21.09.2020 - 14:56 Uhr
WiesauSport

Wiesauer Debakel in Röslau: "Das ist Fußball"

Erst ein mickriges Pünktchen, 101 Gegentore: Die Landesliga-Reserve des FC Vorwärts Röslau war bislang in der Kreisliga Süd nicht mehr als Kanonenfutter. Also leichtes Spiel für die ambitionierte SpVgg Wiesau zum Re-Start? Mitnichten.

Trainer Christian Zettl und die SpVgg Wiesau erlebten zum Wiederbeginn nach der Coronapause ein Debakel in der Kreisliga Süd beim bislang sieglosen Schlusslicht FC Vorwärts Röslau II.
von Helmut KapplProfil

So hatte sich die SpVgg Wiesau ihr Auswärtsspiel zum Re-Start nicht vorgestellt. Als absoluter Topfavorit, immerhin Vierter mit 33 Zählern in der Kreisliga Süd, traten die Stiftländer beim bis dato noch sieglosen, hoffnungslos abgeschlagenen Schlusslicht FC Vorwärts Röslau II an. Nur einen Zähler bei einem Torverhältnis von 8:101 hatten die Oberfranken auf ihrem Konto. Nicht nur Röslaus Vorsitzender Bernd Nürnberger rieb sich verwundert die Augen. "Wer ist hier der abgeschlagene Tabellenletzte und wer das Spitzenteam?" Gut, unumwunden gab er zu, dass sich die Heimelf mit vier gestandenen Akteuren aus dem Landesligakader verstärkte. Aber das war für den Wiesauer Vorstandskollegen Alfred Klarner nicht der einzige Grund für die schmerzhafte 2:5-Niederlage. "Noch kurz vor der Partie meldeten sich zwei Leistungsträger verletzungsbedingt ab. Somit musste Trainer Christian Zettl auf insgesamt sechs Stammspieler verzichten." Klarner vermutet außerdem, dass sich die Mannschaft vom Tabellenstand der Hausherren einfach blenden ließ. "Im Unterbewusstsein war für sie die Partie schon erfolgreich abgehakt, zumal Manuel Forte bereits nach zwei Minuten den Führungstreffer erzielte." Im Gefühl des sicheren Sieges ließen die Gäste die Zügel locker und wurden kurz vor der Halbzeit mit dem Ausgleich bestraft.

Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Stammtorwart Flavio Batista und musste durch den dritten Keeper Markus Kraus ersetzt werden. Dieser kassierte gleich zwei Minuten nach der Pause das 1:2. "Aber an ihm lag es sicher nicht", nimmt Alfred Klarner den Ersatztorwart in Schutz. Einen weiteren Grund für das Debakel sah der SpVgg-Vorsitzende in der katastrophalen Chancenverwertung. "Bis zum 1:3 vergab die Mannschaft beste Einschussmöglichkeiten und wurde dafür in der Schlussphase mit zwei weiteren Gegentoren bitter bestraft." Das Entsetzen war Spielern und Trainer nach der Partie förmlich anzusehen. Aber Klarner erlangte umgehend die Fassung wieder. "So ein Spiel gibt es immer wieder, das ist Fußball." Wie heißt es so schön: "Mund abwischen, und weiter geht es." Ambitionen, weiter nach oben zu schauen, hegen die Stiftländer nun nicht mehr. Im Gegenteil: "Rein rechnerisch könnten wir sogar noch absteigen." Aber so weit wird es für Klarner dann doch nicht kommen. Am kommenden Sonntag gastiert Tabellenführer FC Lorenzreuth im Wiesauer Sportpark. Für Klarner genau zur rechten Zeit: "Da bekommt die Mannschaft die beste Gelegenheit, sich für das Debakel in Röslau zu rehabilitieren."

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