Starke Anfangsphase reicht den Blue Devils zum 14. Sieg

Weiden in der Oberpfalz
11.11.2022 - 22:47 Uhr

Sie sind einfach nicht zu stoppen: Die weite Reise an den Bodensee zu den Lindau Islanders krönten die Blue Devils Weiden mit dem 14. Saisonsieg im 14. Spiel. Ausschlaggebend dafür war vor allem ein Blitzstart.

Gut lachen hatten die Blue Devils Weiden beim Gastspiel am Bodensee: Gegen den EV Lindau feierte der Oberliga-Spitzenreiter den 14. Sieg im 14. Spiel. In dieser Szene wird das wunderschön herausgespielte 2:0 durch Moritz Schug (Zweiter von rechts) bejubelt.

Der wilde Ritt wird immer wilder: Die Blue Devils Weiden surften auch am Bodensee weiter auf ihrer Erfolgswelle. Gegen den EV Lindau siegte die Mannschaft von Trainer Sebastian Buchwieser am Freitagabend mit 5:1 und feierte damit ihren 14. Sieg im 14. Spiel in der Oberliga Süd.

Die Kommentatoren auf "Sprade.tv" wünschten sich einen Lindauer Eishockey-Krimi in bester "Tatort"-Manier, doch die Mit-Hauptdarsteller aus der Oberpfalz hielten sich überhaupt nicht ans Drehbuch. Schon in den ersten 20 Minuten klingelte es vier Mal im Kasten der Gastgeber. Neal Samanski machte bereits nach 50 Sekunden den Anfang, als er einen Abpraller nach einem Schuss von Kapitän Dennis Thielsch verwertete. Ein Traumtor gelang Moritz Schug, der eine wunderschöne Direkt-Kombination zum 2:0 abschloss. Thielsch (8.) und erneut Samanski (14.) sorgten noch während des ersten Drittels für eine frühe Vorentscheidung. Selbst eine 43-sekündige doppelte Unterzahl, Samanski und Marius Schmidt saßen draußen, überstanden die Blue Devils, ohne ernsthaft in Bedrängnis zu geraten.

"Wir sind gut gestartet, haben stark verteidigt und dann schnell nach vorne gespielt. Allerdings haben wir diese Marschroute heute nur in den ersten 20 Minuten umgesetzt. Unser Ziel muss es schon sein, das über die gesamte Spielzeit abzurufen", sagte Devils-Coach Sebastian Buchwieser nach der Partie.

Im Gefühl des beruhigenden Vorsprungs agierten die Weidener im zweiten Drittel nicht mehr so druckvoll wie noch in den ersten 20 Minuten. Aber auch die Lindauer stabilisierten durch einige Umstellungen ihre Defensive und präsentierten sich nicht mehr ganz so desolat. Wenn es aus Sicht der Blue Devils etwas zu bemängeln gab, dann waren es die "etwas zu vielen Strafzeiten", wie auch Elia Ostwald in der Drittelpause auf "Sprade.tv" einräumte. Wieder hatten die Gastgeber zeitweise zwei Spieler mehr auf dem Eis, diesmal drückten Ostwald und Adam Schusser die Strafbank, doch erneut glänzten die Weidener in Unterzahl und ließen keinen Gegentreffer zu. "Das sollten wir vermeiden, auch wenn wir beide Situationen gut wegverteidigt haben", sagte Oswald.

Im finalen Drittel blieb es ein ausgeglichenes Spiel mit Chancen hüben wie drüben – und zumeist einem Weidener auf der Strafbank. Einziger Unterschied: Diesmal rächte sich die andauernde Unterzahl. Als Joey Luknowsky zwei Minuten absaß, schaffte Marc Hofmann den durchaus verdienten Ehrentreffer für Lindau (52.). Die vielen Strafzeiten hätte sich seine Mannschaft "zum Teil schon selbst zuzuschreiben", merkte Buchwieser. "Wir sind zu wenig gelaufen und haben zu viel mit dem Stock gearbeitet." Allerdings wurde für den Weidener Trainer auch "mit zweierlei Maß" gemessen. "Wenn der Schiedsrichter bei uns diese Linie an den Tag legt, muss Lindau auch mehr Strafen kassieren."

Luca Gläser stellte den Endstand her, als ihm der Puck über den Schläger rutschte und per Bogenlampe im Lindauer Gehäuse einschlug. Dafür, dass die Blue Devils fast ein gesamtes Drittel in Unterzahl agieren mussten, war es ein relativ souveräner Erfolg, ganz ohne den Spannungsbogen eines Krimis – einer starken Anfangsphase sei Dank.

Jetzt haben die Blue Devils kurz Zeit durchzuschnaufen. Erst am 20. November geht es mit dem Heimspiel gegen den Deggendorfer SC weiter. "Das ist tatsächlich ein zweischneidiges Schwert. Eine solche Pause kommt zumeist Mannschaften eher gelegen, die hinten drinstehen. Aber wir hatten jetzt in kürzester Zeit 14 Spiele. Wir haben zwar alle gewonnen, doch auch das ist für den Kopf nicht immer so leicht zu verarbeiten", sagte Buchwieser.

Statistik:

EV Lindau – Blue Devils Weiden 1:5 (0:4, 0:0, 1:1)

  • Lindau: Nemec - Grünholz, R. Wucher, Stiefenhofer, Biberger, Pacheco, Raaf-Effertz, Bergen, Birner - C- Wucher, Kolb, Mairitsch, Dosch, Mayer, Sevchenko, Lüsch, Farny, Hofmann, M. Wucher, Walter, Klatte
  • Weiden: Hübl - Ostwald, Müller, Herbst, Schusser, Davis, Schug, Schmidbauer - Heinisch, Rubes, Siller, Samanski, Homjakovs, Thielsch, Schmidt, Voit, Hechtl, Gläser, Bassen, Luknowsky
  • Tore: 0:1 (1.) Samanski (Schusser, Homjakovs), 0:2 (6.) Schug (Davis, Schmidt), 0:3 (8.) Thielsch, 0:4 (14.) Samanski (Homjakovs, Schusser), 1:4 (52.) Hofmann (Lüsch), 1:5 (58.) Gläser (Luknowsky, Bassen) - SR: Votler, Singaitis - Zuschauer: 323 - Strafen: Lindau 4, Weiden 18
 
 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.