Fangen wir von hinten an: Oberbürgermeister Michael Cerny machte am Ende der Sitzung das Rednerpult frei für das "an Jahren erfahrenste" Stadtratsmitglied. Seit sie 2016 in den Stadtrat nachgerückt ist, ist das Emilie Leithäuser (81). Sie vertritt als einzige die FDP im Amberger Stadtparlament.
Sehnsucht nach Frieden
Leithäuser stellte die Sehnsucht nach Frieden in den Mittelpunkt. "Wir selbst haben nicht die Macht, Putin dazu aufzufordern, die Kriegshandlungen einzustellen", sagt sie. Aber die Menschen in Amberg könnten zusammenhalten, um die Not der Betroffenen zu mildern. Im vergangenen Jahr sei das gut gelungen. Die Stadträtin erinnerte an die gemeinsame Hilfsaktion für die Geflüchteten aus der Ukraine mit der Partnerstadt in Polen.
Auch die Folgen des Klimawandels treiben die 81-Jährige um. Klimaschutz sei eine Aufgabe für die Zukunft der ganzen Menschheit, sagte sie und hielt der Gesellschaft den Spiegel vor: "Machen wir uns doch nichts vor: Viele fordern eine radikale Abkehr vom bisherigen Verhalten, aber es soll sich dabei natürlich nur wenig zum eigenen Nachteil verändern." Dieses Wegschauen und Wegducken müsse aufhören.
Amberger halten zusammen
Auch Oberbürgermeister Michael Cerny ging in seiner Jahresschlussrede auf den Krieg in der Ukraine ein. Amberg habe bislang 650 Geflüchtete aufgenommen und damit deutlich mehr als vergleichbare Städte und Landkreise im Durchschnitt. "Der Zusammenhalt und die Solidarität in unserer Stadt für die Menschen in Not sind sicher eine der positivsten Nachrichten des Jahres 2022", sagte er.
Als positive Entwicklung sah er auch Erfolge bei der Bürgerbeteiligung in der Stadt. Der Bürgerentscheid in Sachen Bergwirtschaft habe ein starkes Signal an Investor Michael Fellner gesandt. Der Bürgerrat, der die künftige Nutzung des Bürgerspitalgeländes begleitet, stelle ein sehr aufwendiges Verfahren dar, "das aber wohl die richtige Antwort auf die doch gespaltene Meinungsbildung" sei.
Trotz aller weltpolitischen Widrigkeiten habe die Stadt gute Gründe, mit Optimismus nach vorne zu schauen. Die Steuereinnahmen seien 2022 deutlich höher ausgefallen, als vermutet, gleichzeitig habe die Stadt weniger Schulden aufgenommen als geplant. Cerny bedankte sich bei den Stadträten für das konstruktive Miteinander und eine "in aller Regel" faire politische Auseinandersetzung.













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