24.09.2020 - 14:34 Uhr
OTon

Ab aufs Fahrrad

Was habt ihr während der Corona-Pandemie bisher so gemacht? Kollege Matthias Schecklmann schreibt in der Kolumne OTon, wie er das Fahrrad wieder für sich entdeckt hat.

Die Aussicht auf die Burgruine Flossenbürg ist zwar schön, aber der Weg mit dem Fahrrad doch ziemlich anstrengend.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Ich bin schon ein wenig stolz auf mich. Denn die Corona-Pandemie habe ich bisher dazu genutzt wieder etwas aktiver zu werden. Das gesellschaftliche Leben stand eine ganze Zeit lang sowieso still. Statt gelangweilt in der Bude zu sitzen, habe ich mein Fahrrad für mich wiederentdeckt.

Das habe ich mir bereits im Sommer 2019 gekauft, aber so richtig benutzt habe ich es bisher nicht. Ab und zu bin ich zur Arbeit gefahren, aber längere Strecken haben mich nie gereizt. Während Corona habe ich mich aber immer öfter auf den Sattel geschwungen und mal die Radwege rund um Weiden erkundet. Altenstadt, Neustadt, Theisseil, Floß, Flossenbürg, Leuchtenberg, Waldthurn, Mantel, Weiherhammer, Luhe-Wildenau, Etzenricht, Parkstein und Irchenrieth habe ich so entdeckt. Den östlichen Landkreis Neustadt kannte ich bis dahin fast nur von Fußball-Auswärtsfahrten. In kleinen Schritten habe ich mich seit Mai gesteigert. Inzwischen ist meine wöchentliche Standartrunde rund 30 Kilometer lang.

Die Motivation ist weiterhin da, manchmal sollte ich aber lernen mich zu bremsen. Einmal auf dem Bockl-Radweg nach Vohenstrauß, dieses Ziel hatte ich relativ schnell ins Auge gefasst. In der Pfalzgrafenstadt angekommen, dämmerte es mir, dass ich auch wieder zurück muss. Doch denselben Weg nochmal fahren, erschien mir zu langweilig. Also entschied ich mich für die Rückfahrt über Leuchtenberg und Irchenrieth – eine gewagte Entscheidung. Hier wurde mir meine Unwissenheit über die Höhenverhältnisse in der Region sehr deutlich vor Augen geführt. Gebüßt haben es meine Beine mindestens die nächsten drei Tage.

Schön finde ich, dass man bei einer solchen Radtour immer wieder schöne Orte entdeckt. Die Region hat in dieser Hinsicht schon was zu bieten und muss sich nicht verstecken. Manchmal wünschte ich mir allerdings ein besser ausgebautes Radwegnetzwerk – ich will aber nicht ausschließen, dass ich es einfach nicht hinbekommen habe den passenden Weg zu finden. Weitere Vorteile sind, dass ich ein paar Kilo verloren habe und auch noch wunderbar braun geworden bin über die Sommermonate – ganz ohne Strandurlaub.

Leider neigt sich der Sommer nun dem Ende zu. Bei schlechtem Wetter weigere ich mich mit dem Rad zu fahren. Das trifft bei mir aber auf alle Aktivitäten zu. Ich bin ja auch der klassische Schönwetterfußballer und wohl auch ein Schönwetterradler. Für die Wintermonate muss ich mir also eine neue Beschäftigung suchen. Im besten Fall ist auch das eine sportliche Sache, sonst beginne ich 2021 wieder bei Null.

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INFO:

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Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne "OTon" schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet - was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

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