30.08.2021 - 12:49 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

SpVgg SV Weiden holt Torwart Michael Heisig zurück ans Wasserwerk

Wegen des langfristigen Ausfalls des Stammtorhüters Matthias Götz war der Spitzenreiter der Landesliga Mitte zum Handeln gezwungen. Und wurde beim Lokalrivalen FC Amberg fündig. Heisig könnte bereits am Dienstag sein Debüt feiern.

Diese Diskussion nach dem Derby vor zwei Wochen können Michael Heisig (rechts) und Angreifer Nico Argauer (links) nun in der Kabine fortführen. Der bisherige Torwart des FC Amberg schloss sich kurz vor Ende der Transferfrist der SpVgg SV Weiden an.

Von Fabian Leeb und Sebastian Schell

Die SpVgg SV Weiden hat auf die schwere Verletzung ihres Stammtorhüters Matthias Götz reagiert und mit Michael Heisig vom Ligakonkurrenten FC Amberg einen neuen Torhüter verpflichtet. Für den 30-Jährigen ist es nicht das erste Engagement am Weidener Wasserwerk, schon zu Beginn der Corona-Spielzeit 2019/21 stand Heisig im SpVgg-SV-Kader, konnte sich damals aber nicht gegen Götz durchsetzen und kam lediglich vier Mal in der zweiten Mannschaft in der Bezirksliga zum Einsatz. "Wir waren zum Handeln gezwungen, da Transfers nur noch bis zum 31. August möglich sind", sagte Weidens Teammanager Hannes Beer auf Nachfrage.

Da Götz seinen Kreuzbandriss, bereits den zweiten in seiner Karriere, diesmal operativ behandeln lässt und somit "mindestens sechs bis acht Monate" ausfallen wird, haben die Verantwortlichen der SpVgg SV intern eine Liste mit sechs potenziellen Ersatzkeepern erstellt. "Neben der kurzfristigen Verfügbarkeit war ein weiteres Argument, dass die Spieler, die auf unserer Liste standen, überhaupt Interesse an einem Wechsel signalisieren mussten. Diese beiden Punkte waren bei Michael Heisig gegeben." Heisig ist in der Region kein Unbekannter, er lief unter anderem bereits für den SV Etzenricht und den FC Dießfurt auf. Vor seinem Wechsel nach Amberg war er bei der SpVgg Vohenstrauß, hatte coronabedingt aber keinen Einsatz.

Trainer des FC Amberg sauer

Dagegen ist die Stimmungslage beim Lokalrivalen FC Amberg eine ganz andere. "Mir fehlen die Worte", sagte Trainer Karl-Heinz Wagner gegenüber Oberpfalz-Medien. "Michael Heisig hat mich am Sonntag um 16 Uhr angerufen und mir seine Entscheidung mitgeteilt. Er wollte sich die Gelegenheit, mit der SpVgg SV Weiden in die Bayernliga aufzusteigen, nicht entgehen lassen." Auf Wagners Erwiderung, Heisig lasse damit die Mannschaft des FCA im Stich, erwiderte dieser: "Wenn nicht jetzt, wann dann?" Und noch etwas stößt dem Amberger Trainer sauer auf: „Das ist für uns sehr enttäuschend, dieses Verhalten. Was auch enttäuschend ist, dass uns ein direkter Konkurrent den Torwart abwirbt. Das ist für mich ein No-Go“, merkte Wagner an.

Michael Heisig könnte somit bereits am Dienstag, 31. August, sein Debüt im Kasten der SpVgg SV Weiden feiern. Dann geht die Wasserwerkelf zum vorerst letzten Mal unter der Woche auf Reisen. Um 18.30 Uhr sollen beim 1. FC Bad Kötzting die nächsten Zähler auf das ohnehin gut gefüllte Weidener Konto gepackt werden. „Wir sind weiter gierig und wollen unsere Serie weiter ausbauen. Es macht schon Spaß, wie sich die Jungs reinwerfen und unser Ziel verfolgen,“ freut sich Trainer Andreas Scheler. Mit diesem Ziel meint der Weidener Coach die Meisterschaft der Landesliga Mitte, auf welche sein Team nach acht Siegen in den ersten acht Partien schnurstracks zusteuert.

Nico Argauer und Sven Kopp fraglich

„Wir müssen aber auf dem Boden bleiben. Der Auftakt ist gemacht, dennoch wird es eine lange Saison, in der noch viel passieren kann. Das wissen wir spätestens seit der letzten Spielzeit,“ mahnt Scheler. Dennoch lösen die Schwarz-Blauen bislang sämtliche Probleme, gerade auf dem personellen Sektor. Mit Nico Argauer und Sven Kopp kamen am Samstag zwei weitere Akteure hinzu. Bei Argauer stand am Montag nach seinem Pressschlag im Spiel gegen Hauzenberg noch eine MRT-Untersuchung an, erst danach sollte sich entscheiden, ob und wie lang der bislang gefährlichste Torjäger ausfallen wird. "Gegen Bad Kötzting wird es aber sicher nichts, denn auf Krücken lässt es sich schlecht spielen", sagte Teammanager Beer am Montag.

Kopp klagte während der Samstagspartie über Kreislauf- und Magenprobleme, bei ihm besteht zumindest die Hoffnung, am Dienstag wieder einsatzfähig zu sein. „Wir haben immer wieder Ausfälle, aber auch genügend Jungs, die dann in die Bresche springen. Der Kader ist gut, und jeder bekommt seine Chance und nutzt sie auch,“ freut sich Scheler auch über die Leistungen seiner jungen Spieler. Der kommende Gegner Bad Kötzting rangiert auf Platz 14 der Tabelle, vor allem, weil die Mannschaft von Trainer Uli Karmann der Remis-Spezialist der Liga ist. Bereits fünf Unentschieden in acht Spielen lassen das Punktekonto nur langsam anwachsen.

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