04.03.2021 - 20:23 Uhr
OTon

Schön, auch ohne Make-Up

Geschminkt oder doch lieber ohne? Im Home-Office hat Lucia Seebauer ihre natürliche Schönheit wieder entdeckt. In ihrem OTon schreibt sie, dass sie in der Coronakrise trotzdem so einiges vermisst.

Vor dem Spiegel stehen und sich schminken: Das war für Kollegin Lucia Seebauer vor der Coronakrise Alltag.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Bunte Farben, ein Lidstrich über den Augen, roter Lippenstift oder Rouge auf den Wangen: Die Welt des Schminkens faszinierte mich schon in der Kindheit. Als junges Mädchen habe ich bewundernd am Badewannenrand gesessen, wenn meine Mutter in den Spiegel schaute und akkurat die Konturen von ihren Lippen nachzeichnete.

Heimlich griff ich manchmal in die Schubladen und probierte die verschiedenen Utensilien an meinem eigenen Gesicht aus. Ein bisschen Puder hier, ein wenig Make-Up dort, Wimpertusche sollte alles noch abrunden. In diesen Momenten fühlte ich mich richtig erwachsen und hübsch. Richtig doof fand ich es, wenn ich mit meinen selbst kreierten Kunstwerken dann nicht in die Schule durfte. Obwohl das wahrscheinlich auch besser war: Pinken Lippenstift und blauen Lidschatten würde ich heute höchstens zu Fasching tragen.

Als Jugendliche bestand ich auf meinen Kajalstrich unter den Augen – immer etwas leicht verschmiert. Es sollte rebellisch wirken und nach Rock’n’Roll aussehen. Inzwischen ist der Strich nach oben gewandert. Ein schwarz-gezogener Lidstrich, wie bei Audrey Hepburn, einfach elegant und schick. Etwas mehr greife ich in die Schminkkiste zu besonderen Anlässen. Dann experimentiere ich auch mal mit Smokey-Eyes und Concealer. Doch die Corona-Zeit bringt mich hier ins Wanken.

Im Home-Office brauche ich mich morgens nicht lange vor den Spiegel stellen. Zähneputzen, Gesicht abwaschen und Haare kämen, reicht plötzlich vollkommen aus. Besondere Anlässe wie Geburtstage, Ausgehen oder Feiern fallen flach. Langsam kehrt Flaute ein und alte Gewohnheiten verblassen. Zunächst dachte ich, dass ich es vermissen werde, nicht mehr geschminkt zu sein. Als ob ein Teil von mir fehlt.

Stattdessen lerne ich mein Gesicht neu lieben – eben ohne Schminke. Was anfangs ungewohnt war, ist für mich mittlerweile natürlich geworden. Ich merke, dass ich es nicht zusätzlich brauche und fühle mich auch ohne Make-Up schön und wohl in meiner Haut. Was mir aber tatsächlich fehlt, sind die Anlässe. Ich vermisse es auszugehen, Freunde zu treffen oder mal auf einer Party ausgelassen zu feiern. Mein Körper schreit förmlich danach, wieder aus dem Corona-Alltagstrott zu fliehen. Ich freue mich richtig auf das Ende der Pandemie, wenn endlich all diese Dinge wieder möglich sein werden und dann gehe ich voller Stolz und auch mal ungeschminkt raus in die Welt.

In seinem OTon schreibt Autor Julian Trager von seiner Corona-Frisur und was diese mit Marco Reus zu tun hat

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In der Kolumne "OTon" schreiben junge Mitarbeiter von Oberpfalz-Medien über das, was ihnen im Alltag begegnet. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie sie die jungen Leute tagtäglich für die Leser aufbereiten, sondern um ganz persönliche Geschichten und Meinungen.

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