14.09.2020 - 10:11 Uhr
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Richtig aufräumen Teil 4: Weggeben statt wegwerfen

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Was Sie nicht mehr wollen, kann ein anderer Mensch brauchen. Aufräumexpertin Kathrin Karban-Völkl empfiehlt gemeinnützige Läden.

Kathrin Karban-Völkl ist Religions- und Gestaltpädagogin und als freiberufliche Referentin in der Bildungsarbeit tätig. Bekannt ist sie in der Region auch als Autorin des Buches „Entrümple und lebe“. Mehr Informationen auf www.diewortmacherei.de.
von Redaktion ONETZProfil

Von Kathrin Karban-Völkl

Entrümpeln und wegwerfen sind zwei Paar Schuhe. Entrümpeln bedeutet, dass Sie etwas weggeben

• weil Sie es nicht mehr brauchen,

• weil es defekt ist,

• weil Sie gar nicht mehr wussten, dass Sie es besitzen und es umso schneller weggeben wollen,

• weil es stets unangenehme Erinnerungen in Ihnen wachruft und Sie dadurch belastet (angefangen bei den entmutigenden Kleidern, die Ihnen vor Jahren einmal gepasst haben, über die seit Jahren nicht mehr angerührten Hobby-Accessoires, bis hin zu verrückten Fehlkäufen, die Sie nie benutzt haben und sich deshalb heute noch die Haare über das verschwendete Geld raufen). Gerne betone ich noch einmal: Wenn Sie entrümpeln, so geben Sie etwas weg. Und schon kommt der zweite Schritt: Überlegen Sie bitte, ob es jemanden gibt, der genau diesen Gegenstand brauchen könnte. Ja? Dann rufen Sie gleich heute noch an und organisieren die Abholung. Ihnen fällt spontan niemand ein, Sie glauben aber dennoch, dass die „Dinge“ für andere noch hilfreich sein könnten? Ob der ausrangierte Bürostuhl, ein grob geschätztes Drittel Ihrer Blumentopf-Sammlung oder Kisten voll bereits gelesener Bücher: An immer mehr Orten gibt es für genau diese Dinge gemeinnützige Läden, Krimskrams-Stuben oder andere dankbare Abgabemöglichkeiten.

Genau dorthin bringen Sie Ihre Schätze. Wann? Gleich heute! Was Sie tun sollen, wenn Sie erst nächste Woche dazu kommen? Dann lautet die Devise: „Aus den Augen, aus dem Sinn!“ Sorgen Sie dafür, dass Sie die aussortierten Dinge nicht öfter als nötig zu Gesicht bekommen. Denn spätestens wenn Sie zum dritten Mal an Ihrem ehemaligen Bürostuhl vorbeigelaufen sind, hat Ihr schlechtes Gewissen gewonnen. Und nach ein-, zweimal Probesitzen landet der Stuhl wieder an seinem Kellerplatz und verstaubt weiter fröhlich vor sich hin. Denn ja, irgendwann könnten Sie ihn doch wieder gebrauchen.

In der nächsten Folge lesen Sie: Die Regeln des Entrümpelns.

Alle bisherigen Teile der Serie finden Sie hier

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