12.07.2021 - 10:21 Uhr
Weiden in der OberpfalzBesserWissen

Krippe, Kindergarten und Anmeldung: Das sollten Eltern wissen

Der Kontakt zu anderen Kindern, das Spielen, Lernen und Bewegen in der Gruppe: Mit dem Eintritt in den Kindergarten kommt eine neue Situation auf die Kinder zu und außerdem auch viele organisatorische Aufgaben auf die Eltern.

Damit das eigene Kind einen Platz im Kindergarten oder der Kita bekommt, muss man sich zeitig kümmern.
von Michelle BalzerProfil

Die Suche nach einem Krippen- oder Kindergartenplatz muss nicht gleich während oder nach der Schwangerschaft angegangen werden. Marina Arndt, Sozialpädagogin bei der Caritas Schwangerschaftsberatung Weiden, erklärt, dass das erstmal Zeit hat. Ein Betreuungsjahr im Kindergarten geht in der Regel von September bis August. Ein Einstieg während des Jahres ist in Absprache und je nach Platz möglich. Die Anmeldung für einen Platz läuft in den einzelnen Städten und Landkreisen unterschiedlich ab. So gibt es zum Beispiel in den Städten Weiden, Amberg und Sulzbach-Rosenberg ein einheitliches Anmeldeportal, in dem sich meist von November bis Ende Januar eingetragen werden kann. Doch laut Marina Arndt geht das erst mit dem Geburtsdatum des Kindes: "Dann wird die Verteilung auf die einzelnen Kitas durch das Portal geregelt. Das soll den Eltern und den Kindergärten den Stress bei der Anmeldung nehmen."

Anmeldung per Telefon

Marina Arndt arbeitet als Sozialpädagogin bei der Caritas Schwangerschaftsberatung in Weiden. Diese bietet Beratung und Unterstützung bei allen Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt bis zum 3. Lebensjahr des Kindes.

Gibt es in der Stadt oder dem jeweiligen Ort kein Anmeldeportal, muss es auf die traditionelle Weise erledigt werden: informieren, anrufen und verbindlich anmelden. Karin Schlegl, Leiterin des Kindergartens St. Josef in Hahnbach, erklärt, wie es in ihrer Einrichtung abläuft: "Die Eltern melden sich im Januar des Jahres an, in dem sie wollen, dass ihr Kind in den Kindergarten geht. Also zum Beispiel die Anmeldung im Januar 2022 für den Start im September 2022." Vorher können sich die Eltern über die Einrichtung informieren und sich ein Bild machen, doch Vormerkungen oder frühere Anmeldungen gibt es hier nicht. "Nach der Anmeldung im Januar schauen wir alles durch und begutachten die Kriterien: Wie zum Beispiel ob das Elternteil alleinerziehend ist oder ob eine lange oder kurze Betreuungszeit gewünscht ist", erklärt Schlegl.

"Regulär gehen Kinder vom ersten bis zum dritten Lebensjahr in die Krippe und ab dem dritten Lebensjahr dann in den Kindergarten, bis sie dann mit sechs oder sieben in die Schule gehen", erklärt Sozialpädagogin Marina Arndt. Ein Eintritt vor dem ersten Lebensjahr muss individuell abgesprochen werden. Laut Karin Schlegl kann es vorkommen, dass die Kinder schon früher von der Krippe in den Kindergarten wechseln. Sie nehmen Kinder frühestens mit zwei dreiviertel Jahren in den Kindergarten auf. "Das hängt immer ganz vom Kind ab, denn im Kindergarten ist, mit circa 25 Kindern pro Gruppe, die Gruppenstärke doppelt so groß als im Krippenbereich und somit die Belastung durch Lautstärke, Lärm, Gruppendynamik und anspruchsvollerem Programm, deutlich höher", so Schlegl.

Überblick verschaffen

Bei den verschiedenen Kindergarten-Arten gibt es viele Möglichkeiten. "Da sollte man sich einfach mal einen Überblick über das Angebot verschaffen", empfiehlt Arndt. Dabei müssen viele Fragen geklärt werden: Sollte der Kindergarten ein offenes oder geschlossenes Konzept haben? Eine kleine oder eine größere Einrichtung? Wohnort- oder Arbeitsnah? Lange oder kurze Öffnungszeiten? Mit oder ohne Mittagessen? Marina Arndt: "Alles soll zusammenspielen: Das Kind, die Eltern, die Arbeit und dazu dann der passende Kindergarten." Bei der Anmeldung bekommen die Eltern einen Anmeldebogen und einen Buchungsbeleg, auf dem sie die Belegungszeit ihres Kindes buchen können. Im Kindergarten St. Josef in Hahnbach liegt die geringste Kategorie bei vier bis fünf Stunden und das sowohl in der Krippe als auch im Kindergarten. Karin Schlegl: "Diese Kernzeit von vier Stunden benötigen wir, um effektive Bildungsangebote mit den Kindern durchführen zu können. Denn das vergessen viele oft: Wir als Kindergarten sind eine Bildungs- und nicht nur eine Erziehungseinrichtung."

Karin Schlegl leitet den Kindergarten St. Josef in Hahnbach im Landkreis Amberg-Sulzbach. Gemeinsam mit ihren 12 Mitarbeiterinnen betreuen sie momentan 97 Kinder in fünf verschiedenen Gruppen.

Kindergärten setzen Schwerpunkte

Außerdem bietet jeder Kindergarten eigene Angebote an oder setzt eigene Schwerpunkte. "Durch einen Tag der offenen Tür oder ein Sommerfest kann sich ein unabhängiges Bild gemacht werden. In einem persönlichen Gespräch mit der Leitung können dann auch noch andere Fragen beantwortet werden", so Marina Arndt. Was nahezu jeder Kindergarten anbietet sind Morgenkreise, Vorkurse für die Schule oder Jahreszeitliche Angebote wie zum Beispiel das Thema Wald. Karin Schlegl ergänzt, dass im Kindergarten St. Josef in Hahnbach das Freispiel, sowohl Vormittag als auch am Nachmittag, einen hohen Stellenwert hat. Ansonsten stehen weitere Angebote wie Turnen, Bücher lesen, Lieder singen, Basteln oder auch Kinder-Yoga auf dem Plan. Das wird entweder mit der Gesamtgruppe oder in einzelnen Kleingruppen, mit den Kleinen, Mittleren und den Großen durchgeführt. Karin Schlegl: "Denn so bekommt jeder ein Angebot, das er versteht und will und auch kann. Im Kindergarten wird das Kind direkt dort abgeholt, wo es gerade in seiner Entwicklung steht. Das Erzieherteam wirkt unterstützend darauf ein, damit sich Fähigkeiten, Fertigkeiten und Talente weiter ausbilden und eventuelle Schwierigkeiten abgemildert werden. Das ist das was unsere Arbeit ausmacht."

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Hintergrund:

Für Krippe oder Kindergarten anmelden

  • Anmeldung über ein Portal der Stadt
  • Wenn kein Anmeldeportal vorhanden: persönlich beim Kindergarten anmelden
  • Betreuungsjahr im Kindergarten: August bis September
  • Krippenalter: ein bis drei Jahre
  • Kindergartenalter: drei bis sechs Jahre
  • Vor Kindergartenauswahl folgende Fragen klären: Offenes oder geschlossenes Konzept? Kleine oder größere Einrichtung? Wohnort- oder Arbeitsnah? Wenige oder viele Schließtage? Lange oder kurze Öffnungszeiten? Mit oder ohne Mittagessen? Schwerpunkt z.B. Bewegung, Selbstständigkeit, Waldkindergarten

 

 

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