08.01.2021 - 16:30 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Landgericht Amberg schickt Vergewaltiger zehn Jahre hinter Gitter

In ihrer Urteilsbegründung spricht die Richterin von einem noch immer fortdauernden Albtraum für das Vergewaltigungsopfer. Dafür muss der Täter zehn Jahre ins Gefängnis.

Der verurteilte Täter sitzt im Landgericht Amberg. Der 30-jährige Malier muss wegen Vergewaltigung für zehn Jahre ins Gefängnis.
von Autor HWOProfil

Einen Fall wie diesen hatte das Landgericht Amberg seit vielen Jahren nicht. Vor der Ersten Strafkammer saß mit dem aus Mali stammenden Bako C. ein Mann, der im Mai vergangenen Jahres nach Ansicht der Richter von seinem Wohnsitz in Regenstauf aus mit einem Fahrrad in der Oberpfalz unterwegs war, um ganz gezielt weibliche Opfer für Sexualverbrechen zu suchen.

An einem Weiher in Stadtgebiet von Regensburg trat Bako C., dessen Alter mangels genauer Unterlagen auf etwa 30 Jahre geschätzt wird, am 9. Mai 2020 an zwei Schülerinnen heran, bot Geld für Sex, wurde abgewiesen und zerrte beide ins Ufergebüsch. Nur ein sofort von den Mädchen abgesetzter Notruf verhinderte nach Ansicht der Strafkammer die vom Täter geplante Vergewaltigung.

Nach seiner Flucht war Bako C. weiter auf Tour. "Und es kam noch schlimmer", sagte am Freitag die Vorsitzende Richterin Roswitha Stöber in ihrer Urteilsbegründung. Der vom deutschen Staat als abgelehnt geltende Asylbewerber hielt sich am 13. Mai unweit der Autobahn A93 bei Maxhütte-Haidhof auf, sah eine ihren Hund ausführende Spaziergängerin und überfiel die 53-Jährige.

Albtraum dauert fort

Opfer sagt aus

Amberg

Was dann geschah, beschrieb die Richterin so: "Es verwirklichte sich ein Albtraum, der für das Opfer noch immer fortdauert". Der 53-Jährigen wurde ein Küchenmesser an den Hals gedrückt, sie musste sich in ein nahes Unterholz begeben und hatte sich dort nach Aufforderung des Täters zu entkleiden. Dann wurde die am Boden liegende 53-Jährige vergewaltigt. Sie trat in dem zweitägigen Prozess als Nebenklägerin auf und schilderte ausführlich den Verbrechensablauf. "Das Opfer hatte Todesangst", hieß es nun, wobei dies mit dem Hinweis darauf geschah, dass der verheirateten Frau neben der peinigenden Behandlung auch schwerer seelischer Schaden zugefügt wurde.

Nebenklage fordert 15 Jahre

In ihrem Plädoyer sprach Staatsanwältin Barbara Tutsch von "erheblichen Verbrechen", die sie in solcher Dimension als Strafverfolgerin von Sexualdelikten "bisher nicht zu bearbeiten" hatte. Von der Kammer verlangte Tutsch die Verhängung einer Haftstrafe von zehn Jahren.

Als juristischer Beistand für die 53-Jährige trat der ehemalige Karlsruher Bundesrichter Erwin Hubert aus Hof auf. Jetzt als Opfer-Anwalt tätig, sagte Hubert: "In meiner 45-jährigen Tätigkeit habe ich so etwas noch nie erlebt". In seinem Antrag brachte er die Höchststrafe von 15 Jahren ins Gespräch und erinnerte ferner an die Möglichkeit des richterlich ausgesprochenen Vorbehalts einer Sicherungsverwahrung. Pflichtverteidiger Andreas Lösche (Amberg) stellte die Höhe der Strafe ins Ermessen des Gerichts.

Bako C. wurde für zehn Jahre hinter Gitter geschickt. In seinem Schlusswort hatte er erneut beteuert, nie davon gehört zu haben, dass man in Deutschland mit Frauen nicht so verfahren dürfe. Das hielten die Richter für eine Schutzbehauptung. Erwiesen allein schon dadurch, dass der Verurteilte bei seiner Festnahme den Polizeibeamten bewusst falsche Personalien genannt habe.

Nach Übergriff: Verdächtiger gefasst

Maxhütte-Haidhof

 

 

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