01.10.2020 - 16:43 Uhr
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Hochzeitsstress: Corona richtet Fokus neu aus

Für Brautpaare bringt die Corona-Krise viele Unsicherheiten. Doch das kann auch eine Chance sein, meint Redakteurin – und Trauzeugin – Miriam Wittich. Bei allem Drang zum Perfektionismus, liege der Fokus nun wieder auf dem Wesentlichen.

Wann wird geheiratet? Und wie? Für Brautpaare kam in diesem Jahr zum üblichen Hochzeitsstress auch noch die Corona-Krise hinzu.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Vor einigen Jahren konnte ich dieses Phänomen bereits im Freundeskreis meiner drei Jahre älteren Schwester beobachten. Plötzlich waren etliche ihrer Wochenenden schon lange im Voraus fest verplant. Ständig wurden Einlagen einstudiert, über Geschenke wurde gerätselt, diverse schicke Outfits wollten zusammengestellt werden. Es ist nicht schwer zu erraten, was da vor sich ging: Das Hochzeitsfieber war ausgebrochen. Mir hingegen erschien dieses Thema damals noch ziemlich weit entfernt.

Doch das hat sich mittlerweile geändert: Die Save-the-Date-Karten und Einladungen fliegen nur so ins Haus. Hier Spalierstehen, dort ein Polterabend, Junggesellenabschiede, standesamtliche Feiern, kirchliche Trauungen mit großen Festen, ...

Es ist wohl an der Zeit, sich einzugestehen, dass auch mein Freundeskreis im heiratsfähigen Alter angekommen ist. Wobei – ältere Generationen könnten über solch eine Aussage vermutlich nur lachen. Heiratswillig trifft es da schon eher. Alt genug wären wir alle wohl schon lange.

Nun ist es jedenfalls bei vielen meiner Freunde soweit: etliche Gespräche drehen sich um das Thema Hochzeit, viele, viele Wochenenden werden dafür reserviert. All diese Termine zu koordinieren, das kann zur Herausforderung werden. Hauptsächlich natürlich für die Brautpaare, aber eben auch ein bisschen für die Gäste. Schließlich gehört zu den meisten Oberpfälzer Hochzeiten nicht nur eine große Feier, sondern auch ein ordentlicher Polterabend und natürlich ein feuchtfröhlicher Abschied vom Junggesellen-Leben.

Doch – seien wir ehrlich – all dieser vermeintliche Stress ist schnell wieder vergessen. Wiegt er doch nichts im Vergleich zu den Momenten, die wir bei diesen Gelegenheiten mit unseren Lieben teilen. Gemeinsam lachen, tanzen, weinen. Das sind die Erinnerungen, die bleiben werden.

Nun ist Heiraten schon in normalen Zeiten eine Herausforderung – mit steigender Tendenz zum Perfektionismus. Aber in Zeiten von Corona? Für Verlobte wurden die geplanten Feste zu Zitterpartien. Mit einem dieser Paare habe ich – als Trauzeugin –ganz besonders mitgefiebert.

Wenn plötzlich die ganze Feier auf der Kippe steht, dann wird deutlich: Es ist egal, ob jedes Detail stimmt. Eine Hochzeit muss nicht perfekt sein. Doch das Lachen an diesem Tag sollte echt sein – und er sollte mit den Menschen verbracht werden, mit denen man auch in Jahren noch gerne daran zurückdenken will. Ich bin glücklich, dass ich einer dieser Menschen für euch bin. Dass zu den vielen schönen gemeinsamen Erinnerungen nun noch ganz besondere hinzukommen.

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Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne "OTon" schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet - was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

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