05.09.2021 - 12:50 Uhr
WeiherhammerSport

Goldtraum geplatzt: Alte Verletzung bricht bei Daniel Scheil im Wettkampf auf

Er war der Titelverteidiger: Daniel Scheil aus Weiherhammer wollte im Kugelstoßen nach Rio 2016 bei den Paralympics in Tokio erneut Gold holen. Doch er hatte keine Chance und das hatte auch einen Grund.

Daniel Scheil müht sich im Regen von Tokio. Die Folgen seines Muskelbündelrisses hemmten den Athleten aus Weiherhammer in jedem Versuch.
von Josef Maier Kontakt Profil

In der Vorbereitung hatte es noch gut ausgesehen, aber kurz vor dem Wettbewerb gab es im Stadion den Schock: Die alte Verletzung brach wieder auf. Kugelstoßer Daniel Scheil aus Weiherhammer (Landkreis Neustadt/WN) war am Samstag bei den Paralympics in Tokio in seiner Handicapklasse als Mitfavorit auf Gold gestartet, am Ende landete er mit 9,86 Metern auf Platz fünf. In Rio hatte der Wahl-Oberpfälzer vor fünf Jahren mit 11,03 Metern den Paralympicssieg geholt.

Die relativ geringe Weite hat aber einen Grund: Im Vorbereitungstrainingslager in Shimabara zwei Wochen vor den Paralympics hatte sich Scheil einen Muskelbündelriss im Bauch zugezogen. Der Athlet erhielt sofort optimale medizinische Betreuung. Doch die Zeit, die Verletzung auszukurieren, war zu kurz. "Auf dem Aufwärmplatz lief es noch hervorragend", übermittelte sein Trainer Christian Balke aus Tokio. "Bei den Aufwärmversuchen im Olympiastadion unmittelbar vor dem Wettkampf hatte er wieder Schmerzen am Bauch." Für eine Behandlung war es zu spät, da Scheil all seine sechs Versuche unmittelbar hintereinander absolvieren musste. Da der Sportler bei seinen Versuchen am Wurfstuhl fixiert wird, um ein Abheben des Gesäßes beim Stoß zu verhindern, drückte eben diese Fixierung auf die verletzte Stelle. Die Schmerzen waren zu groß, um Bestleistungen zu bringen. Die weiteren Versuche Scheils landeten bei 9,67 und 9,63 Metern. Damit hatte er nicht den Hauch einer Chance. Drei Versuche waren ungültig. "Die Enttäuschung bei Daniel ist groß", sagte Balke. Fünf Jahre lang hatte sich Scheil akribisch auf die Paralympics vorbereitet. Wie groß die Chance des Athleten aus Weiherhammer am Samstag gewesen wäre, zeigt ein Blick auf die Ergebnisliste: Gold-Gewinner Zakariae Derhem aus Marokko siegte mit 11,37 Metern. Zum Vergleich: Die Saisonbestleistung Scheils liegt fünf Zentimeter darüber bei 11,42 Metern. Nach der ersten Enttäuschung will sich Scheil auf die WM 2022 im japanischen Kobe konzentrieren. Und im Gespräch mit den Oberpfalz-Medien im Vorfeld von Tokio, hatte er angekündigt, dass für ihn auch die Paralympics 2024 in Paris ein Thema seien.

Somit bleibt die Oberpfalz in Tokio medaillenlos. Denn auch Svenja Mayer aus Amberg verpasste mit ihrem Team Edelmetall. DieAmbegerin gehört zum deutschen Rollstuhl-Basketball-Team und das verlor das Spiel um Platz drei gegen die USA mit 51:64. In der Vorrunde hatte die Mannschaft noch voll überzeugt und galt als heißer Favorit auf Edelmetall.

Daniel Scheil und die Erwartungen an die Paralympics in Tokio

Weiherhammer

"Die Enttäuschung bei Daniel ist groß."

Christian Balke, Trainer von Daniel Scheil

 

 

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