23.05.2018 - 17:38 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Gefälschte Sparkassen-Nachrichten unterwegs Betrugsversuch per E-Mail

4.20 Uhr am Morgen. "Pling" macht das Handy auf dem Nachttisch. Eine E-Mail ist angekommen. Wieder so eine Datenschutz-Erklärung, wie sie nach der Änderung der Verordnung momentan ständig hereinprasseln. "Die Sparkasse bittet um eine Aktualisierung der Kundendaten". Doch halt: Absender ist die "Sparkasse AG". Da ist irgend etwas was mächtig faul. Stimmt.

Symbolbild: Arne Bänsch/dpa
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

EU-Datenschutz-Grundverordnung heißt die neue Richtlinie, und allenthalben wird man aufgefordert, die Bedingungen zu akzeptieren. Meist geschieht das mit dem Zusatz "Wenn Sie damit einverstanden sind, brauchen Sie gar nichts zu tun". Das ist die korrekte Methode.

Kriminelle aber surfen gerne auf solchen Informationswellen. Sie sehen eine Chance, an begehrte Daten und Kennwörter heranzukommen. Da käme natürlich ein Blick in Bank-Kundendaten gerade recht. Deswegen versuchen sie es mit einem allerdings doch etwas plumpen Trick: "Sicherheitsrelevante Probleme" habe es mit Kundendaten gegeben, deswegen sei eine Aktualisierung dringend erforderlich.

Danach sei das Kundenkonto automatisch auf dem neuesten Stand der Sicherheitsbedingungen nach Bundesgesetz. Wer's glaubt, wird nicht selig, sondern höchstens ärmer.

Kriminelle Energie

Ein holpriger Stil und mehrere Fehler machen zunächst mal stutzig, dann ein Blick auf den Absender: Sparkasse AG. Das rote S als Aktiengesellschaft? Haben wir da was versäumt? Nein. Nur ein fieser Trick, getarnt mit Sparkassen-Logo und -schriftbild. Der "Kundenservice des deutschen Sparkassen- und Giroverbandes" bittet darum, auf "Fortfahren" zu klicken. Dann könne man die Daten aktualisieren. In Wahrheit spielt man seine Bankgeschäfte in die Hände von Kriminellen.

Hauptkommissar Peter Krämer von der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg kennt derlei Spielchen. "Das ist momentan die große Welle", meint er zur Datenschutzverordnung. Dennoch bittet er um Nachricht, wenn solche Phishing-Mails auftauchen. "Vielleicht können wir die Strukturen dahinter aufdecken!"

Zum sicheren Umgang mit Telefonaten, E-Mails und Anhängen gibt auch Ulrich Grothaus, Leiter Vertriebsmanagement und medialer Vertrieb bei der Sparkasse Amberg-Sulzbach, wertvolle Tipps: "Betrüger rufen Sie an oder versenden E-Mails, die aussehen, als kämen sie von der Sparkasse. Darin werden Sie zu Testüberweisungen, Herausgabe Ihrer Bankdaten oder Telefonnummern aufgefordert. Oder sie leiten den Anwender auf eine täuschend echt nachgebildete Sparkassen-Seite, um dort an Ihre Online-Banking-Zugangsdaten und TANs zu gelangen." Grothaus stellt unmissverständluch klar: "Ihre Sparkasse wird Sie niemals per Telefon oder E-Mail auffordern, auf einer Internet-Seite Daten wie Ihre IBAN, PIN, TAN oder Ihre Kreditkartendaten einzugeben!" Über Anhänge oder Links in E-Mails können zudem Viren und Trojaner auf Computer oder Smartphone gelangen.

Niemals öffnen

"Seien Sie vorsichtig beim Öffnen von E-Mails, SMS oder MMS, installieren Sie nur Programme aus vertrauenswürdiger Quelle. Öffnen Sie nie Anhänge unbekannter Herkunft, misstrauen Sie Versprechungen in der Betreffzeile." Also Vorsicht, wenn es wieder "Pling" macht: Die Absender der E-Mail wollen von den Empfängern nur ihr Bestes - ihr Geld!

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.