19.07.2019 - 10:08 Uhr
Weiden in der OberpfalzOTon

Lamas, Werwölfe und Wörterrätsel

"Lama", "Just One" und "Werwörter" heißen die Nominierten zum Spiel des Jahres 2019. Vier Redakteurinnen haben die Spiele getestet - und einen eigenen Sieger gekürt.

Das Spiel "Werwörter" ist das Siegerspiel der Oberpfalzmedien-Tester.
von Lena Schulze Kontakt Profil

Die Entscheidung der Jury

Deutschland und die Welt

Wortratespiel "Werwörter"

(wih) "Mord in Palermo", "Mafia", "Die Werwölfe von Düsterwald", "Wolfmond" – und jetzt "Werwörter". Neu ist die Idee hinter diesem nominierten Spiel nicht: Es gibt Nacht- und Tagphasen, es gibt unschuldige Dorfbewohner und böse Werwölfe. Ziel beider Seiten ist es, zu überleben. In "Werwörter" schlüpft jeder Spieler in eine geheime Rolle. Es gibt eine Seherin, mindestens einen Werwolf und Dorfbewohner. Einer der Spieler übernimmt zusätzlich den Part des Bürgermeisters und ist damit der Spielleiter. Ausgelegt ist das Spiel für drei bis zehn Personen. Sind mehr Mitspieler dabei, gibt es auch noch Freimaurer und eine Wahrsagerin. Neu ist, dass die Spieler bei Werwörter ein geheimes Zauberwort erraten müssen. Und sie können mit einer kostenlosen App spielen. Dann gibt eine geheimnisvolle Stimme Anweisungen. Coole Idee! Es geht aber auch ohne die App, falls ihr kein Smartphone parat habt. In unserer kleinen Gruppe mit vier Personen war es ziemlich einfach zu erraten, welcher Spieler in welche geheime Rolle geschlüpft war. So kann das Spiel bald langweilig werden. Das Rätselraten um das Zauberwort machte uns aber viel Spaß. Wir glauben, seinen ganzen Reiz entfaltet "Werwörter" erst in einer größeren Runde.

Fakten: Ravensburger Spieleverlag, ab 10 Jahren, 4 bis 10 Spieler, 10 Minuten, 12,99 Euro

Das Spiel "Werwörter".

Partyspiel "Just One"

(olr) Der Name zumindest überzeugt uns nicht auf Anhieb. Worauf er abzielt, merken wir im Spielverlauf aber schnell: Jedem Spieler bleibt wirklich nur ein einziges Wort, um den zündenden Tipp zu geben. Es sind Wörter wie Sardine, Dschungel oder Feuerwehr, die wir erraten müssen. Spannend: Es ist nicht nur wichtig, was wir selbst schreiben. Vor allem müssen wir abschätzen: Was schreiben die anderen auf ihr Täfelchen? Sobald zwei Tippgeber den gleichen Hinweis auf ihre Tafel schreiben, wird der Tipp disqualifiziert.

Das Spiel macht definitiv Spaß. Vor allem die Idee, mit abwaschbaren Stiften auf Tafeln zu schreiben, begeistert uns alle vier. Wir sind uns einig: Der spannendste Moment ist der, wenn wir unsere Hinweise vergleichen. Schade ist nur, dass der Spielfluss immer wieder gebremst wird, vor allem durch das Augen-schließen und warten. Am Schluss erreichen wir 9 von 13 Punkten. Gar nicht übel fürs erste Spiel.

Fakten: Repros Production/Asmodee, ab 8 Jahren, 3 bis 7 Spieler, 20 Minuten, 24,99 Euro

Das Spiel "Just One".

Kartenspiel "Lama"

(szl) Das regenbogen-bunte Kartenspiel basiert auf einem einfachen Prinzip. Auf eine Karte darf nur dieselbe oder die nächsthöhere gelegt werden. Die Karten mit den höheren Augen sollten am ehesten abgelegt werden – sonst macht der Spieler Minuspunkte. Klingt banal, sorgt aber für Emotionen und viele Spannungsmomente. Das Lama-Spiel verleitet uns dazu, „Uno“ sagen zu wollen. Die Anleitung ist schnell gelesen, wir verstehen schnell, wie das Spiel funktioniert. Was uns allerdings irritiert: Wenn der Spieler keine Karte ablegen kann, muss er sich entscheiden zwischen dem „Karte-Nachziehen“ oder „Aufgeben“. Bei einem Spiel gibt man doch nicht auf – aber wir merken, dass genau das ab und an klüger wäre, als weiter Karten anzuhäufen und Minuspunkte zu sammeln. Neben der Taktik gehört auch eine Portion Glück zum Spiel. Wegen der Einfachheit ist „Lama“ super geeignet für Kinder, doch auch Erwachsene erleben durch das schnelle Kartenablegen spannende Spielrunden.

Fakten: Amigo Spiele, ab 8 Jahren, 2 bis 6 Spieler, 20 Minuten, 7,99 Euro

Das Spiel "Lama".

Fazit

Eine bekannte Spielidee neu erfunden: Der Gewinner unserer eigenen Wertung lautet „Werwörter“. Ein stummer Bürgermeister, hinterhältige Werwölfe, ahnungslose Dorfbewohner und eine App mit 10.000 Begriffen zum Raten sowie verschiedene Schwierigkeitseinstellungen machen „Werwörter“ zu unserem Favoriten. Mit mehr als vier Spielern ist das Wortratespiel bestimmt noch aufregender. Das Spiel „Lama“ belegt unseren zweiten Platz. Es ist einfach zu verstehen, klein und kompakt und trotzdem unterhaltsam. Bei „Just One“ ist zwar Kreativität gefragt, aber die Höhepunkte halten sich in Grenzen. Das Spiel belegt in unserer Wertung Platz drei.

Info:

Was es mit dem Spiel des Jahres auf sich hat

Führende Spielekritiker Deutschlands schlossen sich 1977 zu einer Arbeitsgruppe zusammen, um auf neue Akzente im Gesellschaftspiel hinzuweisen. Daraus entstand der Verein "Spiel des Jahres". Die erste richtige Wahl mit anschließender Preisverleihung fand 1979 statt. Seit 40 Jahren unterstreicht der Kritikerpreis, dass es jedes Jahr neue, herausragende Spiele gibt. Heuer kürt der Verein den Sieger am 22. Juli.

Zur Homepage des Spiel des Jahres:

Beim Spiel "Werwörter" geht es zum einen darum, das geheime Wort zu erraten, zum anderen müssen die Spieler herausfinden, welche Rolle die anderen Teilnehmer haben? Werwolf, Seherin, oder doch nur ein Dorfbewohner?

Kommentare

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