05.08.2021 - 16:12 Uhr
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Ich packe meinen Koffer und nehme mit ...

Flipflops, Wanderschuhe oder High Heels: Richtig Kofferpacken will gelernt sein. Für Kolumnistin Mareike Schwab beginnt der Urlaub jedes mal im Chaos.

Richtig Kofferpacken will gelernt sein - oft beginnt der Urlaub schon im Chaos.
von Mareike Schwab Kontakt Profil

Ich packe meinen Koffer und nehme mit: Einen Bikini, Zahnbürste, Sonnencreme, Schneeanzug und den ganzen Inhalt meines Kleiderschranks. So gerne ich verreise, im Packen bin ich wirklich eine Niete. Egal ob es nur zwei Tage weg geht oder eine ganze Woche. Ich bekomme jeden Koffer voll.

"Willst du hier einziehen?", begrüßte mich meine Oma immer, als ich sie als Kind in den Sommerferien für eine Woche besuchte. Der Koffer war damals fast so groß wie ich. Und daran hat sich leider bis heute nicht wirklich etwas geändert. Ja, ich gebe zu, in diesem Fall erfülle ich wirklich alle Vorurteile gegenüber "Frauen und Kofferpacken". Aber ich möchte schließlich auf alle Eventualitäten vorbereitet sein.

Schon Tage vor Abreise renne ich gestresst in der Wohnung rum. Suche nach meinem Reisepass, der Luftmatratze oder meinen Wanderschuhen. Meine Packliste schreibe ich noch mindestens zehnmal um. Manchmal ziehe ich Lieblingskleider bewusst vor dem Urlaub nicht an, damit ich in ihnen am Strand flanieren kann. Nicht, dass sie in der Wäsche sind, wenn ich sie brauche. Schräg, ich weiß. Und falls im Sommerurlaub in Italien doch noch der Winter einbricht, möchte ich natürlich auch darauf vorbereitet sein. Es könnte auch sein, dass ich tollpatschig wie ich bin, voll angezogen in ein Schlammloch falle. Oder ich bekleckere mich mit Eis. Oder ich habe plötzlich ein Loch in der Hose. Ersatzkleidung kommt also auch mit. Hab ich noch etwas vergessen? Zur Sicherheit lieber fünfmal prüfen.

Wenn ich dann alles auf einem riesigen Stapel im Zimmer gesammelt habe, stehe ich vor dem nächsten Problem: Wie bekomme ich den ganzen Kram in meinen Koffer? Im Internet gibt es zahlreiche Kofferpack-Tipps: Kleidung falten, aufrollen, eindrehen oder verknoten. Zwischenräume für Kleinkram nutzen oder die Schuhe mit Socken ausstopfen. Trotzdem geht der Koffer einfach nicht zu. Also noch mal alles raus. Brauche ich wirklich Wanderschuhe in Berlin? Die Herr der Ringe Trilogie kann auch da bleiben. Aber vielleicht wird mir ja auf der Zugspitze langweilig? Also alles wieder rein. Dieser blöde Koffer muss doch zugehen. Dann eben mit Gewalt. Ich werfe mich auf ihn. Zerre am Reißverschluss. Uff. Endlich nach drei Stunden ist alles verstaut.

Ob ich das Zeug jemals wieder zurück in den Koffer bekommen, wenn er erst einmal wieder offen ist? - Egal. Darüber mache ich mir in zwei Wochen Gedanken. Jetzt genieße ich erstmal topgestylt und auf alles vorbereitet meinen Urlaub.

Frischluft-Dilemma

Oberpfalz
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In der Kolumne "OTon" schreiben junge Mitarbeiter von Oberpfalz-Medien über das, was ihnen im Alltag begegnet. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie sie die jungen Leute tagtäglich für die Leser aufbereiten, sondern um ganz persönliche Geschichten und Meinungen.

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