30.08.2021 - 12:19 Uhr
AmbergSport

Torwart verlässt FC Amberg für SpVgg SV Weiden: "Mir fehlen die Worte"

Der FC Amberg durchlebt zur Zeit keine Glückssträhne: Erst den Sieg in Tegernheim in letzter Sekunde verschenkt und dann wechselt auch noch Torwart Michael Heisig zur SpVgg SV Weiden.

Zu Beginn der Saison war Torwart Michael Heisig vom SV Etzenricht zum FC Amberg gekommen. Jetzt wechselt er zum Ligakonkurrenten SpVgg SV Weiden und erschien am Montag nicht mehr im Training.
von Klaus HöglProfil

Am Dienstag (18 Uhr) steht für den FC Amberg das nächste Punktspiel in der Landesliga Mitte an, es kommt die SpVgg Osterhofen. Die Niederbayern kommen zu einem denkbar ungünstigem Zeitpunkt, denn völlig überraschend hat sich FC-Torwart Michael Heisig am Sonntag verabschiedet – Richtung SpVgg SV Weiden, zum Ligakonkurrenten. "Mir fehlen die Worte", sagte FC-Trainer Karl-Heinz Wagner. "Er hat mich am Sonntag um 16 Uhr angerufen und es mir mitgeteilt." Heisig wolle sich die Chance nicht nehmen lassen, und mit Weiden aufsteigen, um dann in der nächsten Saison in der Bayernliga zu spielen.

"Wenn nicht jetzt, wann dann", habe Heisig zu ihm gesagt. "Dass du die Mannschaft im Stich lässt, brauche ich dir nicht zu sagen, das weißt du selbst", habe Wagner ihm vorgehalten. Heisig sei gut aufgenommen worden beim FC Amberg. "Das ist für uns sehr enttäuschend, dieses Verhalten. Was auch enttäuschend ist, dass uns ein direkter Konkurrent den Torwart abwirbt. Das ist für mich ein No-Go", ärgert sich Wagner.

Dritter Spieler, der Wort nicht hält

Er habe am Sonntag noch mit Andreas Scheler (Wagner: "Zu ihm habe ich ein sehr gutes Verhältnis") telefoniert, und dieser habe ihm glaubhaft versichert, dass er, Scheler, nicht die treibende Kraft für den Wechsel gewesen sei. Scheler habe einen anderen Kandidaten favorisiert. Die SpVgg SV Weiden, so ihr Trainer, musste sich auf die Suche begeben, da Stammtorwart Matthias Götz wegen eines Kreuzbandrisses operiert wird und länger ausfällt. "Das Geschäft ist leider so, dass man im August noch den Status eines Vertragsamateurs bekommen kann. Bei uns hat er den nicht, das sind zusätzliche Kosten mit Abgaben", erklärt Wagner. Der Trainer ist frustriert: "Heisig ist der dritte Spieler, der nicht zu seinem Wort steht." Wagner habe seine Mannschaft informiert. Das Ergebnis: "Die Spieler sind am Boden und maßlos enttäuscht, dass er das macht." Leider sei das Ganze legitim, und die SpVgg SV Weiden kümmere sich nicht um die Folgen: "Denen ist halt das Hemd näher als die Hose", kann Wagner nur feststellen.

Da rückt das Spiel gegen Osterhofen am Dienstag ein bisschen in den Hintergrund. Vor zwei Wochen noch war Osterhofen in ähnlich misslicher Lage wie der FC Amberg. Jetzt ist beim niederbayerischen Aufsteiger der vielzitierte Knoten geplatzt – ausgerechnet beim brisanten Landkreisderby gegen den starken TSV Seebach. 1:0 gewonnen, Eigenwerbung betrieben, das Tor bereits in der 5. Minute erzielt und das Ergebnis gehalten bis zum Schluss. „Ein Sieg des Willens“ sei es gewesen, der Sieg gegen Seebach. Aber nicht nur: Denn Osterhofen hat reagiert und drei erfahrene Spieler reaktiviert, zum einen den erfahrenen Ondrej Bublik zurückgeholt, dann den Kosovaren Granit Ollin wieder in Dienst gestellt, zuletzt dann vom tschechischen Drittligisten 1. FC Pribram Martin Polak geholt und das hat sich schon gegen Seebach bezahlt gemacht.

Baumgärtner noch nicht sicher

Die Mannschaft in dieser Phase im Stich zu lassen, kreidet man Heisig auf das Übelste an. In dieser Phase heißt: Die Amberger haben alles andere als eine personell üppig besetzte Mannschaft, die Bekanntgabe der Aufstellung gleicht von mal zu mal und mehr oder weniger einem ärztlichen Bulletin. Auch diesmal muss Trainer Karl Heinz Wagner Lücken im Mannschaftsgefüge feststellen, es war auch noch nicht sicher, ob die angeschlagenen Dennis Kramer und Yannick Haller gegen die SpVgg Osterhofen antreten können. Um Torhüter Heisig hat man sich die wenigstens Sorgen gemacht, für ihn kommt vermutlich Manuel Baumgärtner jetzt zum Einsatz – das ist aber noch nicht sicher. Trainer Martin Wimbser aus Osterhofen hat den unbedingten Willen bei seiner verstärkten Elf gegen Seebach heraus gehoben, am Willen hats den Ambergern auch in Tegernheim nicht gefehlt. Zum Schluss dann war die Konzentration weg, und so wurde bereits das dritte Spiel (Ettmannsdorf, Weiden, Tegernheim) in der Nachspielzeit abgegeben. Jetzt ist der FC Amberg mehr oder weniger im Zugzwang.

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