10.11.2020 - 17:30 Uhr
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Ordnung im Kühlschrank

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Der Kühlschrank hilft dabei, Lebensmittel richtig zu lagern und frisch zu halten. Maria Hupfer, Fachlehrerin für Hauswirtschaft an der Landwirtschaftsschule Amberg, erklärt, wie Milch, Gemüse, Fleisch und Co. lange genießbar bleiben.

Tipp: Angeschnittenes Gemüse am besten mit einem feuchten Tuch umwickeln, Kräuter in ein Bienenwachstuch einschlagen.
von Evi WagnerProfil

Ein Leben ohne Kühlschrank ist für die meisten von uns gar nicht mehr vorstellbar. Kein Wunder, denn das kühlende Gerät ist sehr komfortabel: Empfindliche Lebensmittel können direkt in der Küche bei optimaler Temperatur und Feuchtigkeit gelagert werden. Das macht eine private Vorratshaltung sehr einfach. Also Kühlschranktür auf, Lebensmittel rein? Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Damit Milch, Gemüse, Fleisch und Co. möglichst lange haltbar bleiben, sollte man den Kühlschrank auch richtig benutzen. „Zunächst einmal ist es wichtig, dass man die Lebensmittel nicht zu dicht neben- oder übereinander in den Kühlschrank stellt“, erklärt Hauswitschaftslehrerin Maria Hupfer. „Nur wenn Luft in jeden Winkel des Innenraums gelangen kann, ist eine ausreichende Kühlung der Lebensmittel gewährleistet.“

Maria Hupfer ist Fachlehrerin für Hauswirtschaft an der Landwirtschaftsschule Amberg und kennt sich mit der richtigen Lagerung von Lebensmitteln aus.

Weniger ist mehr – auch im Kühlschrank

Wichtig ist es laut Expertin jedoch nicht nur, dass der Kühlschrank nicht überfüllt wird, sondern auch, dass die Lebensmittel richtig verpackt sind. „Die zirkulierende Luft innerhalb des Kühlschranks transportiert neben Wärme auch Schimmelpilzsporen, Wasser- und Geruchsmoleküle. Dadurch trocknen offen gelagerte Lebensmittel schnell aus, nehmen Gerüche von anderen Lebensmitteln an oder beginnen zu schimmeln“, so Maria Hupfer. Es gilt also: Lebensmittel in geeignete Materialien verpacken. Am besten geeignet sind gut verschließbare Behältnisse aus Glas und Kunststoff. „Ideal ist es natürlich, wenn diese durchsichtig sind, so sieht man sofort, was sich in der Schüssel oder Flasche befindet“, erklärt die Expertin. Eine große Rolle spielt es außerdem, dass die alles Ess- und Trinkbare auch an der richtigen Stelle im Kühlschrank gelagert wird.

Fisch und Fleisch ganz unten lagern

Der Kühlschrank hilft dabei, Lebensmittel frisch zu halten. Allerdings sollte dieser auch immer richtig eingeräumt sein.

„Rohe, leicht verderbliche Lebensmittel wie Fisch oder Fleisch sollten immer an der kältesten Stelle gelagert werden – diese befindet sich bei einem herkömmlichen Kühlschrank hinten auf der untersten Glasplatte.“ Auf den Ablageflächen darüber sind Milch und Milchprodukte, Käse, geräucherte Fleischwaren sowie der Inhalt von geöffneten Konserven gut aufgehoben. In den Türfächern des Kühlschranks ist die Temperatur am höchsten, hier ist der richtige Platz für Getränke, Eier, Butter, Marmeladen, Soßen oder Dressings. „Das Obst- und Gemüsefach unten ist durch die darüber liegende Glasplatte vom übrigen Innenraum abgetrennt, sodass die Temperatur um zwei bis drei Grad höher ist“, erklärt die Hauswirtschaftsexpertin. „Hier sollten alle kühlschranktauglichen Obst- und Gemüsesorten gelagert werden.“

Was geht in der Teeküche - und was nicht?

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Obst und Gemüse mögen es nicht immer kalt

Nicht in den Kühlschrank gehören Kürbis, Zitrusfrüche, Kartoffeln oder Zwiebeln.

In den Kühlschrank gehören zum Beispiel: Artischocken, Blattgemüse, Blumenkohl, Brokkoli, Salat, Gewürzkräuter, Lauchzwiebeln, Kohl, grüne Bohnen, Radieschen, Pilze, Rote Bete, Sellerie, Spargel, Äpfel, Aprikosen, Erdbeeren, Himbeeren, Feigen, Kirschen oder Trauben. „Zitrusfrüchte können zwar theoretisch auch im Obst- und Gemüsefach im Kühlschrank gelagert werden“, so Maria Hupfer. „Ihr volles Aroma entfalten sie jedoch immer erst bei Raumtemperatur.“ Generell nicht in den Kühlschrank sollten: Gurken, Basilikum, Ingwer, Karotten, Knoblauch, Paprika, Tomaten, Zwiebeln, Zucchini, Ananas, Bananen, Grapefruits, Orangen, Mandarinen und Melonen.

Brot gehört nicht in den Kühlschrank

Nicht empfohlen wird es außerdem, Brot im Kühlschrank zu lagern. „Brot und Backwaren werden hier schneller altbacken“, erklärt die Expertin. „Der Grund dafür ist, dass die Stärke einen Teil des Wassers abgibt, welches dann in einen kristallinen Zustand übergeht.“ Deshalb gilt: Brot, Semmeln und Co. am besten bei einer Zimmertemperatur von 18 bis 22 Grad in einem atmungsaktiven Brotkasten aufbewahren. Portionsweise eingefrorenes Brot lässt sich jedoch problemlos bis zu drei Monaten lagern – ganz ohne Geschmackseinbußen.

Info:

Wie lange sind Lebensmittel haltbar?

  • Mindesthaltbarkeitsdatum: Auf fast allen verpackten Lebensmitteln und Getränken muss ein Mindesthaltbarkeitsdatum aufgedruckt sein. Dieses gibt den Zeitpunkt an, bis zu dem ein ungeöffnetes Lebensmittel bei richtiger Lagerung seine typischen Eigenschaften (Geschmack, Geruch, Nährstoffgehalt) behält. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein Verfallsdatum.
  • Geruchs- und Geschmackstest: Manche Lebensmittel sind sogar mehrere Monate oder Jahre haltbar, sie können oft noch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums gegessen werden. Dazu zählen zum Beispiel Nudeln, Reis, Mehl oder Konserven. Am besten das Lebensmitteln mit den Sinnen prüfen: Riecht und schmeckt es so wie immer? Dann kann es problemlos noch verzehrt werden.
  • Verbrauchsdatum: Im Gegensatz zum Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet das Verbrauchsdatum bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie zum Beispiel Hackfleisch, Fisch oder vorgeschnittenen Salaten: Man sollte das Lebensmittel nur bis zum angegeben Datum essen. Danach gehört es in den Müll, da es dann gefährliche Keime enthalten kann. Diese Keime kann man weder sehen noch riechen.
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