21.07.2020 - 19:56 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Ab September auch mit Schnupfen in die Kita

Ab dem 1. September sollen Bayerns Kitas wieder im Regelbetrieb arbeiten. Auch Schnupfennasen dürfen dann wieder betreut werden. Voraussetzung für alles sind konstant niedrige Corona-Zahlen.

Die Kitas in Bayern sollen im Herbst wieder normal öffnen.
von Jürgen UmlauftProfil

Die rund 9800 bayerischen Kinderkrippen und -gärten sollen ab dem 1. September wieder im Regelbetrieb geöffnet sein. Das kündigte die zuständige Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) nach einer Kabinettssitzung in München für den Fall an, dass die Infektionszahlen mit dem Corona-Virus im Freistaat bis dahin weiterhin stabil niedrig bleiben. Dann sollen - anders als derzeit - auch Kinder mit einem leichten Schnupfen nicht mehr nach Hause geschickt werden, wenn sie im Übrigen gesund sind. Die anderen Schutz- und Hygienebestimmungen bleiben laut Trautner aber bestehen.

Nach Angaben der Ministerin erarbeitet das Landesamt für Gesundheit gemeinsam mit Kinderärzten einen leicht verständlicher Leitfaden für die Kita-Praxis, der die Erzieherinnen bei der Einschätzung von Krankheitssymptomen unterstützen soll. Als Entscheidungsgrundlage, ob ein Kind mit Schnupfennase angenommen wird, soll demnach auch dienen, in welchem Land oder welcher Region es vorher im Sommerurlaub war und wie sich das aktuelle Infektionsgeschehen vor Ort darstellt. Im Zweifel hielt Trautner das Abweisen für vertretbar. "Es ist besser, ein Kind nach Hause zu schicken, als dass eine ganze Gruppe 14 Tage in Quarantäne muss", sagte sie.

Sollten die Infektionszahlen wieder leicht steigen, soll ein eingeschränkter Betrieb mit reduzierten Gruppengrößen möglich bleiben, erläuterte Trautner. Die Entscheidung darüber falle bei lokal begrenzten Ausbrüchen vor Ort in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und unter Einbeziehung des Elternbeirats. "Schließungen von Kitas bleiben das letzte Mittel und werden auf das infektionsschutzmäßig unbedingt nötige Maß begrenzt", betonte Trautner. Sie sollen nur bei lokal oder landesweit stark ansteigenden Ansteckungszahlen erfolgen. In diesem Fall würden die bekannten Konzepte zur Notbetreuung reaktiviert.

Der Ministerrat beschloss zudem die Einrichtung eines bayerischen "Pandemiezentrallagers", in dem alle für einen Krisenfall nötigen Materialien für das medizinische Personal eingelagert werden sollen. "Wir schaffen einen für sechs Monate ausreichenden Grundstock", erklärte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Geplant sei die Einlagerung von mehreren Millionen Schutzmasken, -kitteln, -handschuhen und -brillen. Zum Grundstock gehörten zudem unter anderem Desinfektionsmittel und Beatmungsgeräte. Den Materialwert der gelagerten Gegenstände bezifferte Huml auf 300 Millionen Euro. Nach einem geeigneten Standort mit guter bayernweiter Erreichbarkeit werde nun gesucht.

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