27.02.2021 - 00:04 Uhr
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Kochen, knoten, Bücher binden: Kreative Ausflüge in Deutschland

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Malen auf Rügen, Bücher binden in Leipzig und knoten in Köln: Wer auf Reisen in Deutschland kreativ werden will, hat viele Möglichkeiten. Und oft gleich noch ein einzigartiges Souvenir.

Warum nicht mal im Urlaub kreativ werden – und zum Beispiel in die Porzellan-Malerei hinein schnuppern?
von Agentur DPAProfil

Home-Office, digitale Konferenzen und das Smartphone als Kontakt zur Außenwelt - nach langen Wochen des Lockdowns wächst der Wunsch nach Reisen und echten Begegnungen und Erlebnissen. Und vielleicht nach etwas kreativer Handarbeit. Das geht (bald wieder) an vielen Orten Deutschlands. Eine Auswahl:

Hafenstadt Hamburg: Schlemmerschulen von Dim Sum bis Köttbullar

Die historische Speicherstadt, der weltweit größte Lagerhauskomplex, verrät: Das Nordlicht an der Elbe ist geprägt durch den Handel, auch lange nach dem Zerfall der Hanse. Die Metropole der "Pfeffersäcke" gilt hierzulande als Hauptstadt der Gewürze. Dabei steht der Pfeffer stellvertretend für viele weitere Rohgewürze, die bis heute im Hafen umgeschlagen werden: Ob Zimt oder Safran, Kurkuma oder Tonkabohnen - die Kostbarkeiten stammen aus aller Welt.

Was liegt näher, als selbst in der Küche kreativ zu werden und sich den leckeren Aromen über einen Gewürzkochkurs zu nähern? Das Unternehmen Miomente bündelt deutschlandweit ausgesuchte Kochschulen und -kurse, auch in der Hansestadt, vom Dim Sum über spanische Tapas bis zur schwedischen oder israelischen Küche. Neben einem Kochkurs darf auf einem Hamburg-Törn auch der Besuch des Gewürzmuseums "Spicy's" nicht fehlen. Wo? Immer dem Duft nach!

Köln: Kunstvoll knoten mit Makramee

Die Rheinmetropole ist nicht nur Dom-, Moschee- und Jeckenstadt, sondern auch einer der bedeutendsten Verkehrsknotenpunkte Europas. Ob per Straße, Schiene, Luft oder Wasser: Alle Wege scheinen in diese Stadt zu führen, die reich ist an kulturellen Einflüssen und den zweitgrößten Binnenhafen Deutschlands beherbergt.

Wo also ließe es sich schöner - knoten? Gemeint sind weder Palstek noch Ankerstich, allerdings könnten erfahrene Segler durchaus im Vorteil sein, wenn sie die kunstvolle Knüpftechnik aus dem Orient erlernen, um die es hier geht: Makramee. Diese Knotenkunst war vor allem in den 1970er Jahren beliebt und erlebt in Do-it-yourself-Zeiten eine Renaissance. Deutschlandweit bieten Kreative dazu Workshops an, so auch in Köln.

Susan Rostam alias Su Makramee heißt eine der zahlreichen Knoten-Enthusiasten. "Als halbe Perserin habe ich das Knüpfen quasi im Blut und mein Hobby vor zwei Jahren zum Beruf gemacht", erzählt die 28-Jährige. Ob Blumenampel, Wandbehang oder ein wunderschöner Traumfänger: In drei Stunden können Anfänger in ihren Workshops Basisknoten erlernen und das eigene Produkt gleich mit nach Hause nehmen. Ein hübsches Souvenir, das in den eigenen vier Wänden noch lange an den Städtetrip erinnern wird.

Rügen: Malerei am Meer

Selbst Kunstbanausen dürften den "Kreidefelsen auf Rügen" kennen. Entstanden vor rund 200 Jahren, zählt dieses Gemälde zu den bedeutendsten - und freundlicheren - Werken Caspar David Friedrichs.

Sommerlang streifte der große Künstler der Frühromantik durch Hügel, Täler und die Buchwälder der Halbinsel Jasmund im Nordosten Rügens. Ein magischer Ort, an dem azurblaue Ostseewogen auf den berühmten, weißen Kreidefelsen treffen. Der Nationalpark lädt Besucher ein, die Schönheit der Region selbst kreativ festzuhalten.

"Urban Sketching", "Skizzieren am Meer" oder "Aquarell-Exkursion auf Rügen": So verheißungsvoll lauten Kurse, bei denen Urlauber wertvolle Zeichen-Techniken erlernen und einmal - ganz offline - zu Stift oder Pinsel greifen. Der Kreativreise-Veranstalter Artistravel bietet deutschland- und europaweite Kurse rund um Malerei und Fotografie.

