Vergangene Woche hat meine Kollegin Lisa hier ihre Liebe zu Horrorfilmen gestanden. Es ging um Nervenkitzel, Gruselmasken, Abschlachtfeste. Puh. Vermutlich sind Horrorfilme wie Cristiano Ronaldo oder Pizza Hawaii. Man liebt sie oder man hasst sie. Komplett wurscht oder „so mittel“ sind sie für niemanden.
Horrorfilme sind für mich – der Horror. Ganz schlimm. Ohne mich. Als Kind hätte ich sie ohnehin nie anschauen dürfen. Normalerweise sind solche verbotenen „Erwachsenen-Sachen“ dann besonders reizvoll. „Ab 18“ zieht Kinderaugen magisch an. Für Horrorfilme galt das bei mir nicht.
Im Kino würde ich heute noch bei besonders gruseligen Szenen den Kopf einfach ins Popcorn stecken. Ist eher mein Geschmack. Ein Jump-Scare, also ein Bildsprung hin zu einer geifernden, kreischenden Monsterfratze – da kann ich meinen Totenschein gleich selbst ausfüllen! Vor Jahren habe ich „Es“ im Kino angeschaut. Das reichte für die nächsten 27 Jahre (pun intended).
Gleichzeitig fand ich die Filme nie interessant oder gar faszinierend. Andererseits: Horrorbücher habe ich schon gelesen. Der geschriebene Nervenkitzel ist eher meins. Die nächtlichen Heimwege von der U-Bahn – nach dem Lesen – habe ich dann schnellen Fußes zurückgelegt und mich alle fünf Sekunden umgeschaut. Könnte ja Stephen Kings Horrorclown Pennywise lauern. An einem Morgen hatte jemand auf die Stufe einer Rolltreppe am Münchner Marienplatz vor mir in blutroter Schrift „ES“ geschmiert. Kein Scherz.
Viel besser als solche Filme ist sowieso der analoge Grusel. Die eigene kindliche Fantasie malt die tollsten Schreckgespenster. Dafür liebe ich unseren Dialekt. „Wennst nird brav bist, dann hult de da Hulzfuchs!“ „Etz kummt glei da Wouzl!“ „Heind Nacht bsoucht de da Hutzagackl!“ Denen anverwandt sind die Bloudige Luz, das Nachtreiwl und Deifl jeglichen Genders. Ernstlich Angst gemacht hat man mir früher nicht. Bekannt waren mir diese Herrschaften trotzdem.
Und mal ehrlich: Welches Kind braucht Scary Movie oder Saw, wenn Wouzl und Hulzfuchs ganz ungeniert vor der Tür stehen? Falls Sie, liebe Leser, weitere Schreckgestalten aus der Kindheit kennen: Schreiben Sie mir doch eine E-Mail. Ich würde mich gerne mal wieder richtig gruseln.
OTon
Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne „OTon“ schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet – was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen.















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