06.10.2021 - 18:41 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Starbulls Rosenheim der Favorit der Eishockey-Oberliga Süd

Mit dem Traditionsduell SC Riessersee gegen Starbulls Rosenheim startet die Oberliga Süd am Donnerstag in die Saison 2021/22. Neben Rosenheim wird auch Regensburg hoch eingeschätzt. Die Blue Devils wollen besser abschneiden als im Vorjahr.

Szene aus einer Partie der vergangenen Saison zwischen den Blue Devils Weiden (blaue Trikots) und den Starbulls Rosenheim: Die Oberbayern starten als Top-Favorit in die Oberliga-Saison 2021/22.
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Für Weiden beginnt die Saison am Freitag mit dem Auswärtsspiel beim EC Peiting, dem ehemaligen Verein des neuen Devils-Trainers Sebastian Buchwieser. Nach dem Aufstieg der Selber Wölfe in die DEL2 sind heuer nur zwölf Teams am Start. Die dürfen nach einem Jahr Abstinenz wegen der Coronavirus-Pandemie wieder Zuschauer in die Stadien lassen. Es gibt viele hochkarätige Neuzugänge, hier eine kurze Einschätzung der Klubs in alphabetischer Reihenfolge.

Deggendorfer SC

Nächster radikaler Umbruch mit jeweils 18 Zu- und Abgängen: Nach der verkorksten Vorsaison wollen die Niederbayern heuer wieder angreifen. Neben einigen Routiniers, wie dem spielenden Sportlichen Leiter Thomas Greilinger oder den Pielmeier-Brüdern Timo und Thomas, die in ihre Heimatstadt zurückgekehrt sind, sollen sich aufstrebende Talente beweisen. Im Sturm ruhen große Hoffnungen auf dem Kanadier Liam Blackburn, im Vorjahr zunächst in Amberg und später in Passau aktiv.

EV Füssen

Der 16-fache Deutsche Meister geht nach dem Aufstieg in sein drittes Oberliga-Jahr. Nach Rang elf im Vorjahr nehmen die Allgäuer einen neuen Anlauf in Richtung Play-offs. Das wird aber mit einem jungen Team und einigen Routiniers - unter anderem Erich Nadeau (47 Jahre), Lubos Velebny (39) oder der Russe Andrej Taratukhin (38) - nicht leicht. Eine Bank im Sturm ist der Kanadier Samuel Payeur.

Höchstadt Alligators

Der Überraschungs-Vierte und Play-off-Halbfinalist der vergangenen Saison wird diesen Erfolg kaum wiederholen können. Die Erwartungen der Fans sind gestiegen, der Kader ist aber etwas dünn besetzt. Hoffnung setzt man auf die Kooperation mit DEL2-Aufsteiger Selber Wölfe. Ein herber Verlust ist der Weggang von Topscorer Milan Kostourek, der zweite Punktesammler, Anton Seewald, konnte dagegen gehalten werden.

HC Landsberg

Das in der vergangenen Saison abgeschlagene Schlusslicht (nur 2 Siege in 35 Spielen) steht erneut vor einem schweren Jahr. Die Mannschaft von Trainer Fabio Carciola wurde zwar qualitativ verstärkt und dürfte etwas konkurrenzfähiger sein, das Ziel kann aber nur Klassenerhalt lauten.

EV Lindau

Das Team vom Bodensee - im Vorjahr Achter - geht in seine sechste Oberliga-Saison und will erneut um den letzten Play-off-Platz mitkämpfen. Die namhaftesten Neuzugänge im Team des neuen Trainers Stefan Wiedmaier sind Goalie Matthias Nemec und der finnische Stürmer Jere Laaksonen von den DEL2-Klubs Heilbronner Falken und EV Landshut.

ECDC Memmingen

Vor zwei Jahren Hauptrunden-Zweiter, im Vorjahr nur Neunter: Da kamen die Indians erst spät in Schuss und hatten im Play-off-Viertelfinale die Eisbären Regensburg kurz vor dem Rauswurf. Hochkarätige Neuzugänge wie der ehemalige deutsche Nationalspieler Jaroslav Hafenrichter, der Tscheche Matej Pekr oder der frisch eingebürgerte Russe Sergej Topol können die Allgäuer zu einem "Top-4"-Kandidaten machen.

