27.06.2019 - 14:16 Uhr
OTon

Möbelhaus-Hölle

Kollege Matthias Schecklmann ist mal wieder umgezogen. Ein Nebeneffekt ist der Besuch eines Möbelhauses - nicht sein Lieblingsort.

Möbel zum Selbstaufbauen sind oft ein Ärgernis.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Ich hasse Umzüge – dennoch bin ich in den letzten fünf Jahren sieben Mal umgezogen: Quer durch Bayern und sogar ins Ausland. Schuld war immer der Job. Aber ich habe dazugelernt. Inzwischen besitze ich relativ wenige unnötige Dinge und habe meine Zimmer meistens möbiliert gemietet. Problem nur, dass meine Wohnung jetzt etwas größer und unmöbiliert ist. Wegen der fehlenden Einrichtung hallte es wie in einem leeren Schwimmbad.

Es mussten also neue Möbel her. Erst Kaufen, dann Schleppen. Ich finde beides nicht schön. Beim Schleppen spare ich mir aber immerhin das Fitnessstudio. Der Besuch eines Möbelhauses dagegen ist für mich unerträglich. Die Menschen dort scheinen entweder in Panik zu sein – oft Frauen – oder haben für die Zeit des Möbelhausbesuchs mit ihrem Leben abgeschlossen – oft Männer.

Es gibt zudem kaum Orte, an denen mehr streitende Pärchen zu beobachten sind. Meistens sind auch noch Kinder dabei, die entweder nach zehn Minuten beginnen unruhig zu werden, oder scheinbar spurlos verschwunden sind. Das macht in der Folge mindestens ein Elternteil unruhig, was zum Streit führt, weil es das andere Elternteil nicht interessiert. Es ist ein Teufelskreis, wie übrigens auch der vorgezeichnete Rundweg, der durch das Möbelhaus führt.

Es folgt das Aufbauen. Generell gilt dabei: Zu viele Einzelteile, und am Schluss bleiben immer genau so viele übrig, dass ich irgendwie beunruhigt bin. Nach etwa einem Monat sind auch alle Kisten ausgepackt. Nur habe ich nun bemerkt, dass ich zu wenig Dinge besitze, um die neuen Möbel damit zu füllen. Blöder Minimalismus! Aber ich habe die Hoffnung so schnell nicht wieder umzuziehen. Also kann ich mir auch wieder einige Sachen zulegen, die wahrscheinlich unnötig sind.

Außerdem denke ich sogar schon an weitere Möbel. Ein kleines Regal im Gang zum Beispiel, in dessen Schublade eh nur Krempel landet – die klassische „Wenn-dann-da-Schublade“. Problem dabei: Ich sehe mich schon wieder durch ein Möbelhaus laufen.

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Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.

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