15.08.2019 - 16:14 Uhr
OTon

Keine Lust auf ewigen Urlaub

Der Urlaub kann noch so schön sein - am Ende freut sich unser Autor immer auf sein Zuhause. Im neuen OTon erklärt Julian Trager, woran das liegt. Unter anderem am teuersten Bier seines Lebens.

"Tourist go home" steht auf einer Bank auf einem Aussichtspunkt im spanischen San Sebastian. Braucht man mir nicht zweimal sagen. Denn: So schön die Urlaubsregion auch ist, daheim ist es halt immer noch am schönsten.
von Julian Trager Kontakt Profil

Zugegeben, es ist schizophren. Ich mag meinen Heimatort sehr, aber ich verlasse ihn auch gerne, zum Reisen, die Welt entdecken. Mein Dorf hat ja leider immer noch keinen kilometerlangen Sandstrand. Der Urlaub, der kann dann allerdings noch so toll sein – am Ende freue ich mich immer auf daheim. Das eigene Bett ist einfach das bequemste, da kann kein Fünf-Sterne-Hotel dieser Welt mithalten. Okay, in der Preisklasse habe ich wenig Vergleichswerte, aber egal.

Vor kurzem war ich im Baskenland, paar Tage in Spanien, paar Tage in Frankreich. Hotspot für Surfer. Eine coole und hippe Gegend, mit noch cooleren und hipperen Bars und Restaurants. Aber: Kein Schweinebraten auf der Speisekarte. Ist ja auch logisch, die baskische Küche ist ja für Fisch, Meeresfrüchte und Gegrilltes bekannt. Der Schweinsbraten mit Knödel schmeckt sowieso nirgendwo so gut wie in Bayern. Und überhaupt die Getränke. In diesen coolen und hippen Bars gibt‘s fast jeden Drink: Detox-Tee, belgisches Craft-Bier und zig verschiedene Champagnersorten. Aber kein Spezi. Und ich brauche irgendwann mein Spezi.

Womit wir beim Bier sind. Das ist vor allem in Frankreich sauteuer. Eine Bar in Bayonne, eine Stadt in der Größe von Amberg oder Weiden. Zwei Halbe bestellt, 16 Euro gezahlt. Puh, da soll noch einer über den Masspreis am Oktoberfest schimpfen. Das teuerste Bier meines Lebens war dann vor allem: ekelhaft. Nicht mal ausgetrunken habe ich‘s. Dafür hatte ich danach einen Saumagen beieinander, als hätte ich statt einer Halben einen ganzen Kasten Bier einer bekannten schwäbischen Brauerei getrunken. Nur dass die Kiste billiger ist. Aber jetzt ist Schluss mit dem Meckern. Kann man ja noch meinen, mein Urlaub war mies. War er nicht. Er war schön, sehr schön sogar. Aber daheim, da ist es halt immer noch am schönsten.

OTon:

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen. Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.

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