20.07.2018 - 10:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzOTon

Ganz enge Kiste

"Schnell sein erst im Rennen". So lautet das Motto des Oberpfalz-Medien-Teams fürs Weidener Seifenkistenrennen am Sonntag. Denn nur wer bis zum Schluss baut, kann auch die aktuellsten technischen Innovationen berücksichtigen.

Mein Werk: Der Chefkonstrukteur und die "Rasende Zeitungsrolle".
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Richtig gut kann nur sein, was auf den letzten Drücker fertig wurde. Die zeitlose Schüler- und Journalisten-Weisheit für Hausarbeiten und Reportagen hat das Team der "Rasenden Zeitungsrolle" auf den Seifenkistenbau übertragen. Eine halbe Woche vor dem Weidener Seifenkistenrennen 2018 am Sonntag sieht es im Hauptquartier des Oberpfalz-Medien-Teams noch nach Rohbau aus. Ob das was wird?
Fast ein Jahr Zeit für die Vorbereitung nutzen die Redakteure vor allem dazu, die erprobte und fahrtüchtige 2017er-Kiste "Paula Sprint" etwas unter Wert für einen guten Zweck zu verscherbeln. Gebaut wird in der Zeit zwar ebenfalls - aber eben nur an Luftschlössern. Natürlich wird "Paulas" Nachfolger doppelt so gut aussehen und dreimal so schnell sein. Ansonsten bieten die unregelmäßigen Mannschaftstreffen vor allem Raum, um Urlaubspläne zu schmieden und sich über nicht anwesende Kollegen und Vorgesetzte auszutauschen. Netzwerken halt.
Früh steht aber schon fest, dass unbedingt so Räder her müssen, wie sie das Siegerteam im vergangenen Jahr benutzt hatte. Die Oberpfalz-Medien-Spionageabteilung hat sie als Erfolgsgeheimnis der 2017er-Champions ausgemacht. Als ein Teammitglied nach Weihnachten ein neues Schweißgerät sein Eigen nennt, fällt außerdem der Beschluss, dass Metall beim Bau eine große Rolle spielen soll. Wegen der Steifigkeit. Und der Fahrer wiegt ja auch eine ganze Menge.
Dann wird es wieder ruhig. Doch gerade als ein Team-Mitglied Mitte Juni beginnt, im Internet nach Leih-Seifenkisten zu recherchieren, setzt endlich jene Panik ein, die die Schlussphase eines jeden großen Projekts markiert. Endlich wird besorgt, was allzu lange auf morgen verschoben wurde.
In den vergangenen fünf Wochen ist nun so viel passiert, dass Tage vor dem Rennen ein Start möglich erscheint. Der gute Baufortschritt hat mit der Erfahrung aus dem Vorjahr zu tun, aber auch mit handwerklich begabten Nachbarn des "Rasende Zeitungsrolle"-Hauptquartiers. Die schauen hin und wieder vorbei, wenn abends Licht brennt und Köpfe rauchen. Dann amüsieren sie sich über die putzigen Versuche der Schreiberlinge und erklären anschließend, wie es noch besser geht. Ob die Zeit zum Fertigwerden reicht, wird aber auch ihnen erst ein Besuch an der Rennstrecke am Sonntag zeigen. Es spricht viel für eine finale Nachtschicht am heutigen Samstag. Fest steht aber schon, dass für Tests im Windkanal keine Zeit bleibt.
Wer wissen will, was sich hinter dem Namen "Rasende Zeitungsrolle" verbirgt, muss übrigens ebenfalls am Sonntag an der Bürgermeister-Probst-Straße in Weiden-Ost auftauchen. Es soll vorab ja nicht zu viel verraten werden. Und außerdem bleibt so die Möglichkeit, die Erklärung für den Namen an das Gefährt anzupassen, das hoffentlich heute Nacht fertig wird.

Es geht, oder besser rollt, voran.

Ratlose Amateure. Wenigstens das Werkzeug ist professionell.

So gut wie fertig: Auf dem Weg zur Seifenkiste.

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