Weiden in der Oberpfalz
22.09.2023 - 16:01 Uhr

Mit den Zeitstrafen geht die Zahl der Roten und Gelb-Roten Karten im Fußball zurück

Dieses neue Instrument für die Schiedsrichter scheint sich zu bewähren. Seitdem es wieder die Zehn-Minuten-Zeitstrafe gibt, zeigen die Unparteiischen weniger Rote oder Gelb-Rote Karten.

Es gibt weniger Rote Karten im bayeriscnen Amateurfußball. Bild: Patrick Seeger/dpa
Es gibt weniger Rote Karten im bayeriscnen Amateurfußball.

Die zur Saison 2022/23 vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) wiedereingeführte Zeitstrafe bei Erwachsenen hat zu einem teils erheblichen Rückgang bei der absoluten Zahl der Platzverweise im bayerischen Amateurfußball geführt: Nach ersten statistischen Auswertungen der abgelaufenen Spielzeit im Herren-Bereich zeigten die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter fast 41 Prozent weniger Gelb-Rote Karten (minus 5280) als noch in der Saison 2021/22. Die Zahl der Roten Karten sank im gleichen Zeitraum um 295 und lag damit um knapp fünf Prozent niedriger, heißt es in einer Mitteilung des Bayerischen Fußballverbandes (BFV).

„Einführung und Umsetzung der Zehn-Minuten-Zeitstrafe haben nach der bei Neuerungen normalen Anfangsphase mit kleinen Startschwierigkeiten zu keinen Problemen geführt. Das belegen insbesondere die positiven Rückmeldungen – sowohl seitens der Spielleitung als auch der Schiedsrichter oder der Lehrwarte. Auch das Echo der Spielerinnen und Spielern ist überwiegend positiv“, sagt der im Präsidium für das Schiedsrichterwesen verantwortliche BFV-Vizepräsident Robert Schraudner. „Dieses breite Feedback, aber auch die ersten Zahlen zeigen, dass die Maßnahme als solche greift und im Spiel weitere Optionen geschaffen worden sind, um insbesondere Unsportlichkeiten zu ahnden. Der Ermessensspielraum ist größer geworden. Für Vergehen, bei denen eine Gelbe Karte zu wenig, aber eine Rote Karte zu viel wäre, kann jetzt eine Zeitstrafe ausgesprochen werden – das hat sich auch in der Praxis bewährt“, betont Verbands-Schiedsrichterobmann Sven Laumer.

Die Delegierten hatten auf dem 26. Ordentlichen BFV-Verbandstag im Juni 2022 mit klarer Mehrheit für die Wiedereinführung der Zehn-Minuten-Strafe in den Spielklassen des Erwachsenenbereichs von der Bayernliga (Frauen) beziehungsweise landesliga (Männer) abwärts votiert. Zuvor hatte der BFV bereits auf den Kreis- und Bezirkstagen entsprechende Meinungsbilder abgefragt, dabei stimmten 71,5 Prozent für die Einführung der Zeitstrafe. Die Zeitstrafe im Aktiven-Bereich war 1991 mit Einführung der Gelb-Roten Karte abgeschafft worden, bei Junioren-Partien ist die Fünf-Minuten-Strafe bis heute beibehalten worden.

 
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