22.02.2021 - 00:32 Uhr
Sulzbach-RosenbergBesserWissen

Erster Einsatz für die Gartenschere: Was Pflanzen jetzt brauchen

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Darauf haben Hobbygärtner gewartet: Mit den ersten Plusgraden kann es wieder nach draußen gehen. Jetzt ist Zeit für einen Rückschnitt - ohne zimperlich zu sein. Sträucher und Hecken danken es mit buschigem Blattwerk und prächtiger Blüte.

So schneidet man die Bauernhortensien, damit sie im Spätsommer...
von Elisa RomfeldProfil

Endlich wird es wärmer und die ersten Frühlingsblüher wie Krokusse, Schneeglöckchen und Primeln strecken ihre Köpfe schon aus dem Boden. Jetzt zieht es den Hobbygärtner nach draußen, erste Arbeiten erledigt man mit den ersten Sonnenstrahlen gern, um sich im Sommer und Herbst an den Blüten erfreuen zu können.

Generell gilt, dass ab fünf Grad Celsius die Gartenschere zum Einsatz kommen darf. Es sollte jedoch nachts nicht mehr frieren und an dem Tag nicht zu sonnig und nicht regnerisch sein, da sich sonst an den Schnittstellen leichter Fäulnis bilden kann. Auch ist zu beachten, dass von 1. März bis 30. September Sträucher und Hecken nicht radikal geschnitten werden dürfen, da diese Zuflucht und Lebensraum für Vögel sind.

Sträucher

Als eine der ersten dürfen nun die Hortensien geschnitten werden. Hierbei unterscheidet man die hohen Ball- und Rispenhortensien und die niedrigeren und kompakteren Bauernhortensien. Erstere darf man ruhig 15 Zentimeter über dem Boden über einer Doppelknospe einkürzen.

Die Bauernhortensien dürfen nicht so radikal angepackt werden: Deren Äste bleiben auf 20 bis 30 Zentimeter erhalten, wobei auch diese über einem grünen und kräftigen Austrieb gekürzt werden sollten. Altholz darf hier gänzlich entfernt werden, um den Strauch zu verjüngen.

Auch der Schmetterlingsstrauch (Buddleja davidii) will im zeitigen Frühjahr geschnitten werden, da er am einjährigen Ast blüht. Hierbei darf man ruhig radikal vorgehen, auch wenn der Strauch dann einige Wochen recht gestutzt dasteht. Doch der Gärtner wird mit einem üppigen Austrieb belohnt, der im Herbst magisch die Schmetterlinge anzieht.

Auch andere Sträucher, die im Sommer oder Herbst blühen, dürfen nun eingekürzt werden. Viele verkraften einen Radikalschnitt zu diesem Zeitpunkt sehr gut und belohnen den Gärtner mit einem kräftigen Austrieb. Dazu zählen Spieren (Spiraea-Arten), Kornelkirsche (Cornus mas), Bauernjasmin (Philadelphus coronarius), Feld-ahorn (Acer campestre), Haselnuss (Corylus colurna) und andere bekannte Ziersträucher. Unangetastet sollten aber unbedingt Frühlingsblüher wie die Forsythie (Forsythia x intermedia) bleiben.

Rosen

Wenn die Forsythie etwa Mitte März blüht, dürfen auch die Edelrosen geschnitten werden. Hierbei vertragen heimische und strauchartige Sorten radikalere Schnitte, veredelte Sorten jedoch müssen behutsamer behandelt werden.

Generell gilt: Alte, kranke und kreuzende Äste sollten entfernt werden (wie bei vielen Sträuchern im Nutzgarten auch). Schaut die oberste kräftige Knospe nach außen, wird verhindert, dass das Wachstum ins Innere des Strauches geleitet wird. Alle zwei bis drei Jahre sollten Strauch- und Kletterrosen um ein Drittel gekürzt werden. Wenn man sich unsicher ist, gibt es im Internet eine Vielzahl von Video-Anleitungen.

Stauden

Nun dürfen auch alle restlichen, braun verfärbten Pflanzenteile der Stauden, die den Winter über stehen bleiben durften, entfernt werden. Hierzu zählen beispielsweise Astern, Goldrute, Fetthenne (Sedum), Gräser, winterharte Chrysanthemen sowie auch Phlox und Pfingstrosen. Die Blätter von Funkien (Hosta), Herbstanemonen und die der ein- und zweijährigen Stauden sollten sich bereits den Winter über zersetzt haben und dienen nun der neuen Vegetationsperiode als Humus.

Ausblick: Mit dem ersten Austrieb beim Lavendel darf dieser auch Anfang April um ein oder sogar zwei Drittel eingekürzt werden, damit er nicht verholzt und schön buschig bleibt. Man sollte allerdings darauf achten, dass noch ein paar Austriebe stehenbleiben.

Tipp:

Besitzt man einen Garten mit mehreren verschiedenen Zier- und/oder Nutzpflanzen, bietet es sich an, einmal recherchierte Informationen oder Termine schriftlich festzuhalten, damit man den richtigen Zeitpunkt für Rückschnitte oder Pflanzungen nicht verpasst. Auf ins neue Gartenjahr!

Zur Autorin: Elisa Romfeld ist Gymnasiallehrerin sowie ausgebildet im Garten- und Landschaftsbau. Sie nennt den "schönsten Garten von Sulzbach-Rosenberg" ihr Eigen.

So sorgt der Gärtner für biologische Vielfalt

Amberg

Gartenarbeiten vor dem ersten Frost

BesserWissen

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.