starken Parade das 0:1 (27.), auf der Gegenseite fand Rodler bei einem Weitschuss in Becherer seinen Meister (33.).

Nach dem Wechsel verstärkten die Platzherren ihre Bemühungen gegen eine weiter dicht gestaffelte Gästeabwehr. Ein Traumpass von Moritz Zeitler brachte Michael Busch in Position, aber der Mittelfeldspieler brachte die Kugel nicht an TSV-Torhüter Becherer vorbei (57.). Ein umstrittener Foulelfmeter verhalf den Niederbayern dann zur Führung: Nach einem kapitalen Fehlpass von Felix Behnke bekam TSV-Kapitän Christoph Beck den Ball vor die Füße, den Rettungsversuch von Niklas Lang quittierte der Unparteiische mit einem Pfiff. Der Gefoulte selbst schloss den fälligen Strafstoß mit seinem fünften Saisontor zum 0:1 ab (71.).

Der Spitzenreiter hätte nachlegen können, ließ aber zwei dicke Chancen liegen. Die Strafe folgte auf dem Fuß: Als Josef Rodler im Seebacher Strafraum bei einem Körperkontakt clever zu Boden ging, rang sich der Schiedsrichter zu einer Konzessionsentscheidung durch: Argauer trat an und wuchtete den Ball vom Elfmeterpunkt zum 1:1 in die Maschen (81.). Doch damit nicht genug: Als alle schon mit einem Unentschieden rechneten, ließ der kurz vorher eingewechselte Mathias Heinl einen Gewaltschuss los. Becherer konnte den Ball nur abklatschen und Teufelskerl Nico Argauer schoss aus spitzem Winkel zum umjubelten Weidener Siegtreffer ein.

SpVgg SV Weiden: Smodlaka, Nocerino (66. Özbay), Helleder, Behnke (76. Kopp), Zeitler, Lang, Graf, Busch (66. Chousein), Argauer, Vasilic, Rodler (87. Heinl)

TSV Seebach: Becherer, Schuster (88. Lorenz), Trifterer, Sibler, Hauner, Stiglbauer, Richert, Reichl (61. Müller), Köglmeier, Biermeier (88. Wagner), Beck

Tore: 0:1 (71./Foulelfmeter) Christoph Beck, 1:1 (81./Foulelfmeter) Nico Argauer, 2:1 (90.+2) Nico Argauer – SR: Joshua Roloff (Nürnberg) – Zuschauer: 630 – Gelb-Rot: (90.+4) Biermeier (TSV/Unsportlichkeit)

 

 

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