23.10.2020 - 15:59 Uhr
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Bin ich richtig versichert?

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Das Leben steckt voller Risiken. Fast niemand hat das Geld, sich gegen alles zu versichern. Also heißt es: Prioritäten setzen. Der Amberger Finanzexperte Norbert Peter erklärt, auf was man beim richtigen Versicherungsschutz achten muss.

Versicherungen gut und schön – aber was brauche ich wirklich?
von Autor EWAProfil

Eine Frage, die nahezu jeden beschäftigt, ist: Welche Versicherungen sollte man unbedingt abschließen? Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht. „Man kann objektiv nicht sagen, welche Versicherung man braucht und welche nicht“, erklärt Finanzberater und Versicherungsmakler Norbert Peter. „Das hängt immer sehr stark von den persönlichen Lebensumständen und der eigenen Werteorientierung ab.“ Grundsätzlich jedoch gilt: Bevor man alle kleinen Alltagsschäden versichert, sollte man für Ereignisse vorsorgen, die die eigene Existenz bedrohen. Gemeint sind hier finanzielle Belastungen, die das eigene Vermögen zur Gänze aufzehren oder übersteigen können. „Die Versicherungen sollten das große Risiko absichern, kleinere Bagatellschäden können oftmals selbst bezahlt werden“, so der Versicherungsexperte. „Man sollte sich also zunächst immer die Frage stellen, was passieren kann, das die Existenz gefährdet.“

Haftungsrisiken absichern

Er rät, sich auf jeden Fall mit einer privaten Haftpflichtversicherung gegen etwaige Schadenersatzforderungen absichern. „Fügt man einem anderen einen Schaden zu, kann man zur Wiedergutmachung verpflichtet werden“, erklärt Norbert Peter. „Fällt der Schaden groß aus, kann die Summe schnell die eigenen Möglichkeiten übersteigen. Deswegen ist eine Haftpflichtversicherung so gut wie unerlässlich.“ Für Hunde- und Pferdebesitzer empfiehlt der Experte ebenfalls eine Tierhaftpflicht, für Immobilienbesitzer eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht und eine Heizöltankhaftpflicht, falls ein Öltank vorhanden ist. „Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist ohnehin gesetzlich vorgeschrieben. Diese Versicherung deckt die Schadensersatzansprüche, die einem Dritten etwa durch einen Autounfall entstehen. So ein Schaden kann schnell sehr hoch ausfallen, deswegen macht das durchaus Sinn.“

Finanzexperte Norbert Peter rät, seine Versicherungen regelmäßig zu überprüfen und an die aktuelle Lebenssituation anzupassen.

Einkommen schützen

Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Versicherungsschutz: die Sicherung des Einkommens. „Die meisten von uns leben ja von dem Geld, das sie verdienen“, so der Amberger Finanzberater. „Ist dieses Geld plötzlich nicht mehr da, wird das zum Problem.“ Nicht selten kann Krankheit, Erwerbsunfähigkeit oder Tod zu einem existenzgefährdenden Risiko werden. „Wenn man länger als sechs Wochen krank ist, bekommt man Krankengeld von der Krankenkasse. Dieses ist jedoch um einiges niedriger als das Netto-Einkommen. Für viele ist das erst einmal noch nicht schlimm, die kommen einige Monate damit gut klar. Wenn jemand allerdings finanziell sehr eng kalkuliert hat, zum Beispiel eine Baufinanzierung am Laufen hat, kann bereits diese Zeit ein Problem werden.“ Sinn mache dann auf jeden Fall eine Krankentagegeldversicherung, so Nobert Peter.

