19.08.2021 - 13:39 Uhr
OTon

Am Rad drehen verboten

Wenn Kolumnistin Lena Schulze am falschen Rädchen dreht, gibt es in ihrem Auto eine Lautstärken-Achterbahn. Warum dann nur eine 24-Stunden-Radio-Pause hilft, berichtet sie im OTon.

Das Autoradio von Kolumnistin Lena Schulze macht sich selbstständig, wenn sie am Lautstärken-Regler am Lenkrad dreht. Dann hilft nur eine 24-Stunden-Radio-Auszeit.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Ich hab mal wieder aus Versehen am Rad gedreht und schon geht es los: Die Musik aus dem Autoradio wird unkontrolliert lauter und lauter und lauter - ohne das ich was mache. Erschrocken greife ich an das Rädchen am Lenkrad und drehe leiser. Ohne Erfolg, es wird sogar noch lauter. Was zu Hölle ist das denn jetzt?, denke ich mir. Aus den Lautsprechern schreien mir die Bayern-3-Nachrichtensprecher die wichtigsten Infos entgegen. Meine Güte, jetzt bin ich wach!

Plan B: Ich versuche die Lautstärke mit dem Knopf am Armaturenbrett zu regeln. Ah, alles klar. Das funktioniert. Ed Sheeran singt "Shape of yoooooouuuuuuu" - Autsch! Schon wird es wieder lauter und alle paar Sekunden packt mein Radio gefühlt Hundert Dezibel mehr drauf. Gibts doch nicht. Wieder stelle ich über den Kopf am Armaturenbrett die Lautstärke leiser. Ruhe habe ich wieder nur kurz, denn sobald ich runter drehe macht sich dieses doofe Autoradio selbstständig und dreht wieder hoch. Den Versuch wiederhole ich ein paar Mal, immer mit dem gleichen Ergebnis, dass es mir die Musik im Auto um die Ohren haut. Selbst den Sender zu wechseln bringt nichts.

Okay, wie bei allen anderen Geräten probiere ich zum Schluss das obligatorische "ganz-ausschalten-und-neu-starten." Und ich verrate es euch gleich: Selbst das funktioniert nicht. Als ich das Radio wieder einschalte, spielt die Musik kurz normal, doch nach ein paar Sekunden fängt das Radio an, komplett verrückt zu spielen. Es beginnt eine Lautstärken-Achterbahn. Von "Ist-das-Radio-überhaupt-an?-Ich-kann-gar-nichts-hören" geht es zu "Mir-zerreißt-es-gleich-mein-Trommelfell" und zurück. Und natürlich alle Lautstärken dazwischen. So kann ich nicht Autofahren, das geht nicht. Ich beende die Party, schalte das Radio aus. Böse schweige ich den Übeltäter an und fahre morgens weiter in die Arbeit während mich vom Display die Anzeige "Infotainmentsystem ausgeschaltet" anstarrt.

Auch zum Heimfahren lass ich das Radio aus. Am nächsten Tag schalte ich wieder an. Und die Lautstärke bleibt normal. Dauerhaft. Die 24-Stunden-Auszeit hat also geholfen. Aber ein Dauerzustand kann das nicht sein. Beim Kundenservice lasse ich das Problem checken. Das Rädchen am Lenkrad meines drei Jahre alten Seats ist defekt und der Verursacher der Lautstärken-Achterbahn. Mehrere Hundert Euro für den Austausch? Das ist mir zu viel. Deshalb doch die einfachste Lösung: Ich darf einfach nicht mehr am Rad drehen.

Eine Geschichte, geschrieben mit regionalen Autokennzeichen

Weiden in der Oberpfalz
OTon:

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen. Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.

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