22.11.2021 - 16:30 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Der Wasserballer des SV Weiden aus dem Ministerium

Nationalspieler gibt es auch in Weiden. Der tschechische Internationale Štěpán Rezek springt seit einigen Wochen für den Wasserball-Bundesligisten SV Weiden ins Becken. Dafür nimmt er einiges in Kauf.

Die beiden Weidener Neuzugänge Štěpán Rezek (rechts) und Tomasz Pronobis. Rezek hat bereits 60 Länderspiele für Tschechien absolviert.
von Josef Maier Kontakt Profil

Seine Liebe zu diesem Sport lässt sich auch in Kilometern messen: 200 Kilometer hin, 200 Kilometer zurück. Nach Weiden und wieder heim nach Prag. Oft an nur einem Abend, mindestens einmal die Woche. "Training macht doch Spaß", sagt Wasserballer Štěpán Rezek lachend. "Und wenn das Training gut ist, sind die Fahrstrapazen überhaupt kein Problem." Auf den langen Fahrten zwischen der Oberpfalz und der tschechischen Hauptstadt geht der 32-jährige Tscheche auch schon mal "fremd": "Ich höre dann Podcasts. Eishockey-Podcasts oder auch poltische." Kein Wunder, der Neuzugang des Bundesligisten SV Weiden ist als Soziologe im tschechischen Arbeits- und Sozialministerium beschäftigt.

Seit Sommer spielt Rezek für den SV. Mit seinem ersten Bundesligaeinsatz für die Weidener vor zehn Tagen – das Spiel gegen Bayer Uerdingen ging mit 13:16 verloren – war er im Großen und Ganzen zufrieden: "Wir hätten auch gewinnen können." Einmal traf er selbst, was ihm aber zu wenig war: "Ich hätte vier Tore machen können."

Rezek stammt aus einer tschechischen Wasserballfamilie. Sein Bruder spielte lange beim Erstligisten Stepp Prag, sein Vater war beim Olympischen Wasserballturnier 2004 in Athen als Schiedsrichter im Einsatz. Auch die Mama ist wasserballbegeistert. Beim Traditionsclub Stepp ist der kleine Stepan groß geworden. Vor Corona wagte er aber auch schon den Schritt ins Ausland, und spulte jede Menge Kilometer herunter. Drei Jahre spielte er für den VFC Plauen in der Bundesliga, die Sachsen haben sich mittlerweile aus dem Wasserball-Oberhaus zurückgezogen. Als Weiden ihm anbot, in die Oberpfalz zu wechseln, sagte Rezek sofort zu, obwohl er wusste, dass da einige Odysseen mit Trainings- und Spielplanung anstanden. Vor Spielen bleibt Rezek nach dem Donnerstagtraining bis zum Spieltag in Weiden. "Ich kann auch von hier aus digital arbeiten", sagt er.

Für SV-Coach Thomas Aigner ist Rezek ein ganz wichtiges Puzzleteil im Mannschaftsgefüge. Der 1,94 Meter lange Sportler kann rechts wie links im Rückraum spielen, ist aufgrund seiner Spannweite ein gefürchteter Schütze. "Er ist ein netter Kerl, er passt gut zu uns rein", sagt Aigner, der aber auch nicht zu viel fordert: "Wir dürfen jetzt nicht alles auf Štěpán projizieren." Aber natürlich helfe der erfahrene Spieler, der mittlerweile 60 Länderspiele für Tschechien bestritten hat, dem Team enorm weiter. Er ist auch einer, der die vielen jungen Akteure im Team der Oberpfälzer führen kann.

Am Sonntag vor einer Woche bei seinem Debüt in der SV-Badehose waren auch seine Eltern und zwei Kumpels dabei. "Von der Atmosphäre in der Thermenwelt waren sie begeistert", erzählt er. Und zum Abschluss der Mini-Oberpfalztour ließen sich die Tschechen auch noch ein "echtes bayerisches Essen und ein Bier" schmecken. Danach ging es wieder zurück nach Prag. Dieses Mal ohne Podcast. Rezek hatte genug Unterhaltung.

Die Weidener Wasserballer in den Startlöchern

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Die erste Saisonniederlage für den SV Weiden

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Info:

Die Spiele des SV Weiden

  • Samstag, 27. November, 18 Uhr: Düsseldorfer SC - SV Weiden
  • Sonntag, 28. November, 11.30 Uhr: Bayer Uerdingen - SV Weiden
  • Samstag, 4. Dezember, 16.30 Uhr: SV Würzburg - SV Weiden
  • Samstag, 11. Dezember, 18 Uhr: SV Weiden - SV Würzburg
  • Samstag, 18. Dezember, 18 Uhr: SV Weiden - SC Neustadt an der Weinstraße
  • Samstag, 15. Januar, 18 Uhr: SC Neustadt an der Weinstraße - SV Weiden
  • Samstag, 22. Januar, 18 Uhr: SV Weiden - Düsseldorfer SC

 

 

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