Ebenfalls meist existentiell wichtig: eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn gerade für junge Menschen kann sich das staatliche Sicherheitsnetz im Falle einer Erwerbstätigkeit schnell als grobmaschig herausstellen, weil sie nicht genügend Versicherungsmonate haben. „Auch das ist immer eine persönliche Entscheidung“, sagt der Experte. „Wenn natürlich jemand sagt, ich vertraue einfach darauf, dass ich das schon irgendwie schaffe, wenn nicht, dann falle ich eben in Hartz4, dann muss er sich natürlich nicht zwingend absichern. Wenn man allerdings finanziell selbstbestimmt bleiben möchte, dann gehört eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu den Versicherungen, die man auf jeden Fall haben sollte. Gerade dann, wenn man eine Baufinanzierung oder andere Kredite am Laufen hat – oder eine Familie, die versorgt werden muss.“ Um seine Familie auch für den Todesfall abzusichern, sollte man auch über eine Risikolebensversicherung nachdenken.

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Für das Alter vorsorgen

„Wir alle möchten irgendwann nicht mehr arbeiten müssen, sondern in den wohlverdienten Ruhestand gehen und noch lange und gesund leben“, so Norbert Peter. Um auch dann noch finanziell selbstbestimmt zu sein, ist ein lebenslanges gesichertes Einkommen nötig. „Arbeiter und Angestellte haben die gesetzliche Rentenversicherung, Freiberufler wie Anwälte, Apotheker oder Steuerberater ihre Versorgungswerke“, erklärt der Versicherungsexperte. „Selbständige müssen sich um ihre Altersvorsorge komplett selbst kümmern.“ Aber auch die gesetzlichen Systeme reichen meist nicht aus, um den gleichen Lebensstandard im Alter aufrechtzuerhalten. „Die Frage ist hier immer: Wie baue ich Vermögen auf? Wenn man solches bereits hat oder zum Beispiel ein großes Erbe erwartet, muss man sich keine Sorgen machen. Aber für alle anderen ist es sehr wichtig, rechtzeitig vorzusorgen.“ Dabei müsse es aber nicht immer zwingend eine Versicherung sein, so Norbert Peter. „Es kommen auch Anlagen wie etwa Investment-Produkte oder Immobilien in Frage.“

Eigentum schützen

Sinn macht es außerdem, sein Hab und Gut richtig zu versichern. „Die wichtigste Versicherung für Hausbesitzer ist die Wohngebäudeversicherung“, erklärt der Amberger Versicherungsmakler. „Im Schadensfall deckt sie alle entstandenen Kosten, kommt für Reparaturen und Wiederaufbau auf und bewahrt den Eigentümer so vor dem finanziellen Ruin. Neben dem Gebäude sind alle fest in ihm eingebauten Gegenstände versichert. Der Schutz greift bei Schäden, die durch Sturm, Hagel, Feuer oder Leitungswasser verursacht wurden.“ Ebenso meist sinnvoll: eine Hausratversicherung. „Man sollte sich ehrlich fragen, wie es wäre, wenn zum Beispiel nach einem Brand der ganze Besitz nur noch ein Häuflein Asche ist und alles neu angeschafft werden müsste.“ Radfahrer, insbesondere mit teuren E-Bikes, sollten darauf achten, dass Fahrraddiebstahl ausreichend hoch eingeschlossen ist. Für alle, die ein teures Auto besitzen, bietet sich eine Kaskoversicherung. Wenn das Fahrzeug finanziert wurde, ist diese sogar ein absolutes Muss. Denn sonst kann es passieren, dass der Kredit weiterläuft, das Auto jedoch zerstört ist.

„Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es natürlich nie“, sagt Norbert Peter. „Das Leben an sich ist nun einmal unsicher und es gilt immer abzuwägen, wie viel jedem die persönliche Absicherung wert ist.“ Und die Welt verändert sich ständig. Deshalb sollte man nicht vergessen, eine Finanz- und Vorsorgeplanung regelmäßig zu überprüfen und an aktuelle Entwicklungen anzupassen.

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Im Gegensatz zu Versicherungsvertretern, die an eine oder mehrere Versicherer gebunden sind, sind Versicherungsmakler unabhängig. Sie werden für ihre Kunden tätig und suchen für diese aus der Vielfalt der Angebote das Passende heraus.

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