Passau Black Hawks

Beim Vorletzten der vergangenen Saison gab es einen enormen Umbruch. 16 Spieler haben die Niederbayern verlassen, unter anderem die ehemaligen Weidener Daniel Filimonow und Daniel Willaschek sowie der ehemalige Amberger Liam Blackburn. Für die junge Truppe von Trainer Ales Kreuzer wird es nur um den Klassenerhalt gehen. Beim Weidener 5:2-Testspielsieg waren die Passauer chancenlos.

EC Peiting

Der EC Peiting, Ex-Verein des neuen Weidener Trainers Sebastian Buchwieser, war jahrelang ein sicherer Anwärter für die obere Tabellenhälfte. Der neue Coach und langjährige Spieler Anton Saal vertraut auf einen Kader, der sich zum Großteil aus eigenen Nachwuchskräften zusammensetzt. Hochkarätigster Neuzugang ist der Finne Eetu-Ville Arkiomaa vom SC Riessersee. Marco Habermann ist von den Blue Devils Weiden in seine Heimat zurückgekehrt.

Eisbären Regensburg

Die Eisbären starten nach zwei Hauptrunden-Titeln einen neuen Anlauf in Richtung Aufstieg. Der große Vorteil ist eine seit Jahren eingespielte Mannschaft, die immer nur punktuell verstärkt wird. Heuer kamen zwei Neuzugänge, Routinier Andrew Schembri aus Deggendorf und Marvin Schmid aus Memmingen. Bereits seit 2015 beziehungsweise 2018 vertrauen die Domstädter auf das tschechische Sturmduo Nikola Gajowsky und Richard Divis.

SC Riessersee

Der prominenteste Zugang beim zehnfachen Deutschen Meister ist der Coach: Mit dem ehemaligen Bundestrainer Pat Cortina haben die Garmischer einen Top-Mann an der Bande. Er soll das junge Team zu einer Mannschaft mit Zukunft aufbauen. Ob es für einen Spitzenplatz reicht, wird maßgeblich davon abhängen, ob die Förderlizenspieler von Kooperationspartner Red Bull München regelmäßig zur Verfügung stehen.

Starbulls Rosenheim

Drei deutsche Meisterschaften gab es in den 1980er-Jahren in Rosenheim zu bejubeln, doch nun dümpeln die Starbulls seit fünf Jahren in der Drittklassigkeit herum. Damit soll jetzt Schluss sein, das Ziel in der Aufstieg in die DEL2. "Mit unserem Kader, mit der Breite und der Qualität, haben wir auf alle Fälle eine Mannschaft zusammen, um unsere Ziel zu erreichen", sagt Geschäftsführer Daniel Bucheli. Dank Top-Transfers wie Steffen Tölzer (Augsburg) oder Brad Snetsinger (Selb) sind die Starbulls der Top-Favorit.

Blue Devils Weiden

Nach der enttäuschenden Vorsaison - Platz zehn, Pre-Play-offs wegen Corona geplatzt - wollen die Blue Devils unter der Regie des neuen Trainers Sebastian Buchwieser und mit namhaften Verstärkungen nach oben klettern. Der Deutsch-Kanadier Chad Bassen bringt die Erfahrung aus 803 DEL-Spielen mit nach Weiden, auch Nick Latta hat DEL-Stationen in Köln, Wolfsburg und Straubing hinter sich. Zwischen den Pfosten scheinen die Blue Devils mit Jaroslav Hübl nach vielen Jahren endlich wieder eine richtige Nummer 1 zu haben.

Der Modus der Oberligen Süd und Nord

Die Oberligen Süd (12 Teams) und Nord (14) absolvieren eine Doppelrunde bis zum 6. März 2022. Die Pre-Play-offs („Best-of-3“) finden ab 11. März statt. Das Achtelfinale startet am 18. März, das Viertelfinale am 1. April, das Halbfinale am 12. April und das Finale am 22. April. Bereits ab dem Achtelfinale (in der Vorsaison nur im Finale) kommt es zur Verzahnung der beiden Oberligen, alle Play-off-Runden werden im Modus „Best-of-5“ ausgetragen. Der Oberliga-Meister und sportliche Aufsteiger in die DEL2 steht spätestens am 1. Mai fest.

Am 11. März startet in beiden Ligen auch die Relegation. In der Oberliga Süd findet eine Play-down-Serie („Best-of-7“) zwischen den Teams auf den Plätzen 11 und 12 statt. Der Verlierer steigt ab. Für den Aufstieg in die Oberliga Süd wurde festgelegt: Der Meister der Bayernliga und der Regionalliga Südwest ermitteln in Hin- und Rückspiel (1. und 3. April) den Aufsteiger.

Das Interview mit dem Devils-Sponsor

Plößberg

 

 

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