Wer statt der Ostsee das Gipfelglück sucht, erweitert seine künstlerischen Fähigkeiten alternativ im Alpenvorland.

Dresden und Meißen: Drehscheibe des Töpferhandwerks

Von der "maladie de porcelaine", der Porzellansucht, sei August der Starke befallen gewesen. Wie viele andere Adelige im 17. Jahrhundert, packte auch den Kurfürst von Sachsen bei chinesischem Porzellan schier die Sammelwut. Eine kostspielige Angelegenheit.

Willens, das feine, weiße Porzellan daher einfach selbst herzustellen, beauftragte August 1702 den Alchemisten Johann Friedrich Böttger. Jahrelange Versuche mit Tonerden erwiesen sich schließlich als fruchtbar, 1708 gelang Böttger dank weißen Kaolins der Durchbruch. In der Albrechtsburg zu Meißen gründet August der Starke 1910 daraufhin die erste europäische Porzellan-Manufaktur - geboren waren die berühmten Meißener Porzellane.

Wer heute das Besucherzentrum, die Erlebniswelt Haus Meißen in der Talstraße besucht, kann an bestimmten Tagen selbst kreativ sein und eigenes Porzellanprodukt modellieren. Weiterhin bieten zwei Dresdner Keramikstudios von "Made by you" Workshops oder Schnupperkurse an der Töpferscheibe an. Auch in anderen Städten können Interessierte in "Made-by-you"-Ateliers ihre eigene Keramik bemalen und brennen lassen. "Keramik-to-go" gibt es etwa in Frankfurt, Hamburg und Chemnitz.

Leipzig: Die Kunst des Buchbindens

Bereits im 17. Jahrhundert war Leipzig Deutschlands wichtigste Buchstadt. Hier fanden später nicht nur die bedeutendsten Buchmessen statt. Leipzig war auch Standort von Schriftgießereien, Druckereien, Papierhändlern und Großbuchbindereien. Zahlreiche Verlage unterhielten Standorte im Graphischen Viertel, darunter Reclam, Thieme, Brockhaus und Baedeker mit den ersten Reiseführern.

Bomben des Zweiten Weltkrieges machten einem Großteil des Viertels den Garaus, darunter dem prächtigen Buchhändlerhaus. Es folgten Enteignungen oder die Abwanderung von Buchbetrieben. Seit der Wende jedoch lebte der Stadtteil sukzessive wieder auf.

An der Stelle des historischen Buchhändlerhauses steht heute das 1996 errichtete Haus des Buches, in dem unter anderem das Literaturhaus Leipzig zu Lesungen und Ausstellungen lädt.

In der Kreativitätswerkstatt in Leipzig-Gohlis hingegen können Besucher das Handwerk des Buchbindens erlernen. Ob koptische Bindung oder Fadenheftung: Die selbst gebundenen Schätze lassen sich mit Erinnerungsfotos füllen - oder besser: gar mit eigenen Worten?

Berlin: Graffitikunst im Mauerpark

Schon die alten Ägypter kratzten Inschriften auf Tempel oder Felsblöcke - das erste Graffiti. Doch die Ursprünge der hier gemeinten Straßenkunst liegen im New York der 1970er Jahre. Schrille Wandbilder, knallige Schriftzüge und politische Statements prangen bis heute an Gebäuden, Straßenzügen und U-Bahnen.

Eine lebende Legende ist der britische Street-Art-Künstler Banksy. Auch in Berlin, einer Stadt, die Subkultur besonders zelebriert, soll es Originale von ihm gegeben haben.

Geschichtsträchtiges Vorzeigestück der Street-Art-Hauptstadt ist allerdings die East-Side-Gallery an einem verbliebenen Teilstück der Berliner Mauer. 1990 wurde sie mit über 100 Kunstwerken verschönert, in Erinnerung an den Fall der Mauer - darunter der berühmte Bruderkuss und der Trabi, der scheinbar durch die Mauer fährt.

Berlin lässt sich herrlich auf den Spuren spannender Street Art erkunden, etwa auf dem RAW-Gelände oder im Mauerpark. Genau hier können Interessierte selbst zum Graffiti-Künstler werden: Das junge Berliner Unternehmen "MyGraffitiworkshop" bietet individuelle und Gruppenkurse an. Entwickelt werden die Kunstwerke auf Papier, dann geht es mit Sprühdosen bewaffnet hinaus in den Mauerpark.

Stornooptionen für Reisende

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Bücher zu binden ist eine Fertigkeit, die Urlauber in Leipzig in Kursen erlernen können.
Street Art: Im Berliner Mauerpark bietet das Unternehmen MyGraffitiworkshop Kurse an.
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