21.06.2018 - 13:01 Uhr
OTon

Bella Italia – Non parlo l‘italiano

Der Urlaub steht kurz bevor - jetzt noch schnell ein paar Wörter italienisch lernen.

Ich nix verstehen.
von Elisabeth Schätzler Kontakt Profil

Nicht mehr lange – dann ist er endlich da: der heiß ersehnte Urlaub. Es geht nach Italien, der Gardasee wartet schon auf mich. Sommerkleidung habe ich genügend, Bikini, Handtuch und Sonnencreme liegen auch schon bereit. Ein Schwimmreifen für den Pool ist gekauft, der Koffer schnell gepackt. Alles ist vorbereitet – bis auf eins: ich selbst!

Wenn ich verreise, dann würde ich mich gerne auch mal in der Landessprache unterhalten. Ein bisschen Geplauder dort, ein wenig Konversation da. Doch leider bin ich des Italienischen nicht mächtig. Für den Urlaub auf Mallorca oder Lanzarote bin ich mit meinen Spanischkenntnissen ganz gut durchgekommen. Zumindest konnte ich im Restaurant das ein oder andere Getränk bestellen und im Bus nach Tickets verlangen. Ein bisschen Smalltalk auf dem Markt mit den Verkäufern war auch noch drin. Auch mit Englisch komme ich ganz gut durch.

Aber Italienisch? Ich finde den Klang der Sprache schön und bewundere Menschen, die als Nicht-Muttersprachler italienisch sprechen. Aber ich werde ja schon nervös, wenn ich beim Italiener um die Ecke meine Lieblingspizza bestelle. Höchste Konzentration ist da bei „Quattro Stagioni“ angesagt. Ich habe dann immer Angst, dass ich vor lauter Aufregung „Quattro Stazioni“ sage und statt der vier Jahreszeiten vier Bahnhöfe geliefert bekomme. Vielleicht wird es dann einfach das nächste Mal Pizza Mix oder Margherita – da kann man mit der Aussprache nicht viel falsch machen. Zwischendurch habe ich auch Lust auf Gnocchi. Aber – man ahnt es schon – wie spricht man die italienischen Nocken richtig aus? „Gnotschi“ oder „Gnockie“? Dann doch lieber Spaghetti – das kriege selbst ich noch hin.

Hab ich mich dann mal für die Pizza vier Jahreszeiten oder die Nocken entschieden und mir das Essen schmecken lassen, wartet schon die nächste Herausforderung: der Espresso. Einen einzelnen zu bestellen klappt gut. Aber mehrere? Ich weiß, dass es nicht „Expresso“, „Expressos“ oder „Espressos“ heißt. Aber ich habe schon manchmal das Gefühl, dass der Kellner bei „zwei Espressi, bitte“ schmunzelt. Und das verunsichert den ein oder anderen Nicht-Italiener dann doch etwas.

Ähnlich ist es in der Eisdiele: Ich mag Stracciatella ja wirklich gerne. Fragt mich dann der Eisverkäufer, welche Sorten ich denn haben möchte, werden es doch wieder Schokolade und Banane. Ich will mich schließlich mit „Schtratschiatella“ nicht blamieren.

Um mich auf den Urlaub einzustimmen, höre ich italienische Musik. Ich verstehe so gut wie kein Wort, singe aber trotzdem lauthals mit. Dass Nek bei „Laura non c‘e“ über seine Laura singt, die nicht mehr da ist, habe selbst ich kapiert. Jovanotti singt vom „Nabel der Welt“. Das weiß ich von einer Freundin, die für ein Jahr als Au-pair in Mailand war. Mit Eros Ramazzotti muss ich mich erst noch anfreunden, aber ich glaube, dass seine Lieblingspizza Calzone ist. Das singt er schließlich in einem seiner Lieder, zumindest habe ich das so verstanden.

Irgendjemand hat mir mal gesagt, dass Italienisch ganz einfach sei und mir einen Tipp gegeben: Man müsse nur an jedes Wort ein „e“ anhängen und aus „ch“ ein „ck“ machen. Na gute, dase kanne aucke icke. Danne stehte deme Urlaube nixe mehre ime Wege!

Na dann ciao!

Info:

OTon

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen. Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.

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