Freistaat und Kommunen wollen den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in ganz Bayern attraktiver machen. Darauf einigten sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit Vertretern der kommunalen Spitzenverbände bei einem Treffen in München. Söder versprach, auf eine "ausgewogene Finanzierung" der Angebote sowohl in den Ballungszentren als auch im ländlichen Raum zu achten.
"Uber"auf dem Land
Dort sollen "bedarfsorientierte Bedienformen" wie Bürgerbusse und Anrufsammeltaxis stärker gefördert werden. Anders als in den Städten soll der private Taxi-Anbieter "Uber" auf dem Land als Ergänzung zu bestehenden Strukturen eine Chance bekommen. Die Entscheidung über die Zulassung des von der Taxi-Branche bekämpften Konkurrenten liege bei den Kommunen, betonte Söder. Möglichst schon zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres im Herbst soll ein 365-Euro-Jahresticket für ältere Schüler und für Azubis eingeführt werden. Profitieren sollen davon aber erst die großen Verkehrsverbünde in den Ballungszentren. Der Freistaat will sich zu zwei Dritteln an den Kosten beteiligen. Bis 2030 soll es nach den Plänen Söders für alle Bürger ein 365-Euro-Ticket oder ein "vergleichbares Modell" geben.
Man müsse prüfen, welche Variante für die einzelnen Regionen die sinnvollste sei, erklärte Söder. Der Präsident des Landkreistages, Christian Bernreiter (CSU), betonte, für die ländlichen Regionen sei vorrangig, ergänzende Angebote auf den Weg zu bringen. Vor allem im Busverkehr brauche es dichtere Takte, auf der Schiene müssten schnellere Verbindungen zu den Regional- und Ballungszentren in die Fahrpläne aufgenommen werden.
Bessere Vernetzung
Staatsregierung und Kommunen vereinbarten bei dem Treffen zudem, die Angebote der einzelnen ÖPNV-Träger besser zu vernetzen und die Tarife zu vereinheitlichen. Es soll ein Netz von Expressbusverbindungen entstehen, um Lücken im Schienenverkehr zu schließen. Daneben werde man die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken prüfen. Vom Bund wurde gefordert, die Mittel zur ÖPNV-Förderung zu erhöhen. Mit den derzeitigen Zuweisungen sei es nicht möglich, neue Linien ins Angebot aufzunehmen und zusätzliche Fahrzeuge für eine Taktverdichtung anzuschaffen, klagte Söder.
SPD-Verkehrssprecherin Inge Aures kritisierte, Söder schiebe seine Verantwortung für einen besseren ÖPNV auf dem Land offenbar an den Bund und die Kommunen ab. Wenn der Freistaat nur zwei Drittel der Einnahmeausfälle für das 365-Euro-Ticket übernehme, bringe das vor allem ärmere Kommunen an ihre Grenzen. Kommentar















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