26.04.2020 - 20:55 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Viele Fragezeichen in der Oberliga Süd

Warten auf Neuigkeiten: In der Eishockey-Oberliga Süd sehnen die Fans den 1. Mai herbei. Nach dem Ende des Transfer-Stopps hoffen sie nach rund vier Wochen Funkstille auf Informationen über personelle Veränderungen bei ihren Vereinen. Es bleiben aber viele Unsicherheiten.

Franz Vodermeier, Geschäftsführer bei den Blue Devils, muss wegen der Coronakrise auch seine Planungen anpassen. Bild: Gebert
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

"Er herrscht Stillstand", beschreibt Franz Vodermeier, Geschäftsführer der Blue-Devils-Spielbetriebs-GmbH, die seit Ende März bestehende Lage. Die Vereinbarung der Oberliga-Vereine in den Staffeln Nord und Süd über einen Transfer-Stopp gilt bis 30. April. Die Blue Devils Weiden hatten am 25. März ihren bislang einzigen Neuzugang, den Letten Edgars Homjakovs vom ERC Sonthofen, bekanntgegeben.

Im Team von Trainer Ken Latta haben sechs Spieler einen Vertrag für die Saison 2020/21: die Verteidiger Ralf Herbst und Barry Noe sowie die Stürmer Marco Habermann, Martin Heinisch, Edgars Homjakovs und Tomas Rubes. Als Abgänge stehen bisher die Goalies Jonas Neffin und Daniel Filimonow, die Verteidiger Adrian Klein und Adam Poldruhak sowie die Stürmer Herbert Geisberger und Tomas Knotek fest.

Bezüglich weiterer Personalentscheidungen, auch was Vertragsverlängerungen betrifft, hält sich Vodermeier bedeckt. In den Wochen des Transfer-Stopps seien aber intern viele Gespräche geführt worden. "Wir sind mit fast allen Spielern des letztjährigen Kaders in Gesprächen, zeitlich haben wir aber keine Not." Es werde aber weitere Abgänge geben, auch aus privaten oder beruflichen Gründen.

Wie bei allen Vereinen spielt auch bei den Blue Devils die finanzielle Situation eine entscheidende Rolle. "Wir wollen in die Breite und in die Qualität investieren", hatte Vodermeier nach der Analyse der vergangenen Saison angekündigt. Und: Der Budget-Rahmen werde wohl größer sein als im Vorjahr. "Das wäre so gewesen", doch die Coronakrise habe alles verändert. Alle im Land haben jetzt andere Sorgen, auf den Sport bezogen die Vereine und die Wirtschaft. "Es wird Einschnitte geben", befürchtet der Geschäftsführer, der aber betont: "Das gilt nicht nur für Weiden, sondern für die gesamte Oberliga."

Ein weiteres Fragezeichen steht hinter der Ligenstärke. Nach der Insolvenz des ERC Sonthofen, der in der Bayernliga einen Neubeginn startet, zählt die Oberliga Süd nur elf Vereine. Als Nachrücker kämen grundsätzlich die Bayernligisten aus der Verzahnungsrunde - TEV Miesbach, Passau Black Hawks oder HC Landsberg - infrage. Lediglich Miesbach scheint über diese Möglichkeit ernsthaft nachzudenken. "Dass wir auf zwölf Vereine kommen, wäre uns allen recht, aber wir wissen momentan nichts", erklärte Vodermeier. Unterdessen bestätigt Michael Lampert, Geschäftsführer des österreichischen Klubs VEU Feldkirch, Gedankenspiele seines Vereins zur Oberliga Süd. Marc Hindelang, Vizepräsident des Deutschen Eishockey-Bundes, blockt aber ab: "Das ist für uns aktuell kein Thema. Wir wollen die aktuelle Ligenstruktur beibehalten und am liebsten durch Nachrücker aus Deutschland stärken."

Das Verbot von Großveranstaltungen bis Ende August wirft Fragen hinsichtlich des Saisonstarts - in der Oberliga Süd am letzten September-Wochenende - und auch des Spielmodus auf. "Damit beschäftigen wir uns zwar noch nicht, aber es gibt wohl drei Szenarien. Wir beginnen normal, später oder gar nicht", sagt Vodermeier. Eine Entscheidung ist bei den Blue Devils aber schon gefallen. Das für 29. August geplante Sommerfest auf der Freieisfläche ist gestrichen. Wie alle anderen tappt auch GmbH-Geschäftsführer Vodermeier bei der Einschätzung, wie sich die Coronakrise entwickelt, im Dunkeln. "Es ist alles Spekulation. Wir wissen nur eins, dass wir gar nichts wissen